Blackout: Ein nicht gehaltenes Versprechen

Warum die Blackout-Beta mich enttäuscht hat und was ich mir vom neuen "Battle Royale"-Modus erwartet habe, lest ihr hier!

Eines steht fest: Battle Royale ist King!

Fortnite oder PUBG dominieren gegenwärtig den Shooter-Markt und somit war es nur eine Frage der Zeit, bis die etablierten Platzhirsche Call of Duty und Battlefield einen Battle-Royale-Spielmodus nachlegen würden. Gesagt, getan! Bei Activision nennt sich der Spaß Blackout, bei Electronic Arts Firestorm.

Doch während wir im Falle Firestorms leider noch auf eine spielbare Version warten müssen, hatten wir nun die Möglichkeit, Blackout in einer „private Beta“ zu testen. Selbstverständlich habe ich mir diese Chance nicht nehmen lassen, denn meine Erwartungen an Activisions ersten Battle-Royale-Titel waren hoch.

Offensichtlich etwas zu hoch, denn Blackout hat mich überraschenderweise nicht wirklich überzeugen können. Lest im folgenden Beitrag, was mir nicht gefallen hat und welche Verbesserungen ich mir für den Modus wünsche.

1. Nicht schön anzusehen

Call of Duty fühlt sich in der Regel nicht nur verdammt gut an, es sieht auch, seit dem Erscheinen von Advanced Warfare, immer sehr schön aus. Umso verdutzter war ich, als ich das erste mal Blackout gestartet habe, denn grafisch erinnert mich das Game eher an PUBG als an Call of Duty WWII.

Das hat mich schon sehr enttäuscht. Allein schon diese Hände, während ich noch keine Waffe trage. Total billig! (siehe Video)

Klar, es ist schon etwas Anderes, wenn ich eine kilometergroße Battle-Royale-Karte anstatt einer kleinen Multiplayer-Map in Szene setzen muss, doch erst kürzlich hat EA mit Battlefield 5 gezeigt, dass dies trotz einer Beta möglich ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Blackout sieht in meinen Augen nicht wirklich wertig aus und ich will darüber hinaus behaupten, dass man die Karte mit Sicherheit ein wenig liebevoller hätte gestalten können. Da war wirklich mehr drin, Treyarch.

2. Kämpfer mit Schwerbehinderten-Ausweisen

Ein Hörschaden ist etwas Schlimmes und das wünscht man niemandem; erstrecht nicht der Figur, welche man in einem Videospiel steuert. Aber genau das Problem hat man beim Zocken von Blackout.

Man hört seine Gegner zwar wunderbar, vielleicht sogar etwas zu gut, aber dummerweise kann man dafür nur schwer lokalisieren, woher sie kommen, wie weit weg sie sind oder auf welchem Stockwerk sie sich gerade befinden. (siehe Video)

Was ich damit sagen will: Die Vertonung des neusten Call of Dutys ist absolut grausam. Gut, dass angekündigt wurde, dass man sich diesem Problem widmen möchte.

3. Alles sehr fummelig

Türen öffnen, Türen hinter sich schließen, Gegenstände aufheben, vor allem von besiegten Gegnern, etc. Das alles fühlt sich ungewohnt kacke und umständlich an, was gerade in hektischen Situationen mehr als hinderlich ist.

Auch das muss bis zum Release unbedingt intuitiver vonstattengehen, denn in diesem Punkte liegt Blackout sogar deutlich hinter PUBG oder H1Z1.

4. Unnötig umständlich

Call of Duty lebt von seiner Geschwindigkeit und gerade dieses überladene Inventar, welches stark an PUBG erinnert, bremst das Spielerlebnis immens aus.

Hierbei hätte ich mir gewünscht, dass man sich Fortnite zum Vorbild genommen hätte: Waffen und Gegenstände sind in Epics Battle Royale Shooter zügig gewechselt, weswegen man nur seltenst über den Haufen geballert wird, während man sein Inventar sortiert oder mühsam den besiegten Gegner lootet. (siehe Video)

Auch die Fülle an Waffenaufsätzen machen Blackout nicht gerade unkomplizierter. Zum einen gibt es meines Erachtens zu viele, zum anderen dauert das Anbringen/Abmontieren deutlich zu lange. Daran möchte man aber laut Treyarch noch arbeiten.

5. Was können die einzelnen Waffen?

Gute Frage, denn sagen tut es dir keiner. Durch das Spielen einiger Shooter habe ich zwar eine ungefähre Vorstellung, wie sich welches Kaliber im Gefecht verhalten wird. Nichtsdestotrotz hätte es nicht geschadet, wenn man im Inventar, ähnlich wie bei Fortnite, die Werte (z.B. Reichweite, Schaden, usw.) der einzelnen Gewehre aufgeführt hätte. So könnte man die Waffen objektiv miteinander vergleichen und sich folglich leichter für das „richtige“ Schießeisen entscheiden.

Ferner hoffe ich, dass es in der finalen Fassung einen Schießplatz oder Trainingsparkour geben wird, wo man ein wenig üben kann.

6. Panzerungen from hell!!!

Genauso wie bei PUBG muss man in Blackout neben Waffen auch kugelsichere Westen finden, um mehr einstecken zu können.

Positiv: Im Gegensatz zu PUBG belässt es der neuste Call of Duty-Ableger lediglich bei einer Weste. Man muss also nicht zusätzlich Helme, Schuhe oder schlag mich tot finden.

Negativ: Diese Westen (vor allem die der Stufe 3) sind sowas von overpowered, dass selbst ein minderbegabter Sims-Spieler spielend leicht jedes Duell für sich entscheiden kann. Das aber auch nur, bis diese kaputt ist. Etwas, worüber dich das Spiel nicht wirklich in Kenntnis setzt. Bei PUBG hat jeder Ausrüstungsgegenstand einen Lebensbalken, bei Blackout habe ich etwas Vergleichbares nicht gesehen.

Da die Mehrzahl an Spielern gerade an diesem Punkt Kritik geäußert hat, hat Treyarch bereits angekündigt, dass die Westen der Stufe 2 und 3 generft werden und eine Rüstungsanzeige hinzugefügt wird.

7. Ein CoD ohne Perks, wäre kein CoD!

Leider… Denn selbstverständlich kannst du auch in Blackout unzählig viele Perks finden, die dir in der Partie temporär einen Vorteil verschaffen. Durch „Skulker“ bewegst du dich geduckt und im Liegen schneller, „Dead Silence“ reduziert die Lautstärke deiner Schritte, usw.

Sicherlich sind diese ein taktisches Element, die dem Titel ein Alleinstellungsmerkmal verleihen. Auf der anderen Seite halte ich persönlich – also ganz subjektiv! – Perks in einem Battle Royale-Modus für völlig deplatziert.

Auch die Art und Weise, wie man die einzelnen Perks auswählt… Junge, Junge… Liebe Blackout-Macher, nehmt mal 50€ in die Hand und spielt ne Runde Far Cry! Mit den Waffenrädern kann man herrlich unkompliziert, zudem noch superschnell, Waffen, Spritzen oder Gegenstände nutzen, ohne wertvolle Zeit in Menüs zu vergeuden.

Bitte klaut diese Idee! Lieber gut geklaut, statt schlecht selbstgemacht! Die Spieler werden es euch danken.

8. First Person?

Klar, Call of Duty ist seit jeher ein First Person Shooter. Doch hätte man mit Blackout nicht vielleicht neues Terrain erkunden können?

Total abwegig ist die Frage ja nicht: Die dritte Person verschafft dem Spieler deutlich mehr Übersicht und schafft zudem neue taktische Elemente, die in einem Battle Royale Shooter nicht gerade unwichtig sind.

Mein Fazit

Der Hype um Blackout ist relativ groß. In der Szene kam die Beta richtig gut an, was mich persönlich doch sehr überrascht. Denn ich hatte mir deutlich mehr erwartet und die Hoffnung, dass ein so großer wie auch etablierter Publisher wie Activision etwas Revolutionäres raushaut.

Man hatte genügend Zeit, die Konkurrenz zu beobachten und aus den Fehlern der Anderen zu lernen. Man hat den finanziellen Background, richtig geile Arbeit abzuliefern. Doch stattdessen bietet die Beta Einheitsbrei auf mittelmäßigem Niveau, der sich von den Mitbewerbern nur in einem Punkt unterscheidet: Perks! Ein Alleinstellungsmerkmal, das in meinen Augen mehr Fluch als Segen ist.

Wie bereits im Beitrag erwähnt, wird die ein oder andere Kinderkrankheit bis zum Release beseitigt werden, dennoch würde ich mir Blackout (Stand jetzt) nicht zulegen wollen.

Was meint ihr? Gehe ich mit dem neuen Modus zu hart ins Gericht oder seid ihr genauso enttäuscht, wie ich es bin? Schreibt mir!

Bildquellen

„Call-of-Duty-Black-Ops-4-180518-004“ von Instacodez @Flickr. Bearbeitet von Juri Kristiansen. Lizenz: Public Domain Mark 1.0

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