The Purge: Mein Halbzeitfazit

Die halbe Nacht ist rum. Zeit für ein Zwischenfazit!

Serienadaptionen von Kinofilmen stehen unter keinem guten Stern: Limitless, Training Day, Taken, uvm. Allesamt Flops, die binnen kürzester Zeit abgesetzt wurden. Sicherlich gibt es auch immer wieder die ein oder andere gelungene Umsetzung, allen voran Westworld, doch der Sprung von der Kinoleinwand zum Heimbildschirm hat nur den wenigsten Filmen gutgetan.

Grund genug, The Purge mit Skepsis zu begegnen – vor allem, weil nach vier Filmen die Qualität des Franchise stark zu wünschen übrig lässt. Fünf der zehn Episoden sind bereits bei Prime Video zu sehen. Jeden Freitag erscheint eine weitere. Für Rechenfaule: Ab dem 9. November ist die komplette Staffel in Deutschland verfügbar.

Für all die Neugierigen unter euch, die allerdings nicht so lange warten wollen und vorm Anschauen eine kleine Entscheidungshilfe brauchen, folgt nun mein Halbzeitfazit.

Es ist mal wieder der 21. März!

Besser bekannt als die „Purge Nacht“, in welcher, von 19:00 Uhr abends bis 7:00 Uhr des Folgetags, Verbrechen nicht unter Strafe gestellt werden.

Wie seit dem zweiten Teil der Reihe üblich, begleiten wir auch in der Serie gleich mehrere Personen durch die „Nacht ohne Gesetze“. Hierbei gliedert sich die Handlung in vier Geschichten, welche parallel erzählt werden:

Der US-Marine Miguel kehrt von der Front zurück, um sich auf die Suche nach seiner Schwester (Penelope) zu machen, die Mitglied eines gefährlichen Purge-Kults geworden ist.

THE PURGE — „Take What’s Yours“ Episode 102 — Pictured: Gabriel Chavarria as Miguel — (Photo by: Patti Perret/USA Network)

Weil Jane Barbour, eine karrierehungrige Finanzfachfrau, während der Purge einen wichtigen Deal unter Dach und Fach bringen muss, beauftragt sie einen Auftragskiller, welcher an ihrer Stelle auf die Jagd geht.

THE PURGE — „What Is America?“ Episode 101 — Pictured: Amanda Warren as Jane — (Photo by: Patti Perret/USA Network)

Das noch junge Ehepaar Betancourt, beides überzeugte Purge-Gegner, möchte mit seiner neuen Geschäftsidee die Welt zu einem besseren Ort machen. Dafür benötigen die Betancourts Investoren, weswegen sie auf eine NFFA-Party gehen.

Für die Purge-Neulinge unter euch: Bei der NFFA handelt sich um die „Partei der neuen Gründervater“, welche die Purge ins Leben gerufen hat.

THE PURGE — „What Is America?“ Episode 101 — Pictured: (l-r) Colin Woodell as Rick, Hannah Anderson as Jenna — (Photo by: Patti Perret/USA Network)

Ein unbekannter, maskierter Mann hat während der Purge seine eigenen Ziele. Wir begleiten ihn durch die Nacht.

Ein Start nach Maß!

Die Handlung von The Purge setzt eine Stunde vor Beginn der „Säuberung“ ein. Diese Zeit wird dafür genutzt, um die einzelnen Protagonisten der Serie vorzustellen. Hierbei ist positiv hervorzuheben, dass das Erzähltempo bereits während der Einführung sehr angenehm ist und im weiteren Verlauf auch bleibt. Das fällt leicht, denn die bedrohliche, omnipräsente „Magie“ der Purge ist jederzeit spürbar.

Ohnehin ist festzuhalten, dass The Purge in puncto Atmosphäre seines Gleichen sucht. Kostüme, Schauplätze, das ständig laufende Propagandaradio, usw. Alles top!

Und wer befürchtet, dass man aufgrund des Serienformats eine „Purge Light“ präsentiert bekommt, den kann ich beruhigen: Auch hier kommen voyeuristisch veranlagte Hobby-Sadisten auf ihre Kosten! Ergo: An Gewalt wird definitiv nicht gespart.

Der Fluch der zweiten Hälfte

Dass The Purge zur Halbzeit zu gefallen weiß, wundert mich nur wenig. Das ist bei den Filmen nämlich nicht anders. Sowohl die Filme als auch die Serie leben von der Atmosphäre, dem ungewöhnlichen Szenario und der schonungslosen – teils sogar kreativen – Zurschaustellung von Gewalt.

Woran The Purge allerdings zum Ende hin regelmäßig krankt: Sobald man versucht der Geschichte eine Moral, Sozialkritik oder politische Komponente aufzudrücken, wird es anstrengend, nahezu trashig und etwas peinlich.

THE PURGE — „The Urge to Purge“ Episode 103 — Pictured: Purger — (Photo by: Patti Perret/USA Network)

Ob auch die Serie das Schicksal der Filme ereilen wird, ist natürlich nur schwer abzuschätzen, jedoch deutet einiges darauf hin: Denn die einzelnen Charaktere haben, trotz der bedrohlichen Lage sowie dem Ausbleiben juristischer Konsequenzen, ungewöhnlich hohe Moralvorstellungen, weswegen sie mehr als einmal heldenmutig ihr eigenes Leben riskieren, um das „Richtige“ zu tun.

Haltet mich ruhig für einen pessimistischen Misanthropen, aber ich halte es doch für eine extrem steile These, dass ausgerechnet zur Purge ganz gewöhnliche Menschen ein Herz für Zivilcourage entwickeln.

Noch hält sich das alles zwar in Grenzen, aber ich wittere die Gefahr.

Gucken oder nicht gucken?

Selbst wenn es zum Ende hin, etwas trashig werden könnte(!), macht The Purge bis zur Halbzeit so ziemlich alles richtig. Die Serie ist verdammt spannend, hat ein angenehmes Tempo und in puncto Atmosphäre können nur Wenige ihr das Wasser reichen.

Ich persönlich finde es ziemlich geil, dieses ungewöhnliche Szenario von möglichst vielen Seiten kennenzulernen, denn trotz vierer Filme, hat man es geschafft, sich neue Schicksale, Elemente und auch die ein oder andere Abscheulichkeit für die Serie auszudenken.

Also – sofern du nicht über alle Maßen zart besaitet bist – solltest du The Purge unbedingt eine Chance geben. Ich, für meinen Teil, fühle mich nämlich bislang bestens unterhalten.

Bildquellen

„Gabriel Chavarria as Miguel“ von Patti Perret/USA Network @Amazon Newsroom. Lizenz: © Patti Perret_USA Network (Nutzungserlaubnis erteilt durch Amazon)

„Gabriel Chavarria as Miguel“ von Patti Perret/USA Network @Amazon Newsroom. Lizenz: © Patti Perret_USA Network (Nutzungserlaubnis erteilt durch Amazon)

„Amanda Warren as Jane“ von Patti Perret/USA Network @Amazon Newsroom. Lizenz: © Patti Perret_USA Network (Nutzungserlaubnis erteilt durch Amazon)

„Colin Woodell as Rick, Hannah Anderson as Jenna“ von Patti Perret/USA Network @Amazon Newsroom. Lizenz: © Patti Perret_USA Network (Nutzungserlaubnis erteilt durch Amazon)

„Purger“ von Patti Perret/USA Network @Amazon Newsroom. Lizenz: © Patti Perret_USA Network (Nutzungserlaubnis erteilt durch Amazon)

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