Juris Serien-Ranking Herbst 2018 (Finale)

33 Serien habe ich euch vorgestellt. Doch welches Meisterwerk hat das Rennen gemacht?

In den letzten Wochen habe ich euch all meine Lieblingsserien vorgestellt. Es gab einige Überraschungen, viel Diskussionsstoff und erfreulicherweise eine Menge Feedback von euch. An dieser Stelle: Vielen Dank, ihr Lieben! Ohne euch hätte das Serien-Ranking nur halb so viel Spaß gemacht.

Doch fünf fehlen uns noch! Welches Meisterwerk wird zum Schluss ganz oben stehen? Welcher Knaller darf den Titel „Beste Serie“ für sich beanspruchen? In diesem Beitrag erfahrt ihr es!

Eine Übersicht des Rankings findet ihr hier: Klick mich!

Platz 5: Westworld (HBO, 2016 – heute)

Westworld ist ein absolutes Meisterwerk! Keine Produktion – nicht einmal Game of Thrones – ist nur ansatzweise so aufwändig produziert wie die Serie aus dem Hause HBO. Man kann problemlos behaupten: Westworld, das ist die RMS Titanic unter den Serien. Auch hier wurden weder Kosten noch Mühen gescheut! Fabelhaft anzusehen, namhaft besetzt (z.B. Antony Hopkins, Ed Harris, Thandie Newton), die Serie verfügt sogar über einen eigenen Soundtrack, wofür eigens ein bekannter Filmkomponist engagiert wurde. Irre!

All dieser Prunk und Protz wird nur durch eines übertroffen: Die ungewöhnlich erfrischende Handlung, welche an Komplexität nicht zu toppen ist. Nach Abschluss der ersten Staffel wird euch der Schädel rauchen, am Ende der zweiten wird er sogar explodieren. Was ich damit sagen will: Westworld ist nicht nur etwas fürs Auge, sondern zugleich auch etwas für den Geist.

Bei so viel Lob drängt sich natürlich die Frage auf, warum dann nicht Platz 1 drin war? Soll ich euch Geheimnis verraten? Hätte es im Frühjahr schon ein Serien-Ranking gegeben, dann wäre es auch so gekommen. Die erste Staffel Westworld ist nämlich so ziemlich das Beste, was ich je (als Serie) gesehen habe. Nur der Sieger dieses Rankings kann da mithalten.

Hast du jemals die Art deiner Existenz in Frage gestellt?

Was uns zur zweiten Staffel führt: Diese ist weiß Gott nicht schlecht, ich fand sie sogar gut, doch sie kann mit der ersten leider nicht mithalten. Denn zum einen braucht sie etwas länger, um in die Gänge zu kommen und zum anderen ist sie in meinen Augen, zu sehr erpicht darauf komplex bzw. anspruchsvoll zu sein. Das war mehr Verwirrung als notwendig.

Wie dem auch sei: Die Serie ist top, top, top!!! Falls noch nicht geschehen, dann solltet ihr Westworld unbedingt schauen.

Platz 4: Game of Thrones (HBO, 2011 – heute)

Ich hasse Fantasy! Damit kannst du mich jagen. Ritter, Drachen, Zwerge, usw. sind nichts für mich. Man fülle eine Karte mit seltsamen Orten, die keiner aussprechen kann, und im weiteren Verlauf lässt man im Kampf „Gut gegen Böse“ Menschen gegen Trolle wie auch andere Ungeheuer antreten. Für mich: Absoluter Kokolores!

Doch jede Regel hat eine Ausnahme! In diesem Falle sogar gleich zwei: Zum einen Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie, zum anderen HBOs Serienhit Game of Thrones.

Klar, auch im „Lied von Eis und Feuer“ gibt es den üblichen Fantasy-Schmu zu sehen: Drachen, weiße Wanderer, eine nervige Hexe, welche den „Gott des Lichts“ anbetet, usw. Doch alles in einer – für mich als Mainstream-Zuschauer! – angenehmen Dosis. Kombiniert man das mit einer gehörigen Portion Sex, Gewalt, Intrigen und dem Kampf um den hässlichsten Stuhl der Welt, so hat man Game of Thrones.

Da ist das Ding! Hässlich, unbequem, macht dich aber zur mächtigsten Person Westeros.

Sagenhafte 38 Emmys konnte die Fantasy-Produktion bisher abräumen. Das ist Rekord! Sollte aber auch niemanden wirklich wundern, denn der Quotenhit ist nicht nur aufwändig wie auch liebevoll produziert, darüber hinaus beinhaltet die verdammt turbulente Geschichte eine Menge Spannung, Abwechslung, einige extrem krasse Überraschungen und epische Momente, die man nie mehr vergessen wird.

Spoiler: S06|E10

Wie ich es gefeiert habe, als Cersei halb Königsmund in die Luft gejagt hat! Booya!!!

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Doch Game of Thrones größtes Alleinstellungsmerkmal sind die verdammt gut gezeichneten Charaktere wie auch deren Entwicklung und insbesondere den einzigartigen Mut der Serienmacher, diese regelmäßig über die Klinge springen zu lassen.

Weiß ich in sonst so ziemlich jeder anderen 0/8/15-Produktion, dass es den Helden vorm Finale eh unter keinen Umständen erwischen kann, ist in der HBO-Serie wirklich niemand sicher. Das ist verdammt erfrischend!

Und ja, die Serie hat vielleicht nicht die geilsten Helden am Start (#TeamCersei), dafür aber die allerbesten Schurken weit und breit: Ob Parade-Ekel Joffrey, seine inzestuöse Mutter Cersei oder den König der Sadisten (Ramsay Bolton), nirgendwo kriegt man so widerwärtige Bösewichte zum Lieben und Hassen geboten wie in Game of Thrones.

Zum Thema "Charakterentwicklung" // Enthält Spoiler bis zu S07|E07!

Wer hätte anfangs gedacht, dass man eines Tages Jamie lieben würde? Wer hätte prognostiziert, dass ein versoffener Gnom wie Tyrion in einer glorreichen Schlacht Königsmund retten würde? Und was für ein verkacktes Schicksal hat eigentlich Theon aka Stinker?

Es ist der absolute Wahnsinn, wie krass sich die einzelnen Figuren in den letzten sieben Staffeln entwickelt haben!

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Doch so stark die Serie auch sein mag, zum Spitzenplatz reicht es nicht! Dafür habe ich mich streckenweise viel zu sehr gelangweilt. Ich fand Staffel 3 – bis aufs Ende – relativ unspektakulär. Die ganze Ära rund um den „Spatz“ – welche nicht kurz war – sogar ziemlich quälend. Genauso wie dieses nervige Gedöns um „Niemand“!

Im April 2018 startet die finale Staffel. Falls das Imperium gewinnen sollte, könnte ich damit leben.

Häufig passiert mir zwischen den großen, spektakulären Momenten der Serie einfach zu wenig. Das macht Game of Thrones keinesfalls zu einer schlechten Serie. Im Gegenteil: Ich liebe sie! Doch aufgrund dieser Tatsache reicht es nun mal nicht für den „Eisernen Thron“ des Rankings.

Platz 3: How I met your mother (CBS, 2005 – 2014)

Halten wir eine Tatsache fest: Mein Humor ist scheiße! Somit bringen mich auch nur die wenigsten Comedy-Serien oder Sitcoms wirklich herzhaft zum Lachen. Eigentlich nur Scrubs, Rick & Morty, die ersten zwölf Staffeln Die Simpsons und, der dritte Platz meines Rankings, How I met your mother.

Barney Stinson: Mein Highlight der Serie!

Ted, Marshall, Lilly, Barney und Robin: Ich liebe diese Clique! Nicht nur, weil sie über die letzten zehn Jahre regelmäßig mein Zwerchfell trainiert hat, sondern auch weil ich der Meinung bin, dass kaum eine Serie so nah am echten Leben ist wie HIMYM.

Besonders schön finde ich dabei, dass die Sitcom gemeinsam mit ihren Zuschauern gewachsen ist. Ging es anfangs nur darum, für Beziehungsloser Ted die große Liebe zu finden, hat sich die Handlung im Laufe der Zeit, ebenso wie die einzelnen Charaktere, stetig weiterentwickelt. Das halte ich für eminent wichtig, da man andernfalls der Serie spätestens nach wenigen Jahren enteilt wäre. Doch so sind die neun Staffeln HIMYM ein guter Begleiter für das Leben zwischen 20 und 40.

Ted Mosby: (Sex-)Architekt, toller Freund und Beziehungsloser in einem.

Was die Sitcom jedoch von anderen Vertretern des Genres völlig abhebt, ist die Tatsache, dass sie einen nicht nur zum Lachen bringt, sondern auch zu bewegen weiß. Meiner Meinung nach ist das die allergrößte Stärke der Serie. Und ich oute mich: Das ein oder andere Mal hat mich HIMYM so ergriffen, dass ich (kleines Mädchen) glasige Augen hatte. Welche andere Sitcom hat das geschafft?

Ein paar Beispiele gefällig? // Spoiler bis S08|E24

Marshall am Grab seines Vaters

Barneys „Sekunde, die niemals endet“ als Robin gemeinsam mit Kevin das MacLaren’s betritt.

Der Robin

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Natürlich wird das sehr häufig kritisierte Ende nicht jedermanns Sache sein – meines war es auch nicht. Doch ich will nicht den Fehler machen, eine Serie mit neun Staffeln auf ihre letzten 15 Minuten zu reduzieren. Das wäre meiner Meinung nach nicht fair.

Platz 2: Tote Mädchen lügen nicht (Netflix, 2017 – heute)

Tote Mädchen lügen nicht hat mich zugleich begeistert wie auch bewegt. Das ist zwar selten, jedoch noch lange nichts absolut Ungewöhnliches. Dass darüber hinaus die Serie aber einen zum Nachdenken zwingt und eine weltweite Debatte auslöst, das hat eine neue Qualität. Der kontroverse Netflix-Hit hat Wellen geschlagen, von denen der Streaming-Anbieter wahrscheinlich nicht zu träumen gewagt hätte. Meines Erachtens zurecht.

Ich will jetzt auch gar nicht allzu lange auf das handwerkliche Können der Produzenten eingehen. Kurz gefasst: Da stimmt alles. Story, Besetzung, Produktion, etc. Geht nicht besser.

Worauf ich eher eingehen möchte, ist der Mut der Macher. Denn „Tote Mädchen“ widmet sich unangenehmen Themen, die vor allem im prüden Amerika nicht selten totgeschwiegen werden: Darunter Suizid, das Waffenrecht, systematisches Mobbing und sexuelle Gewalt.

Spoiler: S01|E09

Hierbei trifft es aber interessanterweise nicht den „Mann im Busch“ oder den ständig besoffen Stiefvater, sondern eine wesentlich pikantere Tätergruppe: Sportler; welche nicht selten in den USA als nahezu gottgleich gelten.

Ein heikles Thema, aber wer die US-Nachrichten ein bisschen verfolgt, der weiß, dass auch diese Tätergruppe mal thematisiert gehört.

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Dabei kann – zugegeben – insbesondere die Hauptdarstellerin (Hannah) ein wenig nerven. Wir müssen uns aber vor Augen halten, dass es sich bei den Figuren um Teenager handelt. Diese sind bekanntermaßen häufiger etwas anstrengend und unnötig kompliziert. Wären sie es nicht, wäre die Serie nicht authentisch.

Nichtsdestotrotz hätte der Einstieg gerne etwas weniger „girly“ ausfallen können. Damit ist aber spätestens ab Folge 4 Schluss. Staffel 2 hat ebenso mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Doch nur halb so wild: Entgegen meiner Erwartung war auch diese verdammt stark.

Wie ihr seht, bei Tote Mädchen lügen nicht ist Jammern auf sehr hohem Niveau angesagt. Es fällt mir schwer, Kritikpunkte zu finden. Ist nun mal eine verdammt starke Serie – auch für Männer. Warum es der Netflix-Hit dennoch nicht auf die Eins geschafft hat, könnt ihr im Info-Kasten nachlesen.

Spoiler S01|E13

Hätte ich das Drehbuch geschrieben, so wäre Hannah nicht vergewaltigt wurden. Sexuelle Gewalt sowie die „Sportler-Problematik“ wurden bereits durch Jessicas Missbrauch ausreichend thematisiert. Das einzige, was uns Hannahs Vergewaltigung beweist ist, dass Menschen wie Bryce Walker nicht aufhören können/wollen. Doch das hätte man auch anders darstellen können.

So beraubt sich „Tote Mädchen“ selbst seiner größten Stärke: Dem Thema Suizid. Ich fand bis zu Hannahs Vergewaltigung die Darstellung, warum sich Menschen das Leben nehmen deutlich realitätsnäher. Es sind nämlich in den meisten Fällen weder große Tragödien noch Traumata notwendig! Die meisten Selbstmörder verlieren im Laufe der Zeit lediglich den Mut wie auch die Kraft weiterzumachen, weil sie die unzähligen „Kleinigkeiten“ nicht mehr abfedern können. Wenn immer mehr und mehr dazukommt, dann ist man zum Schluss so ausgelaugt, dass selbst die unbedeutendsten Nichtigkeiten, das Fass zum überlaufen bringen können. Deshalb ist es als Außenstehender auch so schwer zu verstehen bzw. zu verhindern.

Diese Message ist leider verloren gegangen. Das macht die Serie nicht schlecht. Ich finde es einfach nur schade.

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Platz 1: 11.22.63 – Der Anschlag (Hulu, 2016)

Wenn Jake Epping den Wandschrank von Al’s Diner betritt, so reist er jedes Mal, auf die Sekunde genau, zum 21. Oktober 1960, 11:58 Uhr. Kehrt er aus der Vergangenheit zurück, sind jedes Mal nicht mehr als zwei Minuten vergangen. Um den letzten Wunsch seines todkranken Freundes (Al) zu erfüllen, macht sich Jake auf die Mission, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Der Dreh- und Angelpunkt soll hierbei die Ermordung von John F. Kennedy, gut drei Jahre später, sein. Wird Jake es schaffen, das Attentat zu verhindern?

Ich bin ein sehr kritischer Mensch, weswegen ich das folgende Wort nur in den seltensten Fällen in den Mund nehme. Das Wort lautet: Perfekt!

Und glaubt mir, ich habe lange hin und her überlegt, alle Produktionen miteinander verglichen, nur um schlussendlich zu dem Ergebnis zu kommen, dass diese Serie zwangsläufig siegen muss. Denn mir fallen ausschließlich nur Stärken, aber keinerlei nennenswerten Schwächen ein, wenn ich an 11.22.63 – Der Anschlag denke.

Zwei von King’s Geschichten haben es ins Ranking geschafft! Sind es mit Castle Rock bald drei?

Bereits in der ersten Szene, in welcher ein absolut mitleiderregender, alter Mann, welcher seinen Schulabschluss nachholen möchte, die selbstgeschriebene Geschichte vorliest, wie sein Vater in seinem Beisein seine Mutter umgebracht hat, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Der Anschlag, eine Serienadaption von Stephen King’s gleichnamigen Roman, ist Gänsehaut und Spannung pur; von der ersten bis zur letzten Szene.

Eine großartige Geschichte benötigt aber auch ebenbürtige Darsteller: Somit wird Jake Epping von niemand Geringerem als Publikumsliebling James Franco verkörpert.

Mehr kann und will ich auch nicht zu Der Anschlag erzählen. Ich würde nur spoilern, was in diesem Falle zu schade wäre. Wer die Serie noch nicht gesehen hat, der sollte das unbedingt schnellstmöglich nachholen.

Was meint ihr?

33 Serien habe ich euch vorgestellt. Da kann man schnell die Übersicht verlieren. Deshalb hier nochmal der Link zum kompletten Ranking: Klick mich!

Aber was meint ihr? Mit Sicherheit wird der ein oder andere seine Lieblingsserie in diesem Ranking vermissen. Welche wären das? Hat einer der Serien vielleicht euer Interesse geweckt? Sagt mir welche!

Ich danke euch jedenfalls fürs Lesen. Im Frühjahr gibt es das nächste Serien-Ranking.

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