Ein Jein zum Crossplay!

Das Crossplay hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Wie ich das plattformübergreifende Spielen gestalten würde, lest ihr hier.

Lange hat sich Sony, zum Unmut der eigenen Kundschaft, gegen das Crossplay gewehrt, bis im Herbst letzten Jahres dann doch noch ein Umdenken stattfand. Seitdem haben PlayStations Fortnite-Spieler erstmalig die Möglichkeit, ihr Können mit Gamern anderer Plattformen zu messen. Selbstverständlich ist es nicht allein bei Epics Battle-Royale-Shooter geblieben, nach und nach kamen etliche weitere Titel hinzu.

Während die meisten Spieler diese Entwicklung begrüßen, sehen andere sie wiederum kritisch – mich eingeschlossen. Zwar lehne ich ein Crossplay nicht grundsätzlich ab, jedoch befürchte ich, dass eine unzureichend durchdachte Umsetzung des Ganzen extrem negative Folgen für die Spielerschaft haben könnte.

Welche Vorzüge und Risiken ich sehe und wie ich das plattformübergreifende Spielen letztendlich gestalten würde, lest ihr im folgenden Beitrag.

Die Vorteile

Stand heute ist es so, dass man sich mit seinen Liebsten auf eine gemeinsame Plattform einigen muss, sofern man vorhat, mit diesen online zu spielen. Durch ein flächendeckendes Crossplay bei Third-Party-Titeln würde dieses Ärgernis von jetzt auf gleich der Vergangenheit angehören, was meiner Meinung nach das stärkste Argument pro Crossplay ist.

Endlich zuhause die Konsole stehen haben, die man auch wirklich besitzen möchte. Keine faulen Kompromisse mehr. Ein Traum!

Schließlich können die Unterschiede zwischen den einzelnen Spielgeräten eklatant sein: Ein PC-Spieler fürchtet beispielsweise nicht selten die unpräzise Controller-Steuerung, das Xbox-Gamepad führt bei mir wiederum zu Schmerzen im Daumen, Besitzer einer PlayStation möchten höchstwahrscheinlich nur ungern auf Sonys hervorragende Exklusivtitel verzichten, usw.

Welche Konsole passt zu dir? Vielleicht hilft dir dieser Test weiter.

Ein weiterer Vorzug eines flächendeckenden Crossplays wäre, dass sich die Lebensdauer der supporteten Multiplayer-Titel drastisch verlängern würde. Naheliegend: Hat man die Möglichkeit, die Spielerschaft der anderen Plattformen mit ins Boot zu nehmen, ist die leere Lobby im Handumdrehen wieder prall gefüllt.

Die Nachteile

Während ich ein Crossplay zwischen Konsolen-Besitzern als relativ unproblematisch empfinde, lehne ich ein gemeinsames Daddeln mit Computerspielern grundsätzlich ab – und das, obwohl ich jahrelang einen sündhaft teuren Gaming PC mein Eigen nennen durfte und meine Steam-Bibliothek wahrscheinlich erheblich mehr wert sein sollte als mein alter, verrosteter Ford Focus.

Das wertvollste an meinem Auto ist wahrscheinlich der Schlüsselanhänger.

Denn mit einer Plage, die wohl überhaupt nicht in den Griff zu bekommen ist, will ich mich nicht mehr herumschlagen müssen: den Cheatern.

Seit meinem Wechsel zur Konsole ist es noch keinem einzigen Spieler gelungen, mir quer über die Map ein Messer zwischen die Augen zu werfen und ich bin auch noch nie auf einen Gegner gestoßen, der wie Speedy Gonzales über die Karte flitzt, nur um im Alleingang mein komplettes Team umzunieten. Beides auf dem PC unglücklicherweise Alltag – insbesondere bei älteren Titeln, deren Support schon längst eingestellt wurde.

Dabei fürchte ich u.a. nicht nur Headshot-Skripts, Wallhacks oder schlag mich tot, sondern ebenso, dass sich der Eingabetyp, nach welchem man für gewöhnlich filtern kann, bei Windows relativ problemlos manipulieren lässt.

Apropos Filter: Auch diese halte ich für ein zweischneidiges Schwert.

Sie ermöglichen zwar auf der einen Seite, dass man sich seine Gegner weitestgehend aussuchen kann – was prinzipiell ja eine wunderbare Sache ist. Auf der anderen Seite können sie jedoch genauso gut dazu führen, dass ein Game schneller tot ist, als es das ohne ein Crossplay der Fall wäre. Ein Szenario, welches eintreten würde, falls es der Entwickler mit den Filteroptionen etwas zu gut meinen sollte.

Vielleicht wirkt diese Sorge auf den ersten Blick ein wenig unbegründet. Doch überlegt mal, wie viele Filteroptionen möglich wären, wenn nicht nur nach Plattformen, sondern zusätzlich noch nach Eingabetypen gefiltert werden würde. Da kommen schon einige zusammen, was postwendend zu einer Übersegmentierung der Spielerschaft führen könnte (=leere Lobbies).

Wie umsetzen?

Das Konsolen-Gaming ist (meines Wissens nach) frei von Cheatern. Etwas, was bitte auch so bleiben soll. Daher mein Appell: Kein Crossplay für PC-User!

Kommt gerne dazu, wenn ihr das mit dem Cheaten in den Griff bekommt. Bis dahin müsst ihr draußen bleiben.

Zweitens: Zu viele Filter führen zu einer Übersegmentierung der Spielerschaft. Deshalb würde ich schlicht und ergreifend nur nach dem Eingabegerät filtern lassen (eigener Bedienungstyp Pflicht: ja/nein). Eine optionale Abschaltung des Crossplays halte ich wiederum nicht für zielführend. Wozu auch? Die Konsolen-Versionen sind im Normalfall eins zu eins dieselben. Keine Plattform hat signifikante Vorteile.

Die Folge: Die Spielerschaft wäre lediglich in drei Lager unterteilt, wobei die Gruppe der „Controller-Nutzer“ den Bärenanteil ausmachen würde. Da diese Gruppe nun um einiges größer wäre als die bisherige, würde sich daraus folgend der Lifecycle des gespielten Multiplayer-Titels erheblich verlängern.

Resümee

Unter den genannten Bedingungen wäre ich ein klarer Befürworter des plattformübergreifenden Spielens, da man von allen Vorteilen profitieren könnte, ohne die unerwünschten Nebenwirkungen in Kauf nehmen zu müssen.

Ich befürchte allerdings, dass es komplett anders kommen wird. Ob sich das Crossplay infolgedessen (so wie ich befürchte) als Fluch oder (vielleicht doch noch) als Segen herausstellen wird, bleibt abzuwarten.

Bildquellen

„XSection“ von JR Korpa @Unsplash. Bearbeitet von Juri Kristiansen. Lizenz: Unsplash Lizenz

„shield-2854067_1280“ von Bernd Marczak @Pixabay. Lizenz: Pixabay Lizenz

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