Büro: Das große Fressen

Im Büro von heute wird den ganzen Tag geschnibbelt, gehackt, tranchiert, gehäckselt und so weiter. Ich kann es nicht mehr ertragen!

Ich hatte mal das Vergnügen, in einem Großraumbüro zu arbeiten und ich habe es gehasst! Nicht nur, dass immer irgendwer am labern ist und man demzufolge nicht mal mehr seine eigenen Gedanken hören kann, so ein Büro ist auch nichts Anderes als eine überdimensionale Petrischale, in welcher die todbringendsten Seuchen kursieren. Das Schlimmste allerdings: Diese ständige Völlerei.

Denn es reicht ja nicht, dass so ein Büro, in dem eigentlich gearbeitet werden soll, über eine Chillout Lounge, einen Creative Room oder einen Kickertisch verfügen muss. Nein, natürlich muss der Arbeitgeber von heute, zum Wohle seiner Angestellten, diese dämliche Work/Life-Balance wahren und dementsprechend sogar eine verfluchte Küche ins Büro packen. Am besten eine offene! Soviel ist sicher. Man will ja ein stylischer Arbeitgeber sein.

Tschüss, depressives Büro! Hallo, IKEA-Erlebniswelt!

Und so wird den ganzen Tag geschnibbelt, gehackt, tranchiert, gehäckselt… Es ist zum wahnsinnig werden! Man kommt sich beim Arbeiten beinahe so vor, als wäre man bei den verdammten Topfgeldjägern zu Gast. Ich gehe von Tisch zu Tisch, sie alle, sie sind am fressen, während sie hohl auf ihre Monitore starren, in der einen Hand die Computermaus, in der anderen das Avocado-Vollkornbrötchen vom Biobäcker, verfeinert mit frischer Petersilie.

Du bist, was du isst. Du bist also VIEL!!!

Und das ist das Allerschlimmste: Weil ja Tag für Tag, von morgens bis abends, gestopft wird, als wäre das ganze Jahr Weihnachten, muss man ja irgendwann mal damit anfangen, darauf zu achten, was man so isst. Denn, so habe ich mir sagen lassen, wenn man das Richtige isst, dann wird man ja gar nicht fett!

Wird sich also noch zu Beginn ein Kinder Country nach dem anderen reingepfiffen, wird die Schokolade früher oder später durch Reiswaffeln ersetzt. Daher auch der Terminus „Reiswaffelbitches“. Also leicht pfundige Damen, oralfixierter, als es jeder Raucher oder hängengebliebene Schnullerträger je sein könnte, die sich ständig nebenher Nahrung reinstopfen müssen.

Und in was für einer Lautstärke… Im Büro kam ich mir nicht selten so vor, als wäre ich von einem Rudel ausgehungerter Hyänen umgeben, die acht Stunden am Tag Löwenjungen zerfleischen. Irre!

Fressen ohne Sünde: Die Reiswaffel

By the way: Motzt ihr nochmal, dass ich einmal pro Stunde eine rauchen gehe! Eure Völlerei plus Beschaffung und Vor- und Nachbereitung von Speisen frisst genauso viel Arbeitszeit.

Dafür stinken Raucher aber!

Wisst Ihr, was wirklich stinkt? Fisch!

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Ja, ich komme mittags ins Büro (der Ort, an dem wir Kunden empfangen) und es riecht wie zwischen den Beinen einer obdachlosen Hafenhure, weil sich die Kollegen im REWE nebenan mal wieder Fisch gekauft haben, welchen sie gleich genüsslich mit Pellkartoffeln sowie Meerrettich in der Chillout Lounge vernaschen wollen.

Leute, erzählt mir bitte nichts von Gestank, solange ihr das Office Tag für Tag in einen Nordsee verwandelt.

Zigaretten sind Räucherstäbchen zum Mitnehmen. Wissen viele nicht.

Wo kommen wir denn hin, wenn wir alle im Büro das tun würden, was wir am liebsten machen?

Frau K. liebt ihre Haustiere. Soll sie doch gleich ihren kompletten Streichzoo mit zur Arbeit bringen! Herr E. liebt frischen Honig. Eine Imkerei im Kopierraum macht sich bestimmt auch nicht schlecht.

Wir lernen: Wenn jeder das macht, was er will, dann wird das Büro schneller zum Irrenhaus, als man denkt. Also noch irrer, als es ohnehin schon ist. Eine Klapsmühle für die Generation Y, die in irgendwelchen drittklassigen Karriereblogs gelesen hat, wie man bestmöglich seine Work/Life-Balance optimiert. Es ist ohnehin nicht so leicht, hochkonzentriert in einem Großraumbüro zu arbeiten. Wenn wir jetzt noch anfangen, unseren Arbeitsplatz zu einem Freizeitpark umzubauen, können wir es auch gleich sein lassen und unseren Kaffee schon morgens mit Baileys frisieren.

Büro ist Krieg und kein verdammter Streichelzoo!!!

Denn wir sollten eines nicht vergessen: Was der eine toll findet, geht dem anderen möglicherweise ziemlich gegen den Strich und je größer das Büro, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass die Vorstellungen, Wünsche und Befindlichkeiten der Kollegen nicht dieselben sind.

Also lasst uns doch beim Altbewährten bleiben. Unsere Eltern haben ja auch ihren Arbeitstag ohne offene Küche, Chillout Lounge und den anderen Schmu überlebt. Denkt mal drüber nach.

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Aus Gründen hier. Dein Gefährte durch Raum und Zeit. Dein Pferdefreund zum Busenstehlen. Der Büriff.

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