Des Battle Royales überdrüssig

Apex Legends ist der Battle Royale Shooter, den ich mir immer gewünscht habe. Doch jetzt, wo er da ist, habe ich auf das Genre plötzlich keine Lust mehr.

Das letzte Woche erschienene Apex Legends ist in aller Munde. 25 Millionen Spieler sind bereits aktiv – und das nach nur einer Woche! So einen Start nach Maß hat nicht mal Platzhirsch Fortnite hingelegt.

Kein Wunder, denn offensichtlich ist der Titanfall-Ableger genau der Battle Royale Shooter, auf den wir alle (schon so lange) gewartet haben: Kein nerviges Gebaue wie bei Fortnite, bei weitem nicht so hässlich wie H1Z1, bereits zum Release frei von Performance-Problemen – etwas, was das Urgestein PUBG (selbst nach fast zwei Jahren) immer noch nicht wirklich auf die Kette gekriegt hat.

Eigentlich müsste ich komplett aus dem Häuschen sein. Ich habe Titanfall geliebt und das Game ist in etwa so, wie ich mir einen Battle Royale Shooter immer vorgestellt habe. Doch seltsamerweise bin ich es nicht. Warum?

Des Battle Royales überdrüssig

Zehn Tage habe ich mir Zeit gelassen, bis ich Apex Legends eine Chance gegeben habe. Zugegeben, das klingt auf den ersten Blick nicht sonderlich ungewöhnlich. Wenn ich jedoch bedenke, dass ich vor ca. einem Jahr noch bereitwillig 30€ auf den Tisch gelegt habe, nur um pünktlich zum Release Day ein völlig verhunztes PUBG auf der Xbox spielen zu können, so merkt man, dass meine Begeisterung für das Genre offensichtlich nicht mehr dieselbe ist.

Warum das so ist und welche Dinge ich mir nach hunderten von Spielstunden Fortnite sowie PUBG (zumindest vorerst) nicht mehr geben kann, lest ihr im folgenden Beitrag.

1. Die Magie ist verpufft!

Sowohl mein erstes „Winner Winner Chicken Dinner“ bei PUBG als auch meinen ersten epischen Sieg bei Fortnite habe ich gefeiert, als hätte ich die Fußballweltmeisterschaft gewonnen. Seitdem ist viel Zeit vergangen, auf den ersten Triumph folgten viele weitere.

Mein erster Win in PUBG. Mann, war ich happy!

Und haben meine Hände bei den ersten Siegen noch gezittert, als ob ich an Parkinson leiden würde, springe ich heute meine Gegner an, als wäre ich ein tollwütiger Pitbull. Denn Butter bei die Fische: Klar, finde ich es cool, wenn ich die Runde gewinnen sollte, aber ob jetzt ein Win mehr oder weniger in meiner Statistik verbucht ist, juckt am Ende des Tages auch niemanden mehr.

Ohnehin ist festzuhalten, dass ein Sieg in einem Battle Royale Shooter eh nichts mehr wirklich Besonderes ist. Wurde man anfangs noch gefeiert, als könne man übers Wasser laufen, hat nach einem Jahr selbst der talentfreiste Spieler den ein oder anderen Sieg eingefahren.

2. Keine Lust aufs Looten

Ich verstehe ja, dass man keine Bazooka mit zu einem Fallschirmsprung nimmt, aber warum unsere Helden zu Beginn nicht mal eine geladene Pistole dabei haben, erschließt sich mir bis heute nicht.

Jo, für die Hammerfall-Spitzhacke war Platz, aber für ne 9mm nicht. Oke…

Jedenfalls bin ich inzwischen ziemlich davon genervt, dass jede Partie damit beginnt, die ersten fünf Minuten alle Gebäude hektisch nach Waffen, Munition oder Rüstung absuchen zu müssen, in der ständigen Angst, wehrlos von einem anderen Spieler über den Haufen geballert zu werden.

Sicherlich war dieses Feeling anfangs noch einigermaßen aufregend, doch nach einem Jahr Battle Royale bin ich von diesem sich stetig wiederholenden Prozedere genervt.

3. Manchmal passiert nix!

So eine Runde Fortnite dauert gut und gerne 30 Minuten. Meiner Meinung nach viel zu lange. Ich erinnere mich an Partien, in denen ich erst zum Finale die ersten Gegner gesichtet habe. Die 25 Minuten zuvor waren sammeln und gähnende Leere angesagt, was mit der Zeit zunehmend öde wird.

Deshalb spiele ich gerne den Modus „Beständiger Sturm“ – wenn er denn mal verfügbar ist. Leider ist das viel zu selten der Fall.

4. Zu viel Lobbytime

Man kann natürlich auch dort abspringen, wo viele Gegner sind. In Fortnite wäre das z.B. Tilted Towers. Man krallt sich eine Waffe, schießt zwei, drei Gegner über den Haufen und segnet dann selbst das Zeitliche.

Das wäre nur halb so schlimm, wenn man infolgedessen nicht erst wieder ins Hauptmenü zurückkehren müsste, um sich eine neue Lobby suchen zu können. Bis diese wiederum voll wird, läuft erstmal einiges Wasser den Rhein hinunter.

Lange Rede, kurzer Sinn: Zwischen dem Tod und dem Neueinstieg vergeht nicht gerade wenig Zeit, weswegen man, wenn es mal richtig schlecht läuft, mehr Lobbytime als eigentliche Spielzeit hat. Spaß sieht anders aus.

5. Nur für die besten Teamplayer

Die meisten Shooter spielt man in einem Team. Doch in Battle Royale Shootern sind es im Gegensatz zum klassischen Team Deathmatch nicht nur zwei, sondern gleich mehrere.

Somit ist ein gutes Teamplay das A und O. Ist es mir beispielsweise in Star Wars: Battlefront so ziemlich egal, wie spielstark meine Gruppe ist, bin ich bei Fortnite oder Apex Legends von meinen Mitspielern extrem abhängig. Wenn man dann nur Nulpen im eigenen Squad hat, ist ein Sieg nahezu ausgeschlossen.

Doch wie das so ist, hat nicht jeder Spieler nur Pro Gamer in seinem Freundeskreis. So kann die Multiplayer-Schlacht schnell zu einem nervenzehrenden Abenteuer werden. Noch schlimmer wird es, wenn man sein Team um fremde Mitspieler aufstocken muss. Diese sind oftmals so nützlich wie Kaugummis, die nach Kacke schmecken. Denn sie tun alles, nur nicht im Team spielen.

Wenn ich jetzt noch daran denke, dass Apex Legends (bislang) über keinen Solo-Modus verfügt, vergeht mir instant die Lust am Spiel.

6. Mehr, mehr und nochmal mehr!

Fortnite Season 4 und 5 haben mir wirklich viel Spaß gemacht, doch danach ist Epic Games leider völligst abgedreht, nur um seinen Spielern immer wieder und wieder etwas Neues zu bieten: Steine, die unsichtbar machen, eine fliegende Insel, XXL-Taschenburgen, Flugzeuge, uvm.

Meiner Meinung nach hat das mit dem eigentlichen Spielprinzip nur noch wenig zu tun. Ich könnte auf die meisten Neuerungen gut und gerne verzichten.

Vorerst bin ich raus!

Apex Legends ist der Battle Royale Shooter, den ich mir immer gewünscht habe. Doch jetzt, wo er da ist, habe ich auf das Genre plötzlich keine Lust mehr. Das ist schade, weil ich sehr viel Zeit in unfertige „Early Access“-Titel gesteckt habe, die häufig mehr schlecht als recht liefen – allem voran PUBG.

Für mich persönlich ist Apex ein paar Monate zu spät dran. Seit ungefähr einem Jahr spiele ich nichts Anderes mehr als irgendwelche „Battle Royale“-Titel. Doch so langsam sehne ich mich nach den altbewährten, actiongeballten Multiplayer-Gefechten à la Call of Duty oder Battlefield zurück.

Wie seht ihr das? Geht es euch genauso oder hat euch mit Apex Legends schon die nächste Sucht ereilt? Schreibt mir!

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Aus Gründen hier. Dein Gefährte durch Raum und Zeit. Dein Pferdefreund zum Busenstehlen. Der Büriff.

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