Der Razer Raiju im Test

Auf dem PC gehört Razer zu meinen favorisierten Herstellern. Doch kann Razer auch PlayStation?

Der Razer Raiju ist neben dem Nacon Revolution Pro einer von zwei Sony lizensierten Pro Controllern für die PlayStation 4. Ich habe mir das Gamepad mal genauer angeschaut. Ob es mich überzeugen konnte, lest ihr im folgenden Test.

Funktionsumfang

Bei meinen Recherchen nach einem für mich geeigneten Pro Controller ist mir aufgefallen, dass in puncto Funktionsumfang zwischen den einzelnen Geräten Welten liegen. Glücklicherweise bringt der Razer Raiju so ziemlich alles mit, was das Herz begehrt.

Neben den für die PlayStation typischen Buttons, verfügt das Gamepad zusätzlich über zwei Metall-Trigger auf der Rückseite und zwei Knöpfe, die zwischen den gewöhnlichen Schultertasten angesiedelt sind. Sehr praktisch hierbei: Ähnlich wie bei Microsofts Elite Controller, sind auch beim Raiju die Metall-Trigger abnehmbar. Das halte ich für sehr sinnvoll, da ich diese bei den meisten Spielen (außer Shootern) als enorm störend empfinde.

Darüber hinaus haben der Razer Raiju und das Microsoft-Gamepad zwei weitere nützliche Gemeinsamkeiten: Zum einen optionale Trigger Stops, welche euch ein zügigeres Schießen ermöglichen und zum anderen Multimedia-Tasten, mit denen ihr instant – also ohne das Spiel zu verlassen – Sound-Einstellungen vornehmen könnt. Dort habt ihr auch die Möglichkeit, die Buttons neu zu belegen. Hierfür benötigt der Raiju – im Gegensatz zu vielen anderen Controllern – keinerlei Software.

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Das Gamepad ist leider kabelgebunden. Da im Lieferumfang lediglich ein 3m-Kabel enthalten ist, ist der Controller dementsprechend nur etwas für extrem kurzsichtige Gamer, weil man schon relativ nah am TV sitzen muss.

Ich persönlich sitze beim Spielen ein gutes Stück weiter entfernt vom Fernseher. Somit musste ich in meinem Wohnzimmer erstmal ein wenig umstellen, um den Controller überhaupt nutzen zu können. Meine Freundin war davon nicht sonderlich begeistert, wie ihr euch vorstellen könnt.

Verarbeitung

Nimmt man den Razer Raiju erstmalig in die Hand, so merkt man sofort, dass man ein Premium-Produkt in den Händen hält. Der Controller wirkt sehr wertig, nichts klappert, nichts wirkt billig, alles so, wie es sein sollte. Lediglich die Größe des Gamepads könnte nicht jedermanns Sache sein.

Die Tasten haben einen angenehmen Widerstand. Wenn man diese drückt, entsteht ein Geräusch, welches mich an Arcarde-Buttons vergangener Tage erinnert. Ich persönlich finde das ganz cool, ich habe aber auch Freunde, die vom auffälligen Klicken schnell genervt waren. Wie so häufig, ist das wohl Geschmacksache.

Der Raiju versetzt euch in Retro-Stimmung.

Die Analogsticks haben mich hingegen nicht komplett überzeugt: Sie haben zwar auf der einen Seite einen sehr angenehmen Widerstand, weswegen man enorm präzise zielen kann, auf der andere Seite braucht man jedoch ungewöhnlich viel Druck, um diese zu durchzudrücken. Gerade bei Shootern, in denen man ja nicht gerade selten sprinten muss, halte ich das für eher suboptimal.

Was mir wiederum gefällt ist, dass die Sticks gummiert sind. Wer – so wie ich – schwitzige Hände beim Daddeln bekommt, rutscht in hektischen Situationen nicht mehr so schnell ab.

Wie spielt es sich mit dem Razer Raiju?

Da ich befürchtet habe, dass ich plötzlich unter einer seltenen Form von Arthritis leide, habe ich zusätzlich ein paar meiner Freunde den Controller testen lassen. Gute Nachricht: Ich bin scheinbar kerngesund. Schlechte Nachricht: Der Razer Raiju verursacht Krämpfe beim Zocken.

Ich beim Testen des Razer Raijus.

Das hat gleich mehrere Ursachen:

  • Aufgrund der Größe und der Form liegt das Gamepad nicht gut in der Hand.
  • Wie befürchtet: Wer in Shootern viel sprintet, dem fällt (aufgrund des Analogsticks) irgendwann der Daumen ab.
  • Die Metall-Trigger auf der Rückseite sind parallel angeordnet, weswegen sie nie wirklich gut zu greifen sind.

Sonst kann man dem Raiju kaum Vorwürfe machen: Ein präzises Zielen ist möglich, die Multifunktionstasten sind eine wirkliche Bereicherung, die Trigger Stops sind zwar nicht zwingend erforderlich, aber durchaus angenehm.

Doch was bringt das alles, wenn man nach einer halben Stunde Schmerzmittel einnehmen muss, um weiterzuspielen? Eben. Relativ wenig.

Fazit

Der Razer Raiju ist ein sehr hochwertiger Pro Controller, der nicht nur sehr gut verarbeitet ist, sondern auch mit einem großartigen Funktionsumfang glänzen kann. Wie bei Razer üblich, kriegt man auch beim Raiju Qualität vom Feinsten geboten. Alles Andere hätte mich auch sehr verwundert.

Doch bei aller Wertigkeit und allen Extras, sollte man nicht verschweigen, dass der Raiju zugleich eine ergonomische Katastrophe ist. Das Gamepad ist schlicht und ergreifend zu groß wie auch zu klobig, die Metall-Trigger auf der Rückseite sind nicht sinnig angeordnet und die Analogsticks benötigen zu viel Druck.

Es mag Hände geben, für die der Razer Raiju gemacht ist. Probieren geht da bekanntlich über studieren. Jedoch glaube ich, dass die Mehrheit der Spieler mit dem Controller nicht zurechtkommen wird. Ich jedenfalls habe meinen zurückgeschickt.

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2 Comments on “Der Razer Raiju im Test

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