Bist du etwa ein Nazi?!

Vorsicht vor der Selbstzensur!

»Wenn es um Flüchtlinge, Ausländer oder die AfD geht, setzt bei weiten Teilen der Bevölkerung plötzlich das Denken aus, während es bei großen Teilen der AfD-Anhängerschaft scheinbar niemals richtig angefangen hat.«

Juri Kristiansen aka Der Büriff

Das ist meine Meinung, die ich mir über die letzten Jahre gebildet habe. Eine Vielzahl von Menschen (on- wie auch offline) scheinen in puncto „Umgang mit rechts“ in ihren Dogmen gefangen zu sein. Plötzlich ist da ein Brett vor dem Kopf, wo bislang keines war. Der sonst so weite Horizont reicht nur noch maximal bis zur Nasenspitze. Parolen und Schlachtrufe gibt es anstelle von Argumenten zu hören. Eine sachliche, faktenbezogene Diskussion scheint unmöglich geworden zu sein.

Ich halte diese Entwicklung für gefährlich und bin der festen Überzeugung, dass uns diese Haltung schon bald in die Bredouille bringen wird. Es ist lediglich eine Frage der Zeit.

Daher werbe ich schon seit jeher für einen anderen Umgang mit rechts bzw. der AfD. Und ich werbe nicht nur für ihn, ich lebe ihn auch vor.

Wer mich lange genug liest, der weiß, dass ich selbst in handfesten Diskussionen mit offenen „Patrioten“ mich stets bemühe, nicht die Fassung zu verlieren und des Öfteren meinen Mut zusammenpacke, mich gegen den Mainstream zu stellen, welcher kollektiv (ohne Zweck und ohne Ziel) auf das rechte Lager eindrischt.

Wie ihr seht, ist die Diskussion bei weitem keine neue. Dennoch sind wir als Gesellschaft keinen Schritt vorangekommen.

Lange habe ich mich zu Themen dieser Art nicht mehr geäußert, weil ich der endlos langen und niemals endenden Diskussion überdrüssig war, was sich im Rahmen der Thüringenwahl und dem Rücktritt AKKs geändert hat.

Gemischte Reaktionen und Warnungen sind die Folge

Während die einen meine Courage, offen zu meinen Ansichten zu stehen, loben, halten es andere (Freunde, Mitmenschen und Follower) nötig, mich zu warnen, weil sie es gut mir meinen:

»Juri, ich kenne dich. Ich weiß genau, wie du das meinst und weiß, dass du kein Nazi bist. Aber hast du nicht Angst, dass dich die Anderen für einen Rechten halten werden?«

Eine gute wie auch berechtigte Frage. Denn war es uns Jahrzehnte lang egal, was der Nachbar von nebenan wählt, ist es heute zum KO-Kriterium geworden, ob wir ihm nun Werkzeug leihen wollen oder nicht.

Die Antwort lautet dennoch klipp und klar…

NEIN!

Zwar gehe ich davon aus, dass mich nun, infolge meiner Aussagen, einige Menschen in eine falsche Schublade stecken wollen und werden, aber es muss mir egal sein!

Denn wenn nicht, dann haben wir ein dickes Problem! Dann ist das Szenario, welches Ex-Handballer Stefan Kretzschmar vor gut einem Jahr vorhergesagt hat, endgültig eingetroffen. Eine Prognose, für die er, by the way, richtig hart einstecken musste. Glücklicherweise gab es auch Fürsprecher.

Damit hat er wohl recht behalten.

Wenn wir uns selbst in Wort und Schrift beschneiden, nur aus Angst, geächtet zu werden, dann steht es um die Meinungsfreiheit in unserer Gesellschaft alles Andere als gut.

Das ist Selbstzensur, meine Freunde!

Soweit ist es schon gekommen, dass gewöhnliche Menschen Angst haben müssen, den Mund aufzumachen, weil sie infolge ihrer Aussagen von einem wütenden Mob zerfleischt werden könnten. Was u.a. nicht nur ein Internetphänomen ist. Das gilt auch fürs sogenannte Real Life.

Hast du erstmal den Ruf weg, ein „Nazi“ zu sein, ob berechtigt oder nicht, kannst du dich auf kollektive Ächtung und Benachteiligungen gefasst machen.

Glückwunsch, liebe Weltverbesserer und Rächer der Enterbten, ihr seid genau zu dem geworden, was ihr bekämpfen wolltet. Wenn das eure Definition von Einheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ist, dann will ich sie nicht!

Sehr lesenswerter Text.

Ich merke an mir selbst eine Veränderung!

Geht es ums Politische, so überlege ich inzwischen zwei, drei mal, wie ich etwas verpacken soll, damit es bloss niemand falsch verstehen könnte. Aber machen wir uns nichts vor: Es geht eigentlich nicht!

Und auch Floskeln wie „als nicht AfD-Wähler“ oder „obwohl ich mit der AfD nichts anfangen kann“ gehören inzwischen zu meinem Standardrepertoire. Man muss diese Abgrenzung ja irgendwo unterbringen, damit sich die Menschen den Rest des Satzes noch anhören wollen. Es ist wirklich anstrengend geworden.

Nichtsdestotrotz will ich meinen derzeitigen Kurs (aus Überzeugung!) beibehalten, auch wenn er meinem Image bzw. Reputation schaden wird. Ich sehe es einfach nicht ein, mich in meinem Grundrecht, mich frei äußern zu dürfen, beschneiden zu lassen – kurioserweise von Menschen, die proklamieren, eben diese Werte schützen zu wollen.

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Aus Gründen hier. Dein Gefährte durch Raum und Zeit. Dein Pferdefreund zum Busenstehlen. Der Büriff.

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