Das Handshake-Paradoxon

Warum wir uns die Hände reichen und warum wir es lieber lassen sollten.

Wisst ihr eigentlich, warum wir uns zur Begrüßung die Hände reichen? Wenn nicht, dann jetzt aufgepasst.

Heute kaum vorstellbar, war früher das Tragen von Hieb- und Stichwaffen keine unübliche Sache. Um Fremden zu zeigen, dass man unbewaffnet ist, reichte man ihnen zur Begrüßung die rechte Hand. So konnten sich beide Seite vergewissern, dass das Gegenüber keine Waffe in der Hand hält oder im Ärmel versteckt.

Dass man sich bei diesem Brauch ausgerechnet die rechte Hand gibt, ist keine Willkür, denn die Mehrheit der Menschen sind, damals wie heute, Rechtshänder und würden demnach eine Nahkampfwaffe mit rechts führen bzw. einsetzen.

Nur so nebenbei: Aus dem gleichen Grund – also, um zu zeigen, dass wir unbewaffnet sind – hat sich das Winken etabliert.

Back to the future

Heute ist bei uns das Mitführen der meisten Waffen zwar verboten, aber nichtsdestotrotz bleiben wir diesem Brauch, als Zeichen der Freundschaft, treu. Im Businessleben ist ein fester Händedruck das A und O, unsere Freunde begrüßen wir mit nem Handshake und wenn etwas Geiles passiert, geben wir uns ein High Five, ne Flosse oder ne Brofist. Funfact: Je besoffener wir sind, desto häufiger machen wir das auch.

Alles lieb gemeint, aber nichtsdestotrotz total am Sinn der Sache vorbei.

Warum Händeschütteln Humbug ist

Die Menschen um mich herum geben reihenweise das Rauchen auf, weil keiner von ihnen Bock hat, an Krebs zu erkranken. Viele schwimmen auch nur da, wo sie den Grund des Wassers auch sehen können, aus Angst von einem Hai gefressen zu werden. Andere wiederum wählen fragwürdige Parteien, weil sie befürchten, Opfer eines Terroranschlags zu werden.

All diese Bedrohungen sind zwar real, aber statistisch gesehen, sind sie eher zu vernachlässigen. Die größte Gefahr für Leib und Leben geht nämlich von etwas viel Heimtückischerem und Subtilerem aus – nämlich Viren und Bakterien.

Testet euch selbst!

Wie häufig im Jahr nehmt ihr physischen Schaden, etwa durch Schlägereien, Unfälle beim Sport oder im Verkehr oder gar Terroranschläge? Ich komme hier auf 0.

Hingegen bin ich, wie die meisten anderen auch, mindestens ein mal pro Jahr erkältet. Und das kommt nicht von ungefähr. Das hat man in der Regel einem Dritten (Seuchenvogel!) zu verdanken.

Und wie verbreiten sich Viren und Bakterien? Eben. Durch Tröpfcheninfektionen, Schmierinfektionen, aber vor allem durch Körperkontakt, wie z.B. durch das Händeschütteln.

Gerade in Zeiten von Impfgegnern und deren Masern-Partys (oder anderem „modernen“ Kladderadatsch) hätte ich persönlich mehr Angst vor einer Pandemie als vor dem IS.

Es ist paradox!

Auch wenn es etwas lächerlich klingen mag, aber deine Hände sind in der heutigen Gesellschaft deine mit Abstand mächtigste Waffe. Und nicht, weil du so starke Arme oder zwei eisenharte Fäuste hast, sondern weil deine Hände Viren- und Bakterienschleudern sind.

Historisch gesehen, war das mit dem Händeschütteln vielleicht mal ne sinnvolle Sache, aber in der heutigen Zeit sollten wir uns von diesem Brauch besser verabschieden. Denn gibst du als Geste der Freundschaft und Zeichen, dass du unbewaffnet bist, anderen die Hand, nimmst du in Kauf, sie krank zu machen und ihnen mehr oder minder zu schaden. Du erzielst also den Gegeneffekt.

Und das, meine freundlichen Freunde, ist es: Das Handshake-Paradoxon

Bildquellen

büro-geschäft-geschäftlich-227169″ von Gerd Altmann @Pixabay. Bearbeitet von Juri Kristiansen. Lizenz: CC0 1.0

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