13 Dinge, für die ich FIFA manchmal hasse

FIFA ist toll, doch manche Dinge lassen mir graue Haare wachsen.

Seit jeher ist für mich FIFA die beste Fußballsimulation, die auf dem Videospielmarkt erhältlich ist. Punkt. Da kann, meiner Meinung nach, ein „Pro Evolution Soccer“ nicht mal im Ansatz mithalten. Doch nichtsdestotrotz bleibt FIFA für mich die absolute Definition von Hassliebe, denn Jahr für Jahr lassen mir die immer gleichen Dinge graue Haare wachsen und je nach Version kommen noch ein paar wenige Sachen hinzu (oder entfallen glücklicherweise wieder). In diesem Beitrag gehe ich auf diese ein.

1. Schieß doch, du Spast!

Mario Gomez oder Luca Toni wurden durch diese Fähigkeit zum Star. Die Fähigkeit am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt einfach den Fuß hinzuhalten und damit ein Tor zu erzielen. Dafür muss man nicht einmal Profi-Fußballer sein. Das kann eigentlich so ziemlich jeder Freizeitkicker. Eigentlich so ziemlich jeder, der über zwei oder mehr Beine verfügt. Die einzige Ausnahme dabei: Unsere kleinen minderbemittelten FIFA-Kicker.

Die müssen nämlich, ganz im Gegensatz zu uns Fußballern aus Fleisch und Blut, erstmal mühevoll einen Schussbalken auffüllen, bevor sie das Leder im Tor versenken können. Ein Abstaubertor wird dadurch zur großen Fußballkunst, denn man braucht möglichst viel Raum und läuft am besten erstmal ein, zwei Meter in die Richtung, in die man auch schießen möchte, damit das Ding auch sicher in den Maschen zappelt.

Hand aufs Herz: Hätte Luca Toni das tun müssen, um ein Tor zu erzielen, wäre er regelmäßig über den Ball gestolpert, Italien wäre wahrscheinlich niemals Weltmeister geworden und unser Luca wäre mit aller Sicherheit inzwischen gehbehindert.

2. Slapstick KI

Ein Indianer kennt keinen Schmerz, ein wahrer Mann weint nicht und ein echter FIFA-Spieler weicht NIEMALS aus. Komme, was wolle, egal, ob Freund oder Feind, nein, ich gehe meinen Weg!!! EXTREEEEM!!!

So stelle ich mir die Psyche der kleinen FIFA-Kicker vor. Entweder so oder sie haben den Intellekt von Lemmingen. Denn egal, ob Rodnei von 1860 München oder ob Topspieler wie Jerome Boateng, sprinten die Spieler in die Rücken der Gegner rein, als ob sie bei Takeshi’s Castle zu Gast wären. Der Stärkewert wird entscheiden, welcher der beiden Spieler wie durch die Macht zurückgeschleudert wird und ob das Spiel weitergeht oder Foul gepfiffen wird. Besonders ärgerlich wird es aber, wenn zwei Mitspieler beim Ballabnehmen zusammenkrachen, denn der lachende Dritte ist dabei der gegnerische Stürmer.

Glücklicherweise kann man aber auch sagen, dass das in den letzten Jahren deutlich besser geworden ist. Bei FIFA13 sind gefühlt 99% meiner Gegentore so entstanden. Heute ist das glücklicherweise die Seltenheit.

3. Der Schiedsrichter ist Luft

Vor ein paar Jahren war Electronic Arts ganz stolz, dass bei FIFA nun auch ein Schiedsrichter über den Platz läuft und nicht ein Geist die Spiele pfeift. Schießt man diesen an oder greift er anders als durch Pfiffe in das Spiel ein, sagt der Kommentator, dass der Schiedsrichter ja offiziell Luft sei.

Lieber Herr Fuss, ich kann das nicht bestätigen. Vor allem, wenn der Schiri auf diese Art einen Konter für den Gegner einleitet.

4. Dabei sein ist alles

So denkt die FIFA-KI offensichtlich. Denn ganz gleich, auf welchem Schwierigkeitsgrad ich auch spiele oder mit welchem Team ich es auch zu tun habe, hat der Gegner nie sonderlich Lust das Spiel zu gestalten. Es läuft immer nach dem gleichen Schema ab: Ich spiele Handball rund um den 16er meines KI-Gegners und erst ab der Führung traut sich der Gegner aus der eigenen Hälfte heraus.

Ich wünsche mir für zukünftige FIFAs, dass da mehr Wert auf die individuelle Spielweise mancher Teams gelegt wird, denn z.B. Barca und Chelsea haben ja eine komplett eigene Art Fußball zu spielen, was FIFA aber nicht erkennen lässt. Doch vor allem im Managermodus möchte ich einen Gegner haben, der realisiert, dass er das Hinspiel verloren hat und dazu verdonnert ist dieses Spiel zu gewinnen und dementsprechend Druck macht.

Das würde FIFA um einiges realistischer machen.

5. Das Abschirmen

Das Abschirmen in FIFA17 ist nicht neu, doch erst ab diesem Teil der Serie übermächtig. Quasi nach jedem Abspiel drücke ich die LT-/L2-Taste, drehe mich dann um ein paar Grad, um den Ball wieder weiterzuleiten. Wer mir dabei versucht den Ball abzunehmen, läuft an mir vorbei oder haut mich um und riskiert dabei ein Foul bzw. einen Elfmeter. Zudem kann man so am leichtesten Räume in der gegnerischen Abwehr schaffen. Das finde ich ja prinzipiell noch gut.

Blöd nur, dass es online mehr Arschlöcher als nette Spieler gibt.

Denn ich könnte mich nämlich genauso gut bei Führung an die Eckfahne stellen und ganz debil nur die Abschirm-Taste drücken und abwarten. Die Funktion ist so mächtig, ihr könnt mir den Ball kaum noch abnehmen. Ich habe das Spiel mehr oder weniger für mich entschieden, weil wir 20 der 90 Minuten an der Eckfahne verbringen werden und ich eine Ecke nach der anderen bekommen werde, die zu allem Unglück auch sehr mächtig in diesem FIFA sind. Dazu aber später mehr.

6. Der angetäuschte Einwurf

Eigentlich ist der angetäuschte Einwurf eine wunderbare Idee, weil man von nun an nicht jeden Einwurf ablaufen kann. Blöd nur, dass man es versäumt hat ein Limit an Täuschungen festzulegen. Denn wie bereits gesagt, das Internet ist voller dummer Arschlöcher, sodass das dauernde Zeitschinden und Provozieren bei dieser Funktion leider im Vordergrund steht.

Ich hoffe, hier wird nachgebessert.

7. Never change a running system

Ich weiß nicht, warum man Dinge, die seit jeher anständig funktioniert haben, ändern muss. Diese Frage quält mich insbesonders beim neuen FIFA17 bei den Ecken, aber vor allem bei den Elfmetern.

Vielleicht habe ich auch eine falsche Vorstellung von einem Elfmeterschießen. Doch das 50% der Elfmeter verholzt werden, hat, meiner Beobachtung nach, eigentlich Seltenheitswert. Bei FIFA17 nicht.

Vielleicht liege ich auch als Bayern-Fan falsch. Aber gehen wirklich 20% der Ecken rein? Wäre mir jedenfalls nicht aufgefallen.

Natürlich ist das subjektiv, aber ich wünsche mir diesbezüglich das altbewährte System zurück. Das neue hat, meiner Meinung nach, wenig mit Realismus zu tun. Die Elfmeter sind zu schwer, die Ecken zu leicht.

8. Das Big Picture ist entscheidend

Auch ganz subjektiv, aber, meiner Meinung nach, hat man im neuen FIFA17 die Qual der Wahl zwischen ansehnlich und übersichtlich. Beides zusammen ist, meines Erachtens nach, nicht möglich.

Denn die Tele-Kamera, die ich schon seit FIFA98 bevorzuge, zieht dieses Mal verdächtig langsam nach und ist definitiv zu nah dran, sodass mir die Spielübersicht fehlt, jedoch hat die Übertragungskamera gerade im Strafraumbereich und an der oberen Auslinie einen so seltsamen Winkel, dass man nicht vernünftig spielen kann, aber dafür zumindest die Übersicht behält.

Wie gesagt: Absolut subjektiv. Nichtsdestotrotz wünschte ich mir, dass man mehr Kameraoptionen, wie z.B. Kamerageschwindigkeit oder weitreichendere Zoom-Optionen, im nächsten FIFA hätte.

9. FIFA17 – Das FIFA der Rasenindustrie

Schlimm genug, dass es in FIFA17 ständig regnet. Ich, als Spieler, würde ja den Freitod wählen und solange gegen den Pfosten rennen bis mein virtueller Kopf platzt. Glücklicherweise hat das Wetter in FIFA – egal ob Sonne, Schnee oder Regen – eh nicht so sonderlich große Auswirkungen auf das Spielgeschehen. Auf die Kommentatoren leider schon…

Denn die faseln von Spiel zu Spiel, dass der Ball durch den Regen, ja vor allem bei Aufsetzern, so unberechenbar wird (Ich bekomme davon ehrlich gesagt gar nichts mit.), aber dass der Rasen den Regen dank der Drainagen abkann.

Herr Fuss, Herr Breuckmann, wir sind ja schon viel Scheiße von Ihnen beiden gewohnt, aber das toppt ja sogar dieses grenzdebile „Und da springt er hoch wie ein Känguru und er lacht noch dabei“.

Was ich zudem noch anmerken möchte: Wenn die Rasenindustrie so toll ist, dann sollen sie endlich mal über Rasenheizungen in den FIFA-Stadien nachdenken, denn dieses weißgefleckte Etwas, das FIFA als einen schneebedeckten Rasen bezeichnet, kennt man nämlich nur aus den Kreisligen oder der Ost-Ukraine.

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10. Wolle Nationaltrainer werden?

Das ist die Frage aller Fragen im Managermodus. Egal, ob ihr gerade Sandhausen oder den AC Mailand trainiert, ihr werdet immer gefragt, ob ihr nicht Bock habt zusätzlich eine Nationalmannschaft nebenbei zu trainieren. Ist ja kein Aufwand und natürlich mehr als üblich. Alle Nationaltrainer sind nebenbei Coach und Manager eines Fußballklubs.

EA, soll ich Euch ein Geheimnis verraten? Da seid Ihr auf dem Holzweg!

Darüber hinaus finde ich es schade, dass man seine Klubkarriere nicht an den Nagel hängen kann, um ausschließlich Nationaltrainer zu sein.

11. Die Welt ist klein

… vor allem im FIFA-Universum. Ich kann ja verstehen, dass nicht alle drittklassigen Nationalmannschaften vertreten sein können, dass aber der halbe Balkan wie z.B. Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina, etc. nicht bei FIFA vertreten ist, stößt bei mir auf Unverständnis.

Es gibt zwar eine Mod-Szene, die sich dem Problem angenommen hat, aber Hand aufs Herz: Ich habe doch keine Lust an meinem FIFA herumzudoktern bis es so ist, wie ich es mir wünsche. Zudem haben Konsolen-Kicker auch nichts davon.

12. Wozu ’ne teure Ablöse zahlen…

… wenn man Spieler, deren Verträge bald enden, auch abwerben kann? Diese Philosophie hat meinen FIFA-Manager-Alter Ego immer wieder reich gemacht und so habe ich es auch geschafft binnen weniger Jahren mit 1860 München besser besetzt zu sein als der FC Bayern München.

EA, auch hier wünsche ich mir ein wenig mehr Realismus bitte, denn der FCB, Real Madrid, etc. würden ihre Topspieler eher auf den Mond schießen, als sie ablösefrei ziehen zu lassen.

13. Der passende Bug dazu

Vielleicht ist es ausgleichende Gerechtigkeit, aber nicht jeder Spieler, den ihr nach Vertragsende verpflichtet, kommt auch zu euch, obwohl ihr fortan sein Gehalt bezahlt. Ein Bug sorgt nämlich dafür, dass ab und an ein Spieler dann doch woanders hin wechselt und somit doppelt verdient. Dieser Bug ist auch nicht neu. Den kenne ich bereits seit FIFA15. Behoben wurde dieser bis heute nicht. Wie ich den umgehen kann, weiß ich nicht.

Zusammengefasst…

… ist FIFA17, trotz dieser langen Liste, dennoch ein tolles Spiel und es gibt kein Substitut, das FIFA das Wasser reichen kann. Wäre zwar schön, aber ich setze keine Hoffnung mehr in „Pro Evolution Soccer“ und Konsorten. Es wäre halt schön, wenn in FIFA18 oder durch einen Patch manche Dinge optimiert werden könnten. Ich zweifle zwar dran, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Bildquellen

„cry-1682140_1920“ von Gerd Altmann @Pixabay. Bearbeitet von Juri Kristiansen. Lizenz: CC0 1.0

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