Der nächste Knaller aus Deutschland

Ich habe mir für euch How to sell drugs online (fast) angeschaut. Mein Review zur neuen Netflix-Serie lest ihr hier.

Marc Zuckerberg: Genie, Visionär, Multimillionär.

Doch was wäre eigentlich, wenn der Facebook-Chef zwischen Harvard und dem Silicon Valley irgendwo vom rechten Weg abgekommen wäre? Hätten wir dann trotzdem so nützliche, weltbewegende Dinge wie Facebook, Farmville, Bubble Island oder die Glücksnuss?

Wahrscheinlich eher nicht – was jedoch nicht zwangsläufig zu bedeuten hätte, dass aufgrund dessen tote Hose im Netz angesagt wäre. Ganz im Gegenteil sogar!

Wie das ungefähr aussieht, wenn ein kluger Kopf nicht nur über hervorragende Programmierkenntnisse, sondern auch über ein gewisses Maß an krimineller Energie verfügt, portraitiert uns How to sell drugs online (fast) – eine weitere deutsche Serie vom Streaming-Dienst Netflix, die richtig Laune macht.

Was man für die große Liebe nicht alles so tut

Ein Jahr lang war Lisa in den Staaten. Nun ist sie zurück, wirkt allerdings völlig verändert. Die Schülerin möchte neue Seiten an sich entdecken, experimentiert mit Drogen, zeigt sich ungewohnt rebellisch, hängt zudem mit dem Schulticker Dan ab und zu allem Überfluss gibt sie ihrem nerdigen Langzeitfreund Moritz gleich zur Rückkehr den Laufpass.

Lass uns eine „Pause“ einlegen. (=Schluss machen)

Damit will sich dieser natürlich nicht abfinden. Um seiner großen Liebe zu beweisen, dass auch er total offen für Neues ist, versucht er beim örtlichen Drogendealer namens Buba MDMA zu erwerben – was gehörig schief geht.

Nun hat Moritz jede Menge Ärger an der Backe. Die Lösung für den Schlamassel: My Drugs, ein illegaler Drogenmarktplatz im Darknet. Ob das mal gut geht?

Die Geschichte kommt mir doch bekannt vor!

Das kann gut sein! HTSDOF beruht zwar nicht auf einer wahren Begebenheit, erinnert allerdings sehr stark an die Geschichte des Maximilian S. aka „Shiny Flakes“, welcher aus seinem Kinderzimmer Drogen nach ganz Europa verkauft hatte.

Das gar nicht mal so unerfolgreich: Zwischen dem Dezember 2013 und dem Februar 2015 war der Shop des Leipzigers online. In diesem Zeitraum verschickte er bis zu 600kg Rauschmittel, was ihm nicht nur 4,4 Millionen Euro, sondern auch sieben Jahre Gefängnis einbrachte.

Das deutsche Breaking Bad

Netflix hat mit HTSDOF ganze Arbeit geleistet, denn die Serie ist fesselnd, kurzweilig, extrem cool in Szene gesetzt und über alle Maßen witzig.

Dabei beweist die deutsche Produktion, dass weniger mehr sein kann. In sechs Folgen á 30 Minuten kriegen wir deutlich mehr erzählt als in ein paar Staffeln Breaking Bad – eine Serie, welche meiner Meinung nach, aufgrund ihrer nervtötenden Langatmigkeit, absolut overrated ist.

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HTSDOF ist diesbezüglich komplett anders. Es wird sich hauptsächlich auf das Wesentliche konzentriert, weswegen langwierige Passagen ausbleiben. Genau nach meinem Geschmack!

Zudem mag ich die Aufmachung des Netflix-Werks und auch an Humor wird definitiv nicht gespart. So erklärt uns beispielsweise Jonathan Frakes (bekannt aus X-Factor: Das Unfassbare und Star Trek) das Darknet.

Mit Buba haben wir darüber hinaus den wahrscheinlich trotteligsten wie auch zugleich liebenswertesten Kleinkriminellen, den das deutsche Fernsehen je zu sehen bekommen hat. Dieser wird u.a. von Bjarne Mädel verkörpert, welcher euch mit Sicherheit als der Tatortreiniger oder „Ernie Heisterkamp“ aus der Mockumentary Stromberg bekannt sein sollte.

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Und selbst für den Vorspann hat man sich etwas ganz Ulkiges einfallen lassen: Zu Beginn einer jeden Episode, kriegen wir in einem kurzen, schrillen Clip einen von Moritz‘ zugedröhnten Kunden gezeigt.

Diese Dinge und viele mehr werden euch regelmäßig zum Schmunzeln bringen.

Wenig Nebenschauplätze

Wie bereits erwähnt, konzentriert sich die Produktion hauptsächlich auf das Wesentliche. Naheliegend: 6 x 30 Minuten bieten nicht viel Raum für zig Nebenschauplätze. Dennoch handelt die Serie nicht nur ausschließlich von einem Jugendlichen, welcher im Darknet zum Drogenboss aufsteigt.

Ebenso gewinnen wir einen Eindruck davon, was es bedeutet ein Teil der sogenannten „Generation Z“ zu sein, was ich persönlich gar nicht mal so unspannend finde. Diese wächst nämlich, aufgrund des technischen Fortschritts, Smartphones, Social Media und anderer Gadgets, komplett anders auf, als wir das taten.

Des Weiteren wird in einigen Szenen schon sehr deutlich, was für eine Kluft zwischen jung und alt besteht.

Spoiler

Allein der Vater, der seinen Sohn für einen Hacker hält, weil er in der Lage war, seine Ex-Freundin online zu stalken oder Buba, dem sein Unwissen über 3D-Drucker das Leben kostete. 😀

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Fazit: Nicht entgehen lassen!

Nachdem die deutsche Serienlandschaft wie auch Netflix sich mit Dogs of Berlin ein wenig blamiert hatten, gehts dank How to sell drugs online (fast) endlich wieder aufwärts. Die Serie ist eine hervorragende Werbung für unseren Serienmarkt, denn sie ist witzig, cool und kurzweilig. Man muss schon pedantisch das Haar in der Suppe suchen, um an der Netflix-Produktion etwas aussetzen zu können. Ich jedenfalls bin völlig begeistert, obwohl ich mal wieder (Stichwort: Safe) überhaupt keine Erwartungen an die Serie hatte.

Daher mein Tipp: Unbedingt anschauen! How to sell drugs online (fast) gehört definitiv zu den Pflichtserien 2019. Es lohnt sich!

Meine Wertung: 4,5/5 Sternen. Für Kenner: 8/9.

Ein paar Meinungen aus dem Netz zu HTSDOF

Bildquellen

„abstract-3847497_1920“ von rawpixel @Pixabay. Bearbeitet von Juri Kristiansen. Lizenz: Pixabay Lizenz

„people-2563491_1280“ von StockSnap @Pixabay. Lizenz: Pixabay Lizenz

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