Den Hype nicht wert!

The Last of Us ist ein Meisterwerk, aber leider kein gutes Spiel.

The Last of Us ist einer der größten Lieblinge der Fachpresse: Eine Metascore von sage und schreibe 95, 90% von der Gamepro und selbst von den überkritischen Redakteuren vom Onlinemagazin 4Players gab es im Testbericht 92%. Alle Welt ist sich einig: Das Action Adventure aus dem Hause Naughty Dog gehört zu den besten Spielen, die es jemals zu kaufen gab. Die Fanbase sieht das offensichtlich nicht anders, weswegen der „PlayStation Only“-Titel bereits 17 Millionen mal über die Ladentheke ging.

Der einzige, der das nicht so sieht, bin mal wohl wieder ich!

Ich verstehe zwar, wo der Hype um das Game herkommt, nichtsdestotrotz hatte ich derart wenig Spaß mit dem Spiel, dass ich The last of Us nach nur einem Drittel der Kampagne deinstalliert habe.

Warum, lest ihr im folgenden Beitrag.

Ich kann den Hype verstehen!

The Last of Us bietet uns einen Einstieg vom Feinsten. Einzig das großartige Bioshock (meiner Meinung nach eines der besten Videospiele aller Zeiten) kann da mithalten. Sonst habe ich etwas Vergleichbares noch nie gesehen.

Die Inszenierung stimmt, die hervorragende Story weiß zu packen, lebhafte Dialoge, eine wunderschöne Grafik, eine ungewöhnlich hohe Bildwiederholungsrate, usw.

Ich könnte ewig so weiter machen. Man kommt in den ersten Spielminuten aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus, denn The Last of Us ist in puncto Atmosphäre und Spieltiefe ein Meisterwerk, welches seinesgleichen sucht. Dafür werden Spielekonsolen gemacht! Wirklich fabelhaft.

Stark angefangen, stark nachgelassen

Auf den fulminanten Einstieg folgt dann eine Schleichmission, was ich ganz cool finde, denn ich schleiche gerne. Ich habe zig Teile der Hitman-Reihe durchgezockt und auch Dishonored habe ich gemeistert, ohne nur eine einzige Wache zu töten. Der Büriff ist nun mal ein fucking Silent Assassin, keine Frage.

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Das hat Spaß gemacht! Wie geht es weiter? Mit schleichen. Okay, und was kommt danach? Eine Schleichmission. Und dann? Ihr könnt es euch wahrscheinlich denken: Es wird, warum auch immer, munter weitergeschlichen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das Missionsdesign von The Last of Us ist alles andere als abwechslungsreich und wird dementsprechend relativ schnell langweilig.

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Ständig der gleiche Einheitsbrei: Wir pirschen durch ein Schlauch-Level nach dem anderen und versuchen dabei, den grenzdebilen Gegnern aus dem Klonlabor aus dem Weg zu gehen – was überaus häufig gelingt, weil es nicht wirklich schwer ist.

Und falls wir dann doch entdeckt werden, ballern wir unsere Widersacher, wenn es denn sein muss, kurzerhand über den Haufen. Auch das ist nicht sonderlich anspruchsvoll, da weder die Infizierten noch die Wachen sonderlich an ihrem Leben zu hängen scheinen.

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Dennoch versuche ich, Kämpfe eher zu vermeiden. Zum einen, weil die Munition in der Apokalypse relativ rar ist, zum anderen, weil es sich in Naughty Dogs Survival Horror ziemlich kacke anfühlt, das Schießeisen in die Hand zu nehmen.

Die Schusssteuerung von The Last of Us ist nämlich von derer eines Gears of Wars meilenweit entfernt. Da kommt nur wenig Freude auf. Das Gleiche gilt ebenso für die waffenlosen Kämpfe, welche mich schon fast ein wenig an die guten, alten SNES-Zeiten zurückerinnern – so spartanisch sind die. Man muss muss nicht mehr tun, als stupide auf ein, zwei Tasten zu kloppen und schon haben wir alles und jeden kurz und klein geschlagen.

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Müssen wir dabei Schläge blocken? Nein. Ausweichen? Nö! Joel ist ein derart knallharter Hund, den stört es nicht, den ein oder anderen Schwinger auf Fressbrett zu bekommen. Und kontern? Fehlanzeige! Wir sind doch nicht bei Assassin’s Creed!

Den Hype nicht wert!

Bei allem Positiven, was es über The Last of Us zu sagen gibt, vermisse ich leider eines: Ein gescheites Videospiel!

Man hat sich bei Naughty Dog scheinbar nur um die Story, die Inszenierung oder die Atmosphäre Gedanken gemacht, dabei allerdings versäumt, The Last of Us mit ein paar vernünftigen Spielmechanismen auszustatten, was das Game letztendlich relativ zügig langweilig werden lässt.

Ich hätte mir beispielsweise deutlich mehr Abwechslung beim Missionsdesign gewünscht. Ich schleiche zwar gerne, jedoch möchte ich hin und wieder auch mal etwas Anderes tun. Des Weiteren halte ich weder das Kampfsystem noch die Intelligenz der Gegner für zeitgemäß – selbst für 2013. Und mit dem total unnötigen wie auch rudimentären Crafting-System will ich gar nicht erst anfangen. Das ist einfach nur für die Tonne.

Joel, ich glaube, der Büriff mag uns nicht.

Ehrlich gesagt kann ich kaum verstehen, wie das Spiel zu derart hohen Bewertungen gekommen ist. Wird normalerweise auf den größten Nichtigkeiten herumgeritten (liebe Grüße an 4Players), werden die eklatanten Schwächen von The Last of Us willfährig ignoriert. Hat man sich vielleicht von der hervorragenden Inszenierung und der packenden Geschichte blenden lassen? Das bleibt wohl eine Frage für die Philosophen.

Für mich jedenfalls ist The Last of Us nicht mehr als ein durchschnittliches Action Adventure in einem überaus schicken Gewand. Vielleicht wird der Nachfolger, welcher Gerüchten zu Folge im September erscheinen wird, eine Schippe drauflegen können. Ich hoffe es, denn das Potenzial ist definitiv da.

Disclaimer: Auch wenn ich häufig mit den Testresultaten von 4Players nicht einverstanden bin, gehört das Magazin zu meinen liebsten. Mir liegt es fern mittels dieses Beitrages, die hervorragende Arbeit der Redaktion zu schmälern.

Bildquellen

„TLOURemastered-KeyArt“ von PlayStation Europe @Flickr. Bearbeitet von Juri Kristiansen. Lizenz: CC BY-NC 2.0

„The Last of Us™ Remastered“ von Vlad [T] @Flickr. Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

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