Der Nacon Revolution Pro 2 im Test

Der Razer Raiju hat mich enttäuscht. Doch sollte man deshalb automatisch zum Nacon greifen?

Der Nacon Revolution Pro 2 ist neben dem Razer Raiju einer von zwei Sony-lizenzierten Pro Controllern für die PlayStation 4. Konnte der Raiju mich überraschenderweise nur wenig überzeugen, stellt sich nun die Frage, ob der Nacon mehr zu bieten hat.

Funktionsumfang

Der Revolution Pro 2 bringt einiges mit, kann allerdings in puncto Funktionsumfang mit dem Raiju nicht mithalten. Verfügt der Razer-Controller z.B. über Trigger-Stops oder Multifunktionstasten, müsst ihr beim Nacon-Gamepad auf diese nützlichen Extras verzichten.

Dafür hat der Controller aus dem Hause Bigben andere Funktionen, die mehr oder minder nützlich sind: Wer einen Computer sein Eigen nennen darf, hat die Möglichkeit eine Software auf diesem zu installieren. Mit dieser könnt ihr einige Einstellungen am Eingabegerät vornehmen. So lässt sich beispielsweise das Verhalten der Analogsticks oder die Vibrationsstärke ändern.

Da sich nicht jedes Game gleich spielt, ist es infolgedessen möglich, bis zu vier unterschiedliche Profile zu erstellen. Das macht Sinn. Man will ja nicht ständig zwischen dem PC und der Konsole hin und her rennen müssen. Noch besser wäre es allerdings, wenn die dazugehörige Software auf der PlayStation selbst installiert werden könnte. Glücklicherweise benötigt man zum Ändern der Tastenbelegung keinerlei Anwendung.

Darüber hinaus kriegt man zusätzlich zum Gamepad kleine Gewichte mitgeliefert, die man in den Revolution Pro 2 einsetzen kann. So kann der Spieler das Wunschgewicht seines Controllers selbst bestimmen.

Ärgerlich: Trotz allem Schnickschnack muss auch der Nacon mittels eines Kabels mit der Konsole verbunden werden. Noch ärgerlicher: Das mitgelieferte Kabel ist genauso kurz wie beim Razer Raiju – drei Meter, um genau zu sein. Somit war mal wieder „umstellen“ im Hause Kristiansen angesagt, da ich normalerweise nicht so nah vor meinem Fernseher sitze.

Verarbeitung

Auch in diesem Punkte muss sich der Nacon dem Razer geschlagen geben, denn der Revolution Pro 2 wirkt im Vergleich zum Raiju, ehrlich gesagt, ein wenig billig. Selbst die kleinen „Miniatur-Hanteln“, mit denen man das Gewicht ein wenig beeinflussen kann, können über diesen Fakt nicht hinwegtäuschen.

Was man dem Nacon-Controller aber zu Gute halten muss: In der Regel ist der Revolution Pro 2 eine gute Ecke günstiger zu haben als sein Razer-Konkurrent. Genaue Preise will ich aber in dieser Stelle nicht nennen, da sich diese nahezu tagtäglich ändern.

Des Weiteren halte ich das Layout des Gamepads für erwähnenswert: Die beiden Analogsticks sind nicht nebeneinander angeordnet, so wie es PlayStation-Spieler gewohnt sind, sondern versetzt, also so wie man es von der Xbox kennt. Meines Erachtens nichts, woran man sich nicht gewöhnen kann. Ich habe aber auch leicht reden. Ursprünglich komme ich von der Xbox.

Als wesentlich gewöhnungsbedürftiger empfinde ich dagegen die unterschiedlichen Formen der einzelnen Sticks – links konkav, rechts konvex. Wozu das Ganze? Keine Ahnung! Man muss nicht alles verstehen.

Wie spielt es sich mit dem Revolution Pro 2?

Aufgrund seiner Form und angenehmen Größe liegt der Nacon-Controller sehr gut in der Hand. Ein großes Plus gegenüber dem Raiju, den ich im vergangen Test als ergonomische Katastrophe bezeichnet habe. Dieser hatte bei mir, ohne übertreiben zu wollen, Krämpfe in den Händen verursacht.

Doch ein Pro Controller soll sich ja nicht nur gut anfühlen, sondern viel eher mit seinen Extras überzeugen: Das tut der Revolution Pro 2 leider nicht.

Da wären zum einen die mitgelieferten Gewichte, die ihr ins Pad einsetzen könnt. Butter bei die Fische: Ob ihr das macht oder sein lasst, wird keinen nennenswerten Unterschied machen. Ich halte das für das absurdeste Extra, das bei einem Pro Controller je beworben wurde. Ich persönlich habe meine Mini-Hanteln meinem Hamster zum Pumpen zur Verfügung gestellt. Der schien aber auch nur wenig mit diesen anfangen zu können.

Mein Hamster hält nichts von schweren Gewichten. Er bevorzugt Steroide.

Das zweite angepriesene Extra: Die Software, mit der ihr mannigfaltige Konfigurationen am Revolution Pro 2 vornehmen könnt. Mein Tipp: Lasst es sein! Erstens finde ich es aberwitzig, dass man einen PC braucht, um seinen PlayStation-Controller zu konfigurieren. Zweitens fahrt ihr mit den Standardeinstellungen sowieso am besten. Habt ihr einmal angefangen, am Verhalten der Analogsticks herumzufummeln, werdet ihr mit keiner Einstellung mehr glücklich.

Apropos Analogsticks: Auch die sind leider nicht das Gelbe vom Ei. Positiv anzumerken ist, dass sie relativ rutschfest sind, was vor allem Gamer mit schwitzigen Händen zu schätzen wissen müssten. Weniger erfreulich ist hingegen, dass die Sticks einen sehr seltsamen, laschen Widerstand haben. Dadurch, dass die Analogsticks darüber hinaus noch etwas höher sind als die des DualShocks, fällt das Zielen mit dem Revolution Pro 2 ein wenig schwer. Ein dickes Minus, wie ich meine.

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Ein weiterer Wermutstropfen: Die Extra-Buttons auf der Rückseite sind nicht wirklich durchdacht. Auf dem Papier habt ihr gleich vier davon, wovon ihr im Endeffekt zwei direkt wieder streichen könnt, da M1 und M3 wie auch M2 und M4 viel zu nah beieinander sind. So passiert es eigentlich regelmäßig, dass ihr zwei Knöpfe zeitgleich drückt, was nicht im Sinne des Erfinders sein kann. Demzufolge habe ich eine Seite mit „X“, die andere mit „Kreis“ belegt. Mehr Special Buttons benötige ich auch nicht unbedingt.

Was mich viel eher stört, ist die Tatsache, dass diese Knöpfe relativ klein geraten sind. So sind diese nicht wirklich intuitiv zu greifen. Bei Fortnite hat mich das, in hektischen Spielsituation, echt wahnsinnig gemacht.

Fazit

Verglichen mit dem Dual Shock, den ihr standardmäßig zur PlayStation dazubekommt, verliert der Nacon Revolution Pro 2 in nahezu jeder Disziplin. Einzig und allein die „vier“ Extra-Buttons auf der Rückseite rechtfertigen einen Kauf des Pro Controllers. Doch wenn ich zugunsten dieser einen Funktion derart viele Abstriche machen muss, verzichte ich lieber; vor allem mit Blick auf den stolzen Preis des Revolution Pro 2.

Bildquellen

Produktbilder: Zur Verfügung gestellt durch Zucker Kommunikation GmbH

„sebastiaan-stam-1097708-unsplash“ von Sebastiaan Stam @Unsplash. Bearbeitet von Juri Kristiansen. Lizenz CC.1.0

„hamster-hintergrund-pcr-tube-tubes-3857773“ von Belova59 @Pixabay. Lizenz: CC0 1.0

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