Der FCB: Ein Talent-Friedhof?

Der FC Bayern gilt als Endstation für aufstrebende Talente. Handelt es sich dabei um einen Mythos oder die Wahrheit? Ich bin der Sache mal auf den Grund gegangen.

Es wird immer wieder behauptet, dass der FC Bayern München eine Endstation für aufstrebende Talente sei. Beispiele dafür gibt es zu genüge: Breno, Sinan Kurt, Renato Sanches, uvm. Allesamt sind sie beim FCB gescheitert, woraufhin in den meisten Fällen ein Karriereknick folgte.

Und auch in der Jugendarbeit bleibt die Ausbeute überschaubar: David Alaba war der letzte Sprössling, der sich langfristig durchsetzen konnte. Neun Jahre ist es inzwischen her (am 10. Februar 2010), dass der Österreicher sein Debüt im Dress der Roten feiern durfte.

Eines der größten Geschenke van Gaals: David Alaba.

Trotz aller genannten Beispiele halte ich das Image des Talent-Friedhofs Bayern München für nicht gerechtfertigt. Mag zwar sein, dass nur ein paar wenige von vielen ihr Glück beim deutschen Rekordmeister finden, dennoch gab es in den vergangen Jahren sehr wohl einige Jungspieler (meiner Definition nach: 23 Jahre und jünger), die es geschafft haben, auf Dauer Fuß zu fassen, obwohl sie lediglich als Perspektivspieler eingekauft worden sind.

Joshua Kimmich

Was viele nicht wissen: Joshua Kimmich ist insgeheim ein verbesserter Klon von Phillip Lahm. Ganz gleich, wo man ihn einsetzt, er liefert immer. Keine 24 Jahre alt und schon einer der Besten der Welt.

Joshua Kimmich: Funktioniert wahrscheinlich sogar als Torwart.

Alexander Zorniger soll ganz zornig gewesen sein (Haha, ein Wortspiel!), als man den damals 20-jährigen hat ziehen lassen. Er bezeichnete den Transfer als fatale Fehlentscheidung, womit er am Ende Tages recht behielt.

Kimmich ist inzwischen Nationalspieler, der VfB Stuttgart hingegen zweitklassig. Sein Wechsel kostete die Bayern 8,5 Millionen, laut transfermarkt.de ist er momentan 70 Millionen wert.

Kingsley Coman

Im August 2015 wurde der Franzose (19 Jahre alt) verpflichtet, um eines Tages das Mammut-Erbe Franck Ribérys anzutreten. Ob ihm das letzten Endes gelungen ist, daran scheiden sich die Geister.

Wie dem auch sei: Auf dem linken Flügel gilt er seit geraumer Zeit gesetzt und so sehr ich Ivan Perisic auch schätze, gehe ich mal davon aus, dass sich das so schnell auch nicht mehr ändern wird, sofern der Ex-Turiner frei von Verletzungen bleibt.

Mit 35,7 km/h ist Coman der schnellste Spieler der Bundesliga.

21 Millionen Euro haben sich die Bayern die Dienste Comans kosten lassen, heute wird sein Wert auf 60 Millionen taxiert.

Niklas Süle

Niklas Süle weiß es, was es bedeutet eine knackige Herausforderung anzunehmen und diese mit Bravour zu meistern: Sowohl beim Rekordmeister als auch in der Nationalmannschaft galten die Weltmeister Mats Hummels und Jerome Boateng als gesetzt, nur kurze Zeit später hatte der Ex-Hoffenheimer sie beide verdrängt.

Belegte einst den Kurs: Rhetorik I mit Gastdozent Lukas Podolski.

Süle war bei seinem Wechsel nach München 21 Jahre alt. 20 Millionen Euro überwies der FCB damals in Richtung Hoffenheim, gegenwärtig ist er das Dreifache wert (60 Millionen).

Serge Gnabry

Als 23-jähriger feierte Serge Gnabry sein Debüt im Trikot der Bayern. Eine Verpflichtung, die nicht gerade wenige Fans kritisch sahen – mich eingeschlossen.

Ich gebe zu, dass ich es vor ein paar Jahren kaum für möglich gehalten hätte, dass Gnabry eine derartige Entwicklung hinlegen könnte: Letzte Saison als Talent gekommen, nur wenige Monate später ein unbestrittener Leistungsträger beim FCB und in der Nationalmannschaft. Grandios!

8 Millionen hat man für Deutsch-Ivorer gezahlt, sein aktueller Transferwert liegt (laut transfermarkt.de) bei 60 Millionen Euro.

Alphonso „Phonzie“ Davies

Spätestens seit seiner Gala-Vorstellung gegen die Borussia aus Dortmund sollte Davies (19 Jahre alt) einem jedem Fußballfan der Bundesrepublik ein Begriff sein. Übereifrige FIFA-Spieler kennen ihn natürlich schon ein wenig länger. 😉

Brazzo, wenn du das liest: Weißte Bescheid! 😉

Und ja, natürlich steht der Kanadier noch ganz am Anfang seiner Karriere. Da kann selbstverständlich noch einiges schief gehen. Wer allerdings seine Auftritte bislang verfolgen konnte, wird mir höchstwahrscheinlich nicht widersprechen, wenn ich behaupte, dass er sich auf lange Sicht beim FC Bayern durchsetzen wird.

Nur selten kommen fertige Stars!

Allgemein ist festzuhalten, dass der FCB nur selten fertige Stars in ihren besten Jahren verpflichtet – auch wenn gerne etwas Anderes behauptet wird. Denn meistens reifen sie erst an der Isar zu Weltklasse-Spielern heran. Thiago (22) und Boateng (23) wären wunderbare Beispiele dafür.

Gut möglich, dass Goretzka, Tolisso, Hernandez oder Pavard ebenfalls noch nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen sind – u.a. allesamt Spieler, die mit 23 Jahren den Wechsel nach München wagten.

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