Bewerbungen verkacken wie ein Profi

Du willst unter keinen Umständen zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden? Der Büriff hilft dir!

Für gewöhnlich möchte man zu einem Vorstellungsgespräch auch eingeladen werden, wenn man sich auf eine Stelle bewirbt. Doch natürlich gibt es Ausnahmen. Jeder, der mal mit dem Arbeitsamt, der Agentur für Arbeit oder wie der Schuppen gerade auch heißen mag, zu tun hatte, wird vermutlich wissen, wovon ich spreche.

Du hast einen Bachelor, Master oder MBA in der Tasche, sollst dich aber dennoch auf einen Job weit unter deiner Qualifikation bewerben – zu Bezügen, die derart armselig sind, dass man sich für diese nicht mal den Wecker stellen möchte. Arbeit ist Arbeit. Welcher du letztendlich nachkommst, juckt das Jobcenter herzlich wenig. Für die Damen und Herren zählen nur Statistiken.

Der Vorhof zur Hölle.

Jetzt hast du drei Optionen:

  1. Du tust das, was dir aufgetragen wird. Die Folge: Ein lausiger Job mit einer noch lausigeren Bezahlung. Glückwunsch!
  2. Du verweigerst die Bewerbung, wofür du im Gegenzug deine Leistungen gekürzt bekommst. Was ja noch zu verkraften wäre, wenn du dir nicht noch on top das weltfremde Geschwätz deiner vom Leben enttäuschten Sachbearbeiterin anhören müsstest.
  3. Du tust das Richtige! Du schreibst ganz artig deine Bewerbung, jedoch so mies, dass man dich unter keinen Umständen kennenlernen möchte.

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Das mag jetzt auf den ersten Blick ein wenig asozial wirken. Ist es vielleicht auch. Doch im Endeffekt tust du damit allen Beteiligten einen großen Gefallen:

  1. Du trittst keinen Job an, der dich unglücklich macht.
  2. Du nimmst niemandem die Arbeit weg, der sie gerne hätte.
  3. Das Unternehmen hat einen demotivierten Angestellten weniger.
  4. Die Liste deiner Sachbearbeiterin, die beweist, dass du dich absolut vorbildlich um Arbeit bemühst, ist prall gefüllt.

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Das sprichwörtliche „Salz in der Suppe“ ist gefragt!

Das Verkacken von Bewerbungen ist eine Kunst für sich, ein Drahtseilakt, eine Tanz auf heißen Kohlen. Denn wer nicht über ein gewisses Fingerspitzengefühl verfügt, kann sich hierbei schnell die Finger verbrennen.

Schreibst du beispielsweise eine Bewerbung, die sich so liest, als hättest du den IQ eines Straßenschilds, droht dir ein Bewerbertraining oder im Worst Case die Teilnahme einer Maßnahme. Dort bekommst du dann die Möglichkeit, ganz, ganz tolle Dinge zu erlernen: Das kleine Einmaleins, wie du deinen Namen schreibst, wo auf der Karte Deutschland liegt, Schuhe binden, ohne sich dabei ein Auge auszustechen und noch vieles mehr. Yippie!!!

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Ist deine Bewerbung wiederum nicht schlecht genug, könnte es dir passieren, dass dir, entgegen deiner Interessen, dann doch noch eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in deinen Briefkasten flattert. Dort hast du zwar nochmals die Chance, das Ruder rumzureißen, jedoch wäre das mir persönlich viel zu heikel. In Schriftform den Halbdebilen zu mimen, ist das Eine, von Angesicht zu Angesicht das Andere.

So machst du es richtig!

Damit es gar nicht erst so weit kommt, solltest du die folgenden Dinge beim Verfassen deines Anschreibens beachten.

1. Der richtige Opener

  • Wie bist du auf das Unternehmen gekommen?
  • Was hat dich bewegt, die Bewerbung zu schreiben?
  • Warum bist ausgerechnet DU das passende Puzzleteil?

Diese Fragen gehören im Normalfall im ersten Absatz beantwortet. Um einen richtig schlechten Eindruck zu machen, empfehle ich dir folgendes zu schreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf Anraten des Arbeitsamtes bewerbe ich mich bei Ihnen. Da ich mich der stetigen Belastung meiner vorherigen Tätigkeit nicht mehr gewachsen sehe, möchte ich mich zukünftig beruflich umorientieren. Gerne möchte ich Ihnen darlegen, warum mein Profil und die zu besetzende Stelle perfekt zusammenpassen.

Rhetorisch zwar nicht übel, dennoch ein Einstieg aus der Hölle:

  1. Die Personalabteilung sieht sofort, dass du dich nicht aus Eigenmotivation beworben hast.
  2. Diskriminierung ist zwar verboten: Doch wo kein Kläger, da auch kein Richter. Kaum ein Unternehmen wird freiwillig einen Bewerber einstellen, der kurz vorm Burnout steht. In der Absage wird natürlich nichts davon drinstehen.

2. Weniger ist mehr!

Im folgenden gehst du für gewöhnlich auf deinen beruflichen Werdegang ein:

  • Welche Stationen waren wichtig?
  • Inwiefern hast du dich weiterentwickelt?
  • Hast du Erfahrungen gesammelt, die du in deinen neuen Job mit einbringen kannst?
  • Welche Karrierestufe hast du erreicht? Warst du in einer Führungsposition? Hast du im Team gearbeitet?
  • Welche persönlichen Stärken haben dich in deiner bisherigen Karriere ausgezeichnet?

Hier gilt folgende Faustregel: Weniger ist mehr!

Schreib nur das Nötigste. Ratter deine Stationen einfach runter, ohne dich großartig in Details zu verlieren. Je mehr du von dir preisgibst, desto höher ist das Risiko, dass du doch noch etwas erwähnst, was dringend gesucht wird. Das wollen wir nicht!

Sei nichtssagend!

Im Idealfall ist deine Bewerbung so fade, dass du absolut nichtssagend und langweilig rüberkommst, wiederum gerade noch gut genug, dass du keinem negativ in Erinnerung bleibst. Das könnte von entscheidender Bedeutung sein, falls sich das Arbeitsamt nach deiner Bewerbung erkundigen sollte.

3. Eine Frage des Geldes

Glücklicherweise ist es inzwischen Usus, dass du deine Gehaltsvorstellungen vorab angeben sollst. Jeder hat seinen Preis und deiner sollte definitiv zu hoch sein. Fordere am besten roundabout 20% per annum zu viel. Schon bist du raus!

Sind beispielsweise 40.000€ Jahresgehalt üblich, solltest du 48.000 angeben, weil du der Geilste bist.

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Wir fassen zusammen!

Du bist nichtssagend, wirkst demotiviert, nicht belastbar, hast krude Gehaltsvorstellungen… Kurzum: You’re dismissed!

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Dabei solltest du es auch belassen. Es ist nicht notwendig, beispielsweise absichtlich das Geschlecht des Recruiters zu verwechseln, die Form des Anschreibens zu verhunzen oder hier und da einen Rechtschreibfehler einzubauen. Das wäre absolut kontraproduktiv! So wirst du den Leuten lediglich als ein absoluter Vollidiot in Erinnerung bleiben, was sich im Schlimmstfall zum Bumerang entwickeln könnte.

Bedenke: Nicht nur das Jobcenter könnte dir infolgedessen im Nacken sitzen. Es gibt ebenso Branchen, die sehr gut miteinander vernetzt sind. Eine Bewerbung from hell könnte deinen Ruf nachhaltig schädigen, weswegen du es also nicht zu bunt treiben solltest.

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