In English, please…

Nö! Ich gucke meine Serie, wie ich das für richtig halte.

In gewissen Kreisen traue ich mich ja gar nicht mehr, über Serien zu sprechen. Ist zwar schade, denn ich bin ein Serienjunkie durch und durch und natürlich liebe ich es, stundenlang über The Walking Dead, Game of Thrones oder House of Cards zu philosophieren. Aber ich habe keine Lust mehr, mich ständig dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich mir Serien oder Filme lieber auf Deutsch als im O-Ton anschaue.

Immer die gleiche Leier

Was habe ich mir in diesen endlos langen Diskussionen nicht schon alles anhören müssen? Ein Kunstbanause sei ich, denn die Synchronisation verfälsche ja schließlich das Original.

»Ich käme ja auch nie auf die Idee, mir eine Mona Lisa mit Burka zu malen, nur weil ich in Saudi Arabien wohne.« (Zitat: ein Freund)

Oder ob ich damit leben könnte, dass der Wortwitz beim Übersetzen verloren gehen würde? Denn, wie wir alle wissen, steht der Amerikaner so unheimlich auf Wortspiele und diese seien nicht gescheit ins Deutsche zu übersetzen, wodurch eine Serie, wie z.B. How I met your mother, auf Deutsch so oder so nicht wirklich witzig sein könnte.

Zudem sei die Synchronisation, wie scheinbar jeder „Kunstkenner“ weiß, ein Verbrechen gegenüber den Schauspielern. Denn nicht nur Gestik und Mimik seien Instrumente eines Mimen, auch der Einsatz der Stimme sei ein wichtiges Kernelement.

Du willst doch nicht etwa Serien auf Deutsch gucken, oder?!

Ich könnte noch unzählig viele weitere Beispiele aufzählen, warum es ein Verbrechen sein soll, Serien oder Filme nicht im O-Ton zu schauen. Scheinbar sind der Kreativität diesbezüglich keine Grenzen gesetzt. Aber stattdessen verweise ich lieber darauf, dass es mir schlicht und ergreifend scheißegal ist, was ihr dazu meint, meine lieben Freunde!

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Leute, warum schaue ich mir Serien an?

Richtig, zum Spaß und zur Entspannung! Und was geht mir leichter von der Hand: Eine Fremdsprache oder vielleicht doch meine eigene Muttersprache?

Und ja, natürlich bin ich der englischen Sprache mächtig. In der Uni waren einige meiner Kurse auf Englisch und auch im Job muss ich mich regelmäßig mit Kunden auf Englisch unterhalten. Alles kein Problem. Nichtsdestotrotz wird mir meine eigene Muttersprache immer wesentlich leichter fallen als jede andere Sprache der Welt. Das ist nun mal Fakt!

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Wobei mir ja sowieso vor allem die Spezialisten am liebsten sind, die derart an Selbstüberschätzung leiden, dass sie sich selbst als „native speaker“ bezeichnen.

Junge, warte mal ab, bis du auf einen angelsächsischen Sprachwissenschaftler treffen solltest. Wenn der Kerl mal so richtig loslegen sollte, wirst du dir vorkommen, als ob er nepalesisch mit dir sprechen würde. Also schalt doch mal bitte einen Gang runter mit deinen ach so großartigen „english skills“. Danke.

You got schooled by Büriff, motherfucker!!!

Was spricht denn eigentlich gegen unsere Synchronsprecher?

Machen die nicht einen hervorragenden Job – insbesondere, wenn ich sie mal mit den anderen (z.B. russischen oder arabischen) vergleiche? Die Sprechweise wird kopiert, die Stimmfarbe des Sprechers ist meistens eine ähnliche wie die des Schauspielers und auch die Dialoge werden extra so geschrieben, dass die Lippenbewegungen eben nicht völlig asynchron sind, wie ja so gerne behauptet wird.

Ich finde, hierzulande wird seitens der Synchronsprecher hervorragende Arbeit geleistet. Ich kenne kein Land, dass das so professionell durchzieht wie wir. Vielleicht sollte man auch dieser Kunst mal ein bisschen Respekt zollen.

Aber der Wortwitz, Juri! Der Wortwitz…

Kennst du Barney Stinson, den Frauenheld aus How I met your mother? Wenn nicht, auch okay. Seine Devise lautet jedenfalls:

»When I get sad, I stop being sad and get awesome instead.«

Der „deutsche Barney“ hingegen:

»Wenn ich traurig bin, hör ich einfach auf damit und bin stattdessen super!«

Zugegeben: Das eine reimt sich, das andere nicht und natürlich klingt es dadurch ein Stückchen cooler. Jedoch bleibt die Quintessenz dieselbe.

Viel wichtiger: Wird die Serie dadurch automatisch unlustiger oder gar kacke? Nein! Denn ich bezweifle, dass wir How I met your mother wegen der tollen Reime oder der paar Wortspielchen gucken.

Naheliegender ist für mich doch vielmehr die Vermutung, dass der ein oder andere an dieser Stelle zwanghaft darauf hinweisen möchte, wie fit er im Englischen ist – und das sogar so sehr, dass er ein jedes dieser irrwitzigen Wortspiele versteht. Komischerweise handelt es sich dabei nicht selten um den gleichen Schlag Menschen, der Wortwitze gerne als flach tituliert, sobald sie auf Deutsch sind. Achtet mal darauf!

Alles Schall und Rauch

Jetzt mal Butter bei die Fische: Was ist los mit euch? Wo kommen wir denn hin, wenn wir jetzt anfangen, jeden Mist, den es gibt, zu mystifizieren und infolgedessen zu einer Wissenschaft zu erklären? Serien sowie Filme sind zur Unterhaltung da. Sie sollen mir helfen, den Alltag auszublenden, mal richtig abzuschalten. Und ich denke, jeder kann sehr gut für sich selbbst entscheiden, wie er das tun möchte.

Abschließend: Es gibt nur eine Person, die mir lautstark »Juri, in English, please!!!« zurufen darf – Frau B, meine ehemalige Englischlehrerin. Die ist allerdings schon seit einigen Jahren tot.

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Aus Gründen hier. Dein Gefährte durch Raum und Zeit. Dein Pferdefreund zum Busenstehlen. Der Büriff.

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