Der BVB: Das beste Team der Liga?

Marco Reus spuckt vor Saisonbeginn ziemlich große Töne. Mal sehen, was an seinen Behauptungen dran ist.

Beim BVB zeigt man sich selbstbewusst: Aki Watzke hat die Meisterschaft als Ziel ausgerufen, Kapitän Marco Reus bläst ins gleiche Horn und setzt mit seiner Begründung »Weil wir die beste Mannschaft haben.« noch einen drauf.

Grund genug für mich, die beiden Teams mal miteinander zu vergleichen. Mal sehen, was an der Behauptung dran ist. Was nun folgt, ist natürlich nur mein subjektiver Eindruck.

Die erste Elf des BVB

Die Stammelf der Dortmunder hat sich auf drei Positionen geändert.

Mit Nico Schulz hat man einen soliden Nachfolger für den alternden Marcel Schmelzer gefunden. Zwar wird der Ex-Hoffenheimer nicht selten von einigen Fans ein wenig belächelt, doch meiner Meinung nach zu unrecht. Klar, Schulz ist kein Weltstar und wird höchstwahrscheinlich auch nie einer werden, jedoch hat er bei Hoffenheim wie auch in der Nationalmannschaft mehr als einmal bewiesen, dass er liefern kann.

Weniger Diskussionen sollte es um Mats Hummels geben, welcher in der folgenden Saison Abdou Diallo ersetzen wird und auch Julian Brandt sollte über jeden Zweifel erhaben sein. Der Ex-Leverkusener ist in meinen Augen ein gleichwertiger Ersatz für den nach London abgewanderten Christian Pulisic.

Mit einer Wertung 4,09 Sternen ist der BVB meiner Einschätzung nach sehr gut aufgestellt und auf nationaler Ebene definitiv konkurrenzfähig. Das anvisierte Saisonziel (Meisterschaft) klingt also nicht unrealistisch. International könnte, so denke ich zumindest, das Viertelfinale der Champions League drin sein.

Der Kopf der Mannschaft ist und bleibt Marco Reus. Mit Jadon Sancho verfügt der BVB über ein sehr großes Talent, welches trotz seines jungen Alters schon immens weit ist, und Axel Witsel gilt als einer der besten Mittelfeldspieler der Bundesliga.

Was hätte nicht alles aus ihm werden können, wenn er nicht ständig verletzt wäre?

Der einzige Mittelklassespieler in der Startelf der Borussen ist meines Erachtens Thomas Delaney. Sicherlich kann er in einem gut funktionierenden Kollektiv aufblühen. Das hat er letztes Jahr ja bewiesen. Dennoch halte ich ihn nicht unbedingt für einen Spieler, der den Unterschied machen kann oder wird.

Die erste Elf des FCB

Hat man im Pott schon längst seine Transferplanung abgeschlossen, ist man in Bayern noch fleißig auf der Suche, weswegen bislang nur ein neuer Name die Startaufstellung des Rekordmeisters ziert. Dieser lautet: Lucas Hernandez. Weltmeister, Innenverteidiger, aber auch auf der Außenbahn einsetzbar. Ein großartiger Transfer, wie ich meine.

Da weder ich noch Marco Reus in die Zukunft schauen können, muss also der aktuelle Kader für meinen Teamvergleich herhalten – wohlwissend, dass noch zwei, drei neue Spieler kommen werden.

Mein Eindruck von der Bayern-Startelf wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gerade allen schmecken, weshalb ich mich an dieser Stelle erklären möchte.

Ja, Manuel Neuer ist nicht mehr der Alte, dennoch immer noch einer der besten Torhüter der Welt. Punkt. Mit Alaba sowie Kimmich hat sich der FCB die Dienste der so ziemlich besten Außenverteidiger, die man für Geld kaufen kann, gesichert und auch die Innenverteidigung kann sich durchaus sehen lassen. Lucas Hernandez hat in Madrid jahrelang auf hohem Niveau gespielt, Süle ist zwar stark, aber bei weitem noch nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen.

Manch einer wird sich beim Anblick der Tabelle fragen, warum ich Joshua Kimmich als Star der Mannschaft sehe. Die Erklärung: Er spielt immer, liefert immer und ist darüber hinaus polyvalent einsetzbar. Ich bin ein sehr großer Fan vom ehemaligen Leipziger.

Nicht nur ein kompletter Fußballer, sondern zugleich eine Kampfsau. Ich liebe diesen Typen!

Die Offensive der Bayern ist auf dem Papier sehr stark. Ich denke dennoch, dass für Gnabry wie auch Coman noch Luft nach oben ist. Mit Robert Lewandowski verfügt der FCB über einen der besten Neuner unserer Zeit.

Zwischenfazit: Vorteil FCB

Alles in allem muss ich Marco Reus (auf den ersten Blick) widersprechen. Die Kluft zwischen dem FCB und BVB ist zwar kleiner geworden, dennoch denke ich, dass auf dem Papier die Bayern über die bessere erste Elf verfügen.

Thomas Muller Eyebrows GIF by FC Bayern Munich - Find & Share on GIPHY

Schauen wir uns im zweiten Schritt mal die Ersatz- bzw. Ergänzungsspieler an. Mal sehen, ob ich meine Meinung im Anschluss revidieren werde.

Hierfür werde ich lediglich die Spieler in Betracht ziehen, die in der Vergangenheit regelmäßig zum Einsatz kamen oder aller Voraussicht nach in der folgenden Saison regelmäßig auflaufen werden.

Die zweite Garde

Kaum zu glauben, aber wahr: Der BVB ist auf der Bank besser besetzt als die Bayern. Ein absolutes Novum.

Das hat zwei Gründe: Die Dortmunder haben sich effektiv verstärkt, während der FCB auf dem Transfermarkt bislang größtenteils untätig war. Des Weiteren hat der Rekordmeister das Problem, dass einstige Stars (Boateng, Müller oder Perisic) nicht mehr so stark performen, wie sie es in der Vergangenheit taten und diverse Talente noch nicht so weit sind, dass sie ein gleichwertiger Ersatz für Kimmich, Thiago oder Lewandowski sein könnten.

2014 noch Weltmeister, heute ein Schatten seiner selbst.

Arp z.B. kommt aus der zweiten Bundesliga, Davies hat bis dato kaum eine Partie absolviert, Pavard verfügt zwar über ein großes Potenzial, muss seine Qualitäten jedoch erst noch unter Beweis stellen (Ja, ich weiß, dass er Weltmeister ist!) und Renato Sanches bleibt seit Jahren hinter seinen Erwartungen zurück.

Fazit

Michael Zorc hat ganze Arbeit geleistet, während Hasan Salihamidzic die Transferphase (Stand heute) völlig verpennt hat. Die Folge: Der BVB ist mit dem FCB absolut auf Augenhöhe.

Vom besseren Team kann allerdings nicht die Rede sein. Ich denke, in einem direkten Aufeinandertreffen sollten die Borussen gegen den deutschen Rekordmeister nach wie vor den Kürzeren ziehen. Vorausgesetzt: Der FC Bayern kann aus dem Vollen schöpfen! Und daran könnte es hapern.

Das Verletzungspech hat bereits die letzte Saison entschieden. Solange Marco Reus fit war, galt der BVB als unschlagbar und stand für viele Fans sowie Experten als Meister vorzeitig fest. Erst als der Ausnahmekönner ausfiel, begann die Talfahrt der Schwarz/Gelben.

Ich will nicht sagen: Ich habe es gesagt! Aber ich habe es gesagt! 😛

Hat man in Dortmund aus der letzten Spielzeit gelernt, zeigt man sich in München scheinbar beratungsresistent. Die Bayern verfügen über sehr viele verletzungsanfällige Akteure, für gescheiten Ersatz ist allerdings bislang nicht gesorgt – was den Münchnern letztendlich das Genick brechen könnte.

Des Weiteren will ich abschließend noch betonen, dass Namen keine Titel gewinnen! Individuell ist der FC Bayern zwar ein wenig besser besetzt, doch ein Trainer, der Zustand der Mannschaft, die Team-Chemie, der Saisonverlauf, uvm. sind ebenso entscheidend.

Heute ging’s lediglich um Marco Reus‘ These, die sich meiner Einschätzung nach als falsch herausgestellt hat, morgen wiederum gebe ich meine Saison-Prognose ab, die deutlich mehr Faktoren einbeziehen wird.

Hilf dem Büriff und verkünde seine frohe Botschaft!
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Email this to someone
email

Aus Gründen hier. Dein Gefährte durch Raum und Zeit. Dein Pferdefreund zum Busenstehlen. Der Büriff.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.