Erfolg in Games muss messbar bleiben!

Warum mir meine KD lieb und teuer ist.

Es gibt ja diese Sätze, die dir das Gefühl geben sollen, dass du ein schlechterer Mensch bist:

  1. Ich gucke kein Fernsehen, denn es gibt so unendliche viele Bücher, die ich noch lesen möchte.
  2. Asi-TV gucke ich nicht! Ich schaue nur ARTE (oder lese Bücher).
  3. Ich gucke Filme und Serien ausschließlich im O-Ton!!!
  4. Ich kaufe nicht beim Discounter ein. Ich gehe ausschließlich in Bioläden. *beißt in den veganen Schokoriegel **beginnt zu kotzen
  5. Die KD ist mir doch scheißegal, denn ich spiele ausschließlich nur zum Spaß!

Schlechte Nachrichten: Juri Kristiansens Bücherregal ist in etwa eine Elle breit und lediglich vier Fächer hoch, er guckt Serien und Filme hauptsächlich auf deutsch, meidet Bioläden wie der Teufel das Weihwasser und ja, seine KD ist ihm hoch und heilig.

Liegt es daran, dass ich ein testosterongesteuerter Macho oder ein zurückgebliebener Barbar bin? Schon möglich…

Der Büriff: Der Duke Nukem unter den Gaming-Bloggern #HailToTheKingBaby

Vielmehr glaube ich jedoch, dass ich einen Anreiz bzw. ein Ziel benötige, um mich langfristig für ein Spiel begeistern zu können – und dieses lautet: Perfektion! Ich will mich solange verbessern, bis ich das Maximum respektive meinen Zenit erreicht habe.

Doch woran erkennen, dass ich besser geworden bin?

Die meisten zeitgenössischen Mehrspieler-Titel werden im Team gespielt, was bedeutet, dass Siege kein Indikator sind, um zu ermitteln, wie gut man ist. Beispielsweise kann man bei Fortnite im „50 gegen 50“ einen epischen Sieg nach dem anderen einfahren, ohne tatsächlich am Spiel partizipiert zu haben, weil ein gutes Team schlechte Mitglieder in aller Regel kompensieren kann.

Epische Siege, obwohl du nur Einkaufswagen gefahren bist? 50 vs 50 macht’s möglich!

Bin ich denn ein guter Spieler, wenn ich alle Herausforderungen respektive Missionen geschafft und somit alles (Waffen, Rüstungen, Skins) freigeschaltet habe? Die Frage ist leicht zu beantworten: Nein, weil diese „enorm kniffligen Missionen“ meistens nach dem Schema „Besiege mit der Waffe XY die Anzahl Z“ aufgebaut sind. Somit handelt es hierbei um eine Frage der Zeit und nicht des Könnens.

Das gleiche gilt auch für den Rang eines Spielers. Egal, wie gut oder schlecht man spielt, man kriegt für jede gespielte Runde Erfahrungspunkte und steigt unweigerlich im Rang auf.

Die KD hingegen ist ein objektiver und leistungsbezogener Wert, den man sich kaum schönreden kann. Klar, sie sagt natürlich nichts über deine Spielintelligenz, dein Teamplay, etc. aus. Aber wir reden hier ja nur vom Bereich des Messbaren.

Und ja, sicherlich kann man auch ohne statistische Werte in etwa einschätzen, wie stark man ist oder ob man sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat, jedoch habe ich des Öfteren die Erfahrung gemacht, dass bei nicht gerade wenigen Spielern Wahrnehmung und Realität doch immens auseinander liegen. Zahlen hingegen lügen nicht.

Die KD als Motivationsspritze

Naturgemäß hast du zu Beginn des Spiels eine „schlechte“ oder vielleicht sogar negative KD. Aber nur halb so wild, denn ich persönlich empfinde es als unheimlich motivierend, diese im Laufe der Zeit wieder auszugleichen oder weiter zu verbessern.

Ich denke da nur an Call of Duty WWII und Fortnite: Anfangs war ich in beiden Spielen grottenschlecht! Ich wurde nur über den Haufen geballert, was nicht wirklich mit meinem übergroßen (Zocker-)Ego in Einklang zu bringen war. Somit habe ich mir das Ziel gesetzt, meine KD auszugleichen. Es war nicht leicht und es hat lange gedauert, aber im Laufe der Zeit habe ich es geschafft. #BAM Ehrgeiz ist mein zweiter Name. 😉

Worauf ich jedoch hinaus möchte: Das Ganze hat mich a) zu einem besseren Spieler werden lassen und b) langzeitmotiviert. Hätte ich CoD nur bis zum Prestige oder Fortnite nur bis zum Battlepass Level 100 gespielt, wäre ich nicht mal im Ansatz auf die gleiche Spielzeit gekommen.

Gegenargument: Die KD macht diverse Spielmodi kaputt!

Ich habe gestern das erste mal Star Wars: Battlefront II auf der PlayStation gezockt und zu meinem Bedauern festgestellt, dass das Game seinen Spielern keinerlei Statistiken zur Verfügung stellt. Man kann ausschließlich Fähigkeiten, Skins, Waffen, etc. freispielen und den Maximalrang erreichen. Das war’s!

Da ich dies als sehr demotivierend empfinde, habe ich mal ein wenig recherchiert, warum das denn so gehandhabt wird. Die Erklärung: Zu wenig Spieler spielen „objective“ (d.h. sie erfüllen nicht zielstrebig die Vorgabe des Spielmodus), weil sie befürchten, zu häufig zu sterben und infolgedessen eine negative KD zu bekommen.

Ein kurzfristiger Erfolg: Denn 5 Minuten später ist es wieder egal.

Klingt plausibel, denn das angreifende Team ist dem verschanzten immer im Nachteil. Doch muss man, allein aufgrund dieser Tatsache, denn wirklich auf ein so langzeitmotivierendes Spielelement verzichten? Ich behaupte: NEIN!

Vor allem, weil ich mich mit der Begründung schwertue. Man denke da z.B. an „Revierübernahme“ aus Plants vs Zombies: Garden Warfare 2, welches kurioserweise vom selben Publisher ist. Mir ist keinerzeit aufgefallen, dass flächendeckend nicht objective gespielt wird, obschon es eine KD gibt.

Der Kompromiss als Lösung

Ein sehr gutes Beispiel für eine gelungene Lösung, die sowohl Zahlenfetischisten, wie mich, als auch Kritiker der KD gleichermaßen glücklich macht, ist Call of Duty WWII.

Bei der Einführung des neuen Spielmodus „Krieg“ hatte man nämlich die gleichen Bedenken wie EA. Die Folge: Erfahrungspunkte können zwar in „Krieg“ gesammelt werden, doch Abschüsse und Tode fließen nicht mit in die Statistik ein.

So einfach die Lösung klingen mag, so genial war sie dann auch, denn so konnte man a) objective spielen, b) sich an den neuen CoD-Ableger gewöhnen und c) solange mit den „ranked matches“ warten, bis man sich für diese bereit gefühlt hatte.

Doch die KD ist nicht die Antwort auf alles!

Stimmt! Die KD ist zwar häufig ein guter Indikator, doch nicht immer das beste Mittel, um zu sehen, ob man gut bzw. schlecht ist. Das kommt nämlich komplett aufs Spiel an.

Denken wir z.B. an Day of Defeat: Source zurück: Ziel des Spiels war es, alle fünf Punkte auf der Karte einzunehmen und sie infolgedessen zu halten. Um das zu schaffen, musste man sich regelmäßig für die Mannschaft opfern. Ergo: Abschüsse waren zwar etwas Gutes, doch bei weitem nicht das Wichtigste.

Was ich damit sagen möchte: Es ist natürlich von essenzieller Bedeutung, dass man für Spielerstatistiken die richtigen Zahlen erhebt. Mal ist es die KD, mal die durchschnittliche Anzahl von Punkten pro Runde, mal etwas Anderes.

Fazit: Erfolg in Games muss messbar bleiben!

Warum spielen wir eigentlich Mehrspieler-Titel? Zum einen wegen der sozialen Komponente, zum anderen aber auch, um uns mit anderen zu messen. Und wer in einen Wettstreit tritt, will auch logischerweise erfahren, wie er sich geschlagen hat.

Geh Sims spielen, du Opfer!

Daher halte ich es für falsch, den Gamer seiner Statistiken zu berauben. Denn es gibt genügend andere Wege, dafür zu sorgen, dass Spieler weiterhin objective spielen, anstatt lediglich auf ihre KD zu achten.

Nachtrag vom 3. April 2020: Und es ist tatsächlich so gekommen, wie ich befürchtet habe. Nachdem ich alle Waffen, Skins, Gesten, usw. freigespielt hatte, wusste ich nicht mehr, was ich sonst noch mit Star Wars: Battlefront II anfangen soll. Schade. In den Vorgänger habe ich doppelt so viel Spielzeit gesteckt.

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Aus Gründen hier. Dein Gefährte durch Raum und Zeit. Dein Pferdefreund zum Busenstehlen. Der Büriff.

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