Blackout: Ein nicht gehaltenes Versprechen

Warum die Blackout-Beta mich enttäuscht hat und was ich mir vom neuen "Battle Royale"-Modus erwartet habe, lest ihr hier!

Eines steht fest: Battle Royale ist King!

Fortnite oder PUBG dominieren gegenwärtig den Shooter-Markt und somit war es nur eine Frage der Zeit, bis die etablierten Platzhirsche Call of Duty und Battlefield einen „Battle Royale“-Spielmodus nachlegen würden. Gesagt, getan! Bei Activision nennt sich der Spaß Blackout, bei Electronic Arts Firestorm.

Doch während wir im Falle Firestorm leider noch auf eine spielbare Version warten müssen, hatten wir die letzte Woche über die Möglichkeit, Blackout in einer „private Beta“ zu testen. Selbstverständlich habe ich mir diese Chance nicht nehmen lassen, denn meine Erwartungen an Activisions ersten „Battle Royale“-Titel waren sehr hoch. Offensichtlich etwas zu hoch, denn Blackout hat mich überraschenderweise bislang(!) nicht wirklich überzeugen können.

Lest im folgenden Beitrag, was mir nicht gefallen hat und welche Verbesserungen ich mir für den Modus wünsche.

1. Nicht wirklich schön anzusehen

Call of Duty fühlt sich in der Regel nicht nur verdammt gut an, es sieht auch seit dem Erscheinen von Advanced Warfare immer sehr schön aus. Umso verdutzter war ich, als ich das erste mal Blackout gestartet habe, denn grafisch erinnert mich das Game eher an PUBG als an Call of Duty WWII. Das hat mich schon sehr enttäuscht. Allein schon diese Hände, während ich noch keine Waffe trage. Total billig! (siehe Video)

Klar, es ist schon etwas Anderes, wenn ich eine kilometergroße Battle Royale-Karte anstatt einer kleinen Multiplayer-Map in Szene setzen muss, doch erst kürzlich hat EA mit Battlefield 5 gezeigt, dass dies trotz einer Beta möglich ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Blackout sieht in meinen Augen nicht wirklich wertig aus und ich will darüber hinaus behaupten, dass man die Karte mit Sicherheit auch ein wenig liebevoller hätte gestalten können. Auf mich wirkt es beinahe so, als hätte man nicht mehr getan, als einfach ein paar sterile Bauten auf eine trostlose 08/15-Landschaft zu schlonzen. Da war wirklich mehr drin, Treyarch.

2. Kämpfer mit Schwerbehinderten-Ausweisen

Ein Hörschaden ist etwas Schlimmes und das wünscht man niemandem; erstrecht nicht der Figur, welche man in einem Videospiel steuert. Aber genau das Problem hat man beim Zocken von Blackout. Man hört seine Gegner zwar wunderbar, vielleicht sogar etwas zu gut, aber dummerweise kann man dafür nur schwer lokalisieren, woher sie kommen, wie weit sie weg sind oder auf welchem Stockwerk sie sich gerade befinden. (siehe Video)

Was ich damit sagen will: Die Vertonung des neusten Call of Dutys ist absolut grausam. Gut, dass angekündigt wurde, dass man sich diesem Problem widmen möchte.

3. Alles sehr fummelig

Türen öffnen, Türen hinter sich schließen, Gegenstände aufheben, insbesondere von besiegten Gegnern, etc. Das alles fühlt sich ungewohnt kacke wie auch umständlich an und ist gerade in hektischen Situationen mehr als hinderlich.

Auch das muss bis zum Release unbedingt intuitiver vonstattengehen, denn in diesem Punkte liegt Blackout sogar deutlich hinter PUBG oder H1Z1. Aber kein Grund zur Sorge: Treyarch scheint bei Kritik genau hinzuhören, weswegen ich glaube, dass die finale Fassung bei weitem nicht so fummelig sein wird wie die Beta es ist.

4. Unnötig umständlich

Call of Duty lebt von seiner Geschwindigkeit und gerade dieses überladene Inventar, welches stark an PUBG erinnert, bremst das Spielerlebnis sehr sehr stark aus. Hierbei hätte ich mir gewünscht, dass man sich im Bestfall Fortnite zum Vorbild nehmen würde: Waffen und Gegenstände sind in Epics Battle Royale Shooter zügig sowie simpel gewechselt und somit wird man auch nicht über den Haufen geballert, während man sein Inventar sortiert oder mühsam den besiegten Gegner lootet. (siehe Video)

Auch die Fülle an Waffenaufsätzen machen Blackout nicht gerade unkomplizierter. Es gibt zum einen enorm viele, zum anderen dauert das An- und Abringen deutlich zu lange, vor allem, wenn man von einem eliminierten Gegner das Schießeisen übernehmen möchte. Daran möchte man aber laut Treyarch noch arbeiten. Bei der hohen Anzahl an Aufsätzen sehe ich allerdings weiterhin Grund zur Skepsis.

5. Was können denn die Waffen?

Gute Frage, denn es sagt dir keiner. Durch das Spielen einiger Shooter habe ich zwar eine ungefähre Vorstellung, wie sich welches Kaliber im Gefecht verhalten wird. Nichtsdestotrotz hätte es nicht geschadet, wenn man im Inventar, ähnlich wie bei Fortnite, die Werte (z.B. Reichweite, Schaden, usw.) der einzelnen Gewehre aufgeführt hätte. So könnte man die Waffen objektiv miteinander vergleichen und sich folglich wesentlich leichter für das „richtige“ Kampfgerät entscheiden.

Ferner hoffe ich, dass es in der finalen Fassung einen Schießplatz oder Trainingsparkour geben wird, wo man ein wenig üben kann.

6. Panzerungen from hell!!!

Genauso wie bei PUBG muss man in Blackout neben Waffen auch kugelsichere Westen finden, um mehr einstecken zu können.

Positiv: Im Gegensatz zu PUBG belässt es der neuste Call of Duty-Ableger lediglich bei einer Weste. Man muss also nicht zusätzlich Helme, Schuhe oder schlag mich tot finden.

Negativ: Diese Westen – vor allem die der Stufe 3 – sind sowas von overpowered, dass selbst ein minderbegabter Sims-Spieler spielend leicht jedes Duell für sich entscheiden kann. Das aber auch nur, bis diese kaputt ist. Etwas, worüber dich das Spiel nicht wirklich in Kenntnis setzt. Bei PUBG hat jeder Ausrüstungsgegenstand einen „Lebensbalken“, bei Blackout habe ich etwas Vergleichbares bislang nicht gefunden.

Da die Mehrzahl an Spielern gerade an diesem Punkt Kritik geäußert hat, hat Treyarch bereits angekündigt, dass die Westen der Stufe 2 und 3 generft werden und eine Rüstungsanzeige hinzugefügt wird.

Ich hingegen fände es dennoch deutlich besser, wenn man bei Blackout komplett auf Panzerungen verzichten würde und ähnlich wie bei Fortnite auf einen Schildwert setzen würde. Man muss ohnehin schon sehr viel looten und so einiges im Auge behalten, da kann man meiner Meinung nach auf (unnötige) Schutzwesten verzichten.

7. Ein CoD ohne Perks, wäre kein CoD!

Leider… Denn selbstverständlich kannst du auch in Blackout unzählig viele Perks finden, die dir in der Partie temporär einen Vorteil verschaffen. Durch „Skulker“ bewegst du dich geduckt und im Liegen schneller, „Dead Silence“ reduziert die Lautstärke deiner Schritte, usw.

Sicherlich sind diese ein taktisches Element, die dem Titel ein Alleinstellungsmerkmal verleihen. Auf der anderen Seite halte ich persönlich – also ganz subjektiv! – Perks in einem Battle Royale-Modus für völlig deplatziert. Gerade das finale Gefecht, 1 gegen 1, sollte spannend, agil und actionreich sein. Man sollte nicht im Vorfeld sein Inventar durchforsten müssen, um sich zum Ende hin einen Vorteil durch irgendwelche Perks verschaffen zu können. Zumal es fraglich ist, wie fair so ein Endkampf dann noch ist.

Auch die Art und Weise, wie man die einzelnen Perks auswählt… Junge, Junge… Liebe Blackout-Macher, nehmt mal 50€ in die Hand und spielt ne Runde Far Cry! Mit den Waffenrädern kann man herrlich unkompliziert, zudem noch superschnell, Waffen, Spritzen oder Gegenstände nutzen, ohne wertvolle Zeit in Menüs zu vergeuden. Bitte klaut diese Idee! Lieber gut geklaut, statt schlecht selbstgemacht! Die Spieler werden es euch danken.

8. First Person = Die erste Wahl?

Klar, Call of Duty ist seit jeher ein First Person Shooter. Doch hätte man mit Blackout nicht vielleicht neues Terrain erkunden können?

Total abwegig ist die Frage ja nicht: Die dritte Person verschafft dem Spieler deutlich mehr Übersicht und schafft zudem neue taktische Elemente, die in einem Battle Royale Shooter nicht gerade unwichtig sind.

Natürlich ist auch dieser Punkt etwas ganz Subjektives. Dennoch meine ich, dass die „Call of Duty“-Macher hier eine tolle Chance haben liegen lassen. Man hätte mal relativ risikofrei – da man in Battle Royale Shootern ohnehin hauptsächlich die Third Person gewohnt ist – etwas Neues ausprobieren können, stattdessen setzt man lieber – genauso wie bei den Perks – auf Altbewährtes.

Mein Fazit

Der Hype um Blackout ist relativ groß. In der Szene kam die Beta richtig gut an, was mich persönlich doch sehr überrascht. Denn ich hatte mir deutlich mehr erwartet und die Hoffnung, dass ein so großer wie auch etablierter Publisher wie Activision etwas Revolutionäres raushaut.

Man hatte genügend Zeit, die Konkurrenz zu beobachten und aus den Fehlern der Anderen zu lernen. Man hat den finanziellen Background richtig geile Arbeit abzuliefern. Doch stattdessen bietet die Beta(!) Einheitsbrei auf mittelmäßigem Niveau, der sich von den Mitbewerbern nur in einem Punkt unterscheidet: Perks! Ein Alleinstellungsmerkmal, das in meinen Augen mehr Fluch als Segen ist.

Wie bereits im Beitrag erwähnt, wird die ein oder andere Kinderkrankheit bis zum Release beseitigt, dennoch würde ich mir Blackout Stand jetzt(!) nicht zulegen, vor allem, wenn man den üppigen Anschaffungspreis von 70€ in seine Entscheidung einfließen lässt.

Was meint ihr? Gehe ich mit dem neuen Modus zu hart ins Gericht oder seid ihr genauso enttäuscht, wie ich es bin? Schreibt mir!

Bildquellen

„Call-of-Duty-Black-Ops-4-180518-004“ von Instacodez @Flickr. Bearbeitet von Juri Kristiansen. Lizenz: Public Domain Mark 1.0

[collapse]
Hilf dem Büriff und verkünde seine frohe Botschaft!
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on Google+
Google+
Email this to someone
email

Aus Gründen hier. Dein Gefährte durch Raum und Zeit. Dein Pferdefreund zum Busenstehlen. Der Büriff.

2 Comments on “Blackout: Ein nicht gehaltenes Versprechen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.