3… 2… 1… Nö!

eBay, Shpock, Kleiderkreisel, ... überlass ich dann doch lieber den Asozialen.

Wäre das Internet eine Stadt, dann wären eBay (Kleinanzeigen), Shpock und Kleiderkreisel der Junkie-verseuchte Stadtpark, in dem die zwielichtigsten und suspektesten Gestalten ihr Unwesen treiben. Ein Ort, bei dem schon allein der gesunde Menschenverstand einem sagt: »Hier solltest du nicht hin. Hier wartet nur Ärger auf dich. Mach einen Bogen drum!«

Doch wohin sonst mit dem alten Plunder? Nirgendwo anders findest du einen Abnehmer, der dir für eine durchgenudelte Gaming Mouse, einen bereits benutzten Lippenstift oder eine uralte Spielkonsole noch ein paar Euro gibt. Alternativen wie GameStop oder reBuy gibt es zwar, aber wir wissen ja, wie zahlungsfreudig und kundenorientiert diese beiden Unternehmen sind. Haltet mich da ruhig für etwas extrem, aber ich würde meinen alten Nintendo 3DS samt Verpackung sowie Zubehör ja eher essen, bevor ich ihn für einen Apfel und Ei bei den Abzockern verramsche, nur damit die ihn wiederum für ein Vielfaches weiterverkaufen können. Also, wohin sonst gehen, als zu eBay, Shpock oder Kleiderkreisel?

GameStop – Wo gebrauchte Spieler teurer sind als neue im Saturn.

Oder andersrum gedacht: Man will ja nicht nur verkaufen, sondern auch gelegentlich mal selber etwas kaufen. Und es gibt sie ja, diese Artikel, die gebraucht genauso gut sind wie neu – Videospiele zum Beispiel. Bleibe ich nun stark und zahle den überhöhten eisernen Ladenpreis oder versuche ich doch wieder, mich durchzumogeln und online ein Schnäppchen zu machen?

Wie ihr seht, es kann schon gute Gründe geben, dem Teufel die Hand zu schütteln – was nur halb so schlimm wäre, wenn das Internet, wie jeder weiß, nicht nur aus Vollidioten und hemmungslos Asozialen bestehen würde.

Nachrichten aus der Hölle!

Egal, was immer du verkaufst, bei gebrauchten Waren gehört das Feilschen und Handeln dazu. Basta. Alles ist VB (=Verhandlungsbasis), ganz gleich, ob du es reinschreibst oder nicht. Das ist auch okay so. Ein vernünftiger Händler weiß das. Er überlegt sich einen Preis, den er haben möchte, inseriert seine Ware etwas teurer, damit der Käufer ihn etwas runterhandeln kann und beide sind glücklich. Du hast deine Kohle und der andere kann im Gegenzug seiner Freundin erzählen, was ein geiler Typ er doch ist, weil er dich „verarscht“ hat. Perfekt! So war es schon immer. Alles im grünen Bereich.

Doch seitdem das alles nicht mehr face-to-face abläuft, ist die Welt diesbezüglich ein klein wenig aus den Fugen geraten. Ich meine, was für Angebote kommen da teilweise rein? Die können doch nicht ernst gemeint sein. Und auch in puncto Sprache und Freundlichkeit besteht „ein wenig“ Handlungsbedarf. Da werden Sachen rausgehauen, für die würdest du auf dem Basar oder Flohmarkt von der einen in die andere Ecke fliegen.

Eine kleine Kostprobe gefällig? Gerne!

iPhone 7 32GB, neu, aus Vertragsverlängerung, eingeschweißt + Beleg // Preis 600€

Igor75: „250€. Komme heute zahle bar alles unkumpliziert.“

Ich: „Ne, sorry. Das ist viel zu wenig.“

Igor75: „260?“

Murat5000: „200€!“

Ich: „Ne, sorry. Das ist zu wenig.“

Murat5000: „Du Hurensohn!“

PrimeMasterFicka: „Kaufe ich!“

Ich: „Cool. Wann kommst du es abholen?“

PrimeMasterFicka: „Heute abend. Machst du Ratenzahlung?“

Zerkan: „Sag ma letzte Preis“

Ich: „Keine Ahnung. Mach mir ein Angebot.“

Zerkan: „Sag doch letzte Preis.“

Zerkan: „200?“

Olaf72: „Ich hab nur 400€. Kann ich es dafür haben?“

Ich: „Ne, sorry. Das ist mir zu wenig.“

Olaf72

DragoSupa: „Tauscht du gegen Playstation2?

Ich: „Ne, brauche die Kohle. Tausche nicht. Steht auch in der Beschreibung.“

DragoSupa: „Oke. 100 Euro und Playstation2?

Und tatsächlich handelt es sich hierbei um keinerlei Übertreibung, sondern um Alltag bei eBay (Kleinanzeigen) und Shpock. Da kannst du in die Beschreibung schreiben, was immer du willst, du kriegst trotzdem Nachrichten wie diese. Man brauch schon ein richtig dickes Fell und eine gute Portion Selbstbeherrschung, um abzuwarten, dass endlich mal ein vernünftiges Angebot eintrudelt. Bis dahin sind dreiste Gebote, Beleidigungen und Penisbilder leider die Regel.

Natürlich könnten die Betreiber etwas dagegen tun. Doch ein ernsthaftes Interesse, besteht hier scheinbar nicht. Die „Normalos“ hat man ja ohnehin schon vergrault, also warum sollten man die übrig gebliebenen Kernasis in ihrer Art zu kommunizieren stören?

Verkauft, aber dennoch ein Horrortrip

Als wären dreiste Angebote, fragwürdige Verhandlungstechniken (du Hurensohn!), Beleidigungen (du Hurensohn!) und Penisbilder (vom Hurensohn) nicht schon ärgerlich genug, kommen darüber hinaus natürlich die üblichen Unannehmlichkeiten des Onlinehandels hinzu, wie z.B. Onlinebetrug, mangelnde Zahlungsmoral oder einem Paypal-Käuferschutz, der nur den Käufer, aber niemals den Verkäufer schützt.

Aber ihr kennt das ja alles. Also warum sollte ich euch mit den alten Kammellen langweilen? Oder gibt es tatsächlich Menschen in diesem Land, die noch nicht das Vergnügen mit dem top (!) motivierten eBay-Support hatten, der keine andere Aufgabe hat, als den Betrügern noch zwei weitere Wochen Aufschub zu geben, um ihn dann doch letztendlich nur zu löschen? Was sich ja als ein sehr probates Mittel herausgestellt hat, wie man sieht. Betrügende Arschlöcher sind ja, Gott sei Dank, im Internet eine Seltenheit geworden.

3… 2… 1… Nö!

Wenn ich so darüber nachdenke, komme ich zum Ergebnis, dass ich Internetplattformen wie eBay (Kleinanzeigen), Shpock oder Kleiderkreisel ziemlich scheiße finde. Klar, ein wenig Patte kann man schon machen, den ein oder anderen Euro vielleicht sparen, doch letzten Endes zahlt man dafür mit seinen Nerven.

Und die, liebe Freunde, sind mir heilig. Da zahle ich dann doch lieber den eisernen Ladenpreis.

 

Bildquellen: wütend-verärgert-schmollen-gesicht-2191104 (Pixabay)

Aus Gründen hier. Dein Gefährte durch Raum und Zeit. Der Büriff.

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