Juri Kristiansen

Zeit sich unbeliebt zu machen! Realtalk vom Büriff.

6 Gründe, warum Netflix Konkurrenz dringend nötig hat!

Wenn wir von Streaming-Diensten sprechen, dann reden wir hierzulande in erster Linie von Netflix. 2014 aus den USA nach Europa gekommen, ist der VoD-Anbieter heute aus den meisten deutschen Wohnzimmern kaum noch wegzudenken. Netflix: Das ist eine Erfolgsgeschichte, ohne wenn und aber!

Doch der Gegenwind für den Branchenprimus wird zunehmend rauher, denn immer mehr Content produzierende Unternehmen haben angekündigt, ihre eigenen Plattformen ins Leben rufen zu wollen – erst Disney, dann auch Warner Bros. Die Folge: Netflix wird in Zukunft auf einige seiner Steckenpferde verzichten müssen, weswegen sämtliche Marvel-Produktionen, aber auch Hits wie Riverdale, Friends oder The Big Bang Theory, bald (Netflix-)Geschichte sein werden.

Tschüss, Netflix!

Zweifelsohne ein paar deftige Nackenschläge für den Streaming-Giganten, jedoch besteht kein Grund zur Panik. Selbst ohne eingekaufte Inhalte sollte das Angebot weiterhin überdurchschnittlich attraktiv bleiben – immerhin verfügt man über namhafte Eigenproduktionen, die zu den populärsten Serien überhaupt gehören.

Etwas Schadenfreude kommt dennoch auf

Ich würde zwar nicht so weit gehen zu behaupten, dass Netflix zu den „Bad Companies“ gehört, dennoch bin ich der Meinung, dass ein kleiner Dämpfer und ein wenig Konkurrenz dem Unternehmen mit Sicherheit nicht schaden würden.

Denn immer mal wieder schafft es der Marktführer seine Abonnenten unnötig zu verärgern. Was genau ich damit meine, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

1. Preispolitik

Seit geraumer Zeit hebt Netflix die Preise sukzessiv an und wie es scheint, haben wir das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht.

Die 10,99€ pro Monat, welche ich momentan bezahle, tun mir (Stand heute!) zwar nicht sonderlich weh. Bedenkt man jedoch, dass ich zukünftig wahrscheinlich noch weitere Streaming-Dienste abonnieren muss, um auf dem Laufenden zu bleiben, könnte es relativ schnell ziemlich teuer werden.

Fußballfans wissen, wovon ich spreche: Man zahlt inzwischen nicht nur teuer Geld für Sky, sondern ebenso für DAZN und Eurosport, sofern man alle Spiele sehen möchte.

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Mehr Mitbewerber könnten einen höheren Preiskampf bedeuten, weswegen ich mich freue, dass schon bald finanzstarke Konkurrenten den Markt aufmischen werden.

2. An app from the hell!

Egal, ob auf dem iPhone, dem Smart-TV oder der Konsole: Die Netflix-App gefällt mir nirgendwo!

Sie ist unübersichtlich, die Menüführung ist unheimlich umständlich, ständig startet irgendetwas ungewollt von selbst und wer nur mal kurz nachgucken möchte, was es Neues gibt, der schmeißt binnen von Sekunden gefrustet die Fernbedienung gegen die Glotze. Netflix hat zwar ein tolles Angebot. Die richtigen Filme und Serien zu finden, macht aber überhaupt keinen Spaß. Da hilft der strunzdumme Algorithmus auch nicht sonderlich weiter, wie das Unternehmen inzwischen schon selbst zugibt.

Pures Chaos!

Mal sehen, wie schön bzw. bedienungsfreundlich die Apps der Anderen werden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Netflix nicht ewig am aktuellen Design festhalten wird, wenn es alle Konkurrenten besser machen sollten.

3. Der Umgang mit Eigenproduktionen

Bevor ich neue Netflix-Produktionen überhaupt eine Chance gebe, warte ich lieber erstmal ab! Zu häufig habe ich Serien angefangen, nur um nach ein paar Folgen zu erfahren, dass sie von jetzt auf gleich abgesetzt werden – selbstverständlich mal wieder mit einem Cliffhanger-Ende. Das kam jetzt nicht nur einmal vor, sondern häufiger. Ein Ärgernis, an welches wir uns wohl oder übel gewöhnen müssen.

Meine Meinung dazu kennt ihr ja: Jede Serie hat ein Ende verdient! Daran ist auch nicht zu rütteln. Gerade der Marktführer sollte das nötige Kleingeld haben, ein Finale in Spielfilmlänge produzieren zu können, damit die Fans nicht blöd in die Röhre gucken müssen.

4. Der Umgang mit den eigenen Kunden

Der Netflix-Support – also falls man ihn überhaupt so nennen kann – ist ein Witz! Trotz dreier Emails habe ich bis heute noch nie eine Antwort erhalten. Andere wiederum beschweren sich über pampiges Servicepersonal, welches sogar teils ausfallend wird. Und auch via Social Media braucht man nicht nach Hilfe oder Informationen zu fragen, da Netflix Twitter eigentlich nur nutzt, um sich selbst gehörig abzufeiern.

Kannst du als Monopolist natürlich so machen. Man kennt es ja von Sky nicht anders. Jedoch wäre es in Zeiten, in denen Streaming-Dienste wie Pilze aus dem Boden schießen, ratsam, ein wenig netter mit seinen (zahlenden!) Kunden umzugehen.

5. Der Umgang mit dem eigenen Personal

Wenn Mitarbeiter um ihre Jobs fürchten müssen, dann findet man das beim Streaming-Giganten offensichtlich gut, denn – ich zitiere – Angst treibt an! Dementsprechend könnt ihr euch vorstellen, wie schön es ist, im Dienste von Netflix zu stehen. Es herrscht eine Kultur der Angst, es heißt „Jeder gegen Jeden“ und auch mit dem Datenschutz nimmt man es scheinbar nicht so genau.

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Schon klar, es gibt auch unzählig viele andere Unternehmen, die ihre Mitarbeiter wie Dreck behandeln. Das muss aber dennoch nicht bedeuten, dass wir das gut finden müssen.

6. Dokus, die man meiden sollte!!!

Netflix hat nicht nur hervorragende Filme und Serien im Angebot, es stehen darüber hinaus auch eine Vielzahl an Dokumentationen zum Abruf bereit. Von denen würde ich allerdings die Finger lassen!

In der Vergangenheit kam es nämlich bereits häufiger vor, dass der Streaming-Dienst journalistisch sehr unsauber gearbeitet hat – beispielsweise bei der einseitigen Darstellung des Steven Averys (Making a murderer) oder der Doku Terrorism Close Calls.

Ich persönlich habe relativ wenig Lust darauf, mich beim Schauen einer Dokumentation ständig fragen zu müssen, ob ich mir die Wahrheit oder doch Fake News reinziehe. Also lasse ich es gleich sein. Leute, wir sind doch hier nicht bei X-Factor: Das Unfassbare mit Jonathan Frakes!

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Die Sympathien verspielt!

Netflix galt mal als cool, doch die Zeiten sind schon lange vorbei – was allerdings nicht bedeutet, dass ich den VoD-Anbieter von nun an meiden werde. Das hat auch einen ganz einfachen Grund: Echte Alternativen gibt es bislang noch nicht!

Sky Ticket hat zwar die ein oder andere sehr gute Serie im Repertoire (4 Blocks, Westworld, Game of Thrones), doch nicht genug um meinen enorm großen Serienhunger komplett zu stillen. Amazon Prime Video hat zwar viel im Programm, die Qualität lässt aber stark zu wünschen übrig. Sicher, Sneaky PeteInto the Badlands oder The Purge haben natürlich viel Freude gemacht, doch sonst siehts leider relativ mau aus.

Es bleibt abzuwarten, wie die Streaming-Dienste von Disney, Warner oder Apple den Markt verändern werden. Ich für meinen Teil glaube zum Gutem! Konkurrenz belebt das Geschäft und wenn Netflix die Nummer Eins bleiben möchte, dann werden sie sich wohl oder übel verbessern müssen – etwas, von dem wir alle etwas hätten.

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4 Kommentare

  1. Stefan Februar 26, 2019

    Sorry, da muss ich kurz mal nachfragen:
    Bei Deinem ersten Argument führst Du an, dass durch mehr Mitbewerber die Kunden jetzt mehr zahlen müssen. Einen Satz später führt der Wettbewerb Deiner Meinung nach aber zu einem Preiskampf. Was denn nun?
    Dein zweiter Punkt mag treffen, ich finde den Algoritmus von Netflix auch nicht gut – dennoch ist die App meilenweit vor Sky (Ticket) und in meinen Augen auch vor Amazon Prime (mehr konnte ich nicht testen).
    Dein dritter Punkt ist subjektiv, da widerspreche ich nicht, sehe es eben nur anders.
    Den Netflix Support habe ich noch nie benutzen müssen und kann das nicht beurteilen, habe aber keinen Grund, Deine Erfahrung in Frage zu stellen. Da scheint echt Luft nach oben.
    Wie das Unternehmen seine Angestellten behandelt scheint in der Tat echt scheisse und unsympathisch. Das ist in der Tat sehr zweifelhaft.
    Die Qualität einzelner Dokus wurde ja schon häufiger in Frage gestellt und diskutiert. Ich bin unentschieden ob ich Netflix‘ prinzipielles Bemühen, eigene Dokus zu senden (bzw. einzukaufen) nicht gut heißen soll, selbst wenn diese nicht immer ausgewogen sind.

    Deiner These möchte ich im Übrigen nicht widersprechen: Netflix bewegt sich in D. vielleicht wirklich auf zu sicherem Boden (auch wenn, so mein Gefühl, von den reinen Kunden Amazon Prime nicht so weit weg sein dürfte?). Konkurrenz würde hoffentlich zu mehr Anstrengung auf Seiten von Netflix führen. Mit einigen Deiner Argumente würde ich aber nicht d’accord gehen.

    • Juri Kristiansen Februar 26, 2019 — Autor der Seiten

      Ich arbeite das mal „step by step“ ab. 😀

      1. Zum Preis: Gesättigte Märkte führen in aller Regel zu sinkenden Preisen. In irgendeinem Feld benötigst du zum langfristigen Überleben eine „Leadership“. Der Anbieter, der nicht mittels Qualität/Content punkten kann, wird somit versuchen, über den Preis Kunden zu gewinnen. Das führt häufig dazu, dass die Mitbewerber zu Teilen oder gar komplett nachziehen werden.

      Nichtsdestotrotz wirst du am Ende des Monats mehr Geld ausgeben, sofern du mehrere Dienste abonnieren willst. Zwei Abos à 10€ sind immer noch teurer als eines für 15€.

      Ob die Kunden letztendlich von Dienst zu Dienst hoppen werden, sich doch nur für einen entscheiden oder gleich mehrere zeitgleich abonnieren wollen, ist von Zielgruppe zu Zielgruppe unterschiedlich. Ich will keine Prognose wagen, wie diesbezüglich die Verteilung sein wird.

      Punkt 2 und 3: Klar, so ein Blogbeitrag ist immer subjektiv. Welche App einem am besten gefällt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Mag sein, dass SkyTicket und Amazon schlechtere anbieten, dann wäre Netflix dennoch nur der Einäugige unter den Blinden. Das geht mMn deutlich besser.

      Summa summarum halte ich daran fest, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Mir wäre bis dato keine Branche bekannt, in welcher sich mehr Anbieter nachteilig für Kunden ausgewirkt hätten.

      Danke für Dein ausführliches Feedback! Ich hoffe, ich lese zukünftig häufiger von Dir.

  2. Christoph Februar 26, 2019

    Da die Streamingdienste ihr jeweils eigenes Repertoire anbieten werden, glaube ich nicht an einen direkten Preiskampf. Ich denke, für mich wird es darauf hinauslaufen, Dienste monatsweise zu nutzen, und zu wechseln.

    • Juri Kristiansen Februar 26, 2019 — Autor der Seiten

      Ich persönlich werde das auch so handhaben und von Dienst zu Dienst „hoppen“. Es gibt aber auch Zielgruppen, die bei weitem nicht so wechselfreudig sind. Diese empfinden das Anmelden, Kündigen, etc. als enorm kompliziert und vermeiden es deshalb. Daher glaube ich nicht, dass sich ein Anbieter einen zu hohen Preis leisten kann.

      Des Weiteren zeigt die Erfahrung: Gesättigte Märkte führen in aller Regel zu sinkenden Preisen. In irgendeinem Feld benötigst du zum langfristigen Überleben eine „Leadership“. Der Anbieter, der es nicht mittels Qualität/Content punkten kann, wird es versuchen, über den Preis Kunden zu gewinnen.

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