Juris Serien-Ranking Herbst 2018 (Teil 4)

Es geht weiter mit Juris Serien-Ranking! Heute: Platz 15 - 11

Heute geht es mit den Serien weiter, die es leider nicht in die Top 10 geschafft haben. Aber kein Grund zur Sorge: Schließlich haben diese Produktionen Hits, wie Daredevil (30), Lost (21) oder Gotham (16), hinter sich gelassen, weswegen sie also einiges auf Lager haben müssen. Seid gespannt! Euch erwarten, wie jedes Mal, einzig und allein absolute Top-Titel.

Eine Übersicht meines Rankings findet ihr unter anderem hier: Klick mich!

Platz 15: Élite (Netflix, 2018 – heute)

Ähnlich wie deutsche Serien sind auch spanische momentan schwer im Kommen. So gehörte Haus des Geldes zu den angesagtesten Veröffentlichungen des letzten Jahres und auch das Jugenddrama Élite scheint den Siegeszug iberischer Produktionen fortzusetzen.

Dabei erwischt die Serie, welche laut Moviepilot eine Mischung aus Riverdale und Tote Mädchen lügen nicht sein soll, keinen sonderlich vielversprechenden Start, da insbesondere in Folge 1 ein plumpes Klischee nach dem anderen bedient wird. Glücklicherweise bleibt die Pilotfolge diesbezüglich die Ausnahme. Hat man es also anfangs noch mit einer zwar schön anzusehenden, jedoch mit Stereotypen überladenden Teeny-Unterhaltung à la Riverdale zu tun, zieht das Niveau im Laufe der Handlung so rapide an, dass man von einem Tote Mädchen lügen nicht Europas sprechen kann.

Wer nun befürchtet, es mit einem 0/8/15-Abklatsch von Netflix‘ Erfolgsproduktion zu tun zu haben, wird schnell eines Besseren belehrt: Denn Élite steht dem amerikanischen Vorbild in quasi nichts nach und ist – zur Freude einiger männlicher Zuschauer – bei weitem nicht so „girly“ oder feminin.

Des Weiteren stehen komplett andere Themen im Fokus des Geschehens: Während „Tote Mädchen“ Selbstmord und sexuelle Gewalt in den Vordergrund stellt, widmet sich Élite eher sozialen Ungleichheiten, Toleranz, Homosexualität oder den Umgang mit HIV. Gerade hier liegt die größte Stärke der Serie! Ich kenne nur eine Handvoll Produktionen, welche diese unbequemen Themen so differenziert und zugleich glaubwürdig darstellen, wie Élite das tut. Das hat mich wirklich vom Hocker gehauen.

Also lasst euch vom schwachen Auftakt der Serie nicht abschrecken. Élite ist in meinen Augen eine der besten Veröffentlichungen des bisherigen Jahres. Ich bin sehr gespannt, wie es in Staffel 2 weitergeht.

Platz 14: Safe (Netflix, 2018)

Neulich habe ich euch Safe vorgestellt und ich bin nach wie vor immer noch Meinung, dass die britisch/französische Produktion mit Michael C. Hall in der Hauptrolle eine der größten positiven Überraschung des bisherigen Jahres ist.

Auf die Handlung werde ich jetzt bewusst nicht eingehen. Falls noch nicht geschehen, solltet ihr unbedingt mein Review zur achtteiligen Miniserie lesen. In diesem gehe ich etwas ausführlicher auf Safe ein. Wie gewohnt, natürlich alles spoilerfrei.

Somit begründe ich den 14. Rang meines Serien-Ranking, indem ich – bescheiden wie ich bin – mich selbst zitiere: »Auch wenn Safe aufgrund der abgedroschenen Grundhandlung auf den ersten Blick nicht sonderlich einladend wirkt, kriegt man überraschenderweise eine komplett fesselnde sowie kurzweilige Miniserie von Netflix geboten, die absolutes Binge-Watching-Material ist.«

Kurz gesagt: Guckt sie euch an! Von den Vielen, die meiner Empfehlung gefolgt sind, gab es lediglich ein negatives Feedback gegenüber einem Dutzend Freunde, die genauso aus dem Häuschen waren wie ich.

Platz 13: Into the Badlands (AMC, 2015 – heute)

Into the Badlands ist ein absolutes Unikat! Verdammt ästhetische „Martial Arts“-Kloppereien in einer „Steam Punk“-Optik in einer Welt lange nach unserer Zeit. Oder wie ich es nenne: Geil! Geil! Geil!

Denn in dieser fernen Zukunft wurden Schusswaffen und andere ehrlose Formen des Kampfes verboten, da man sich in der Vergangenheit, während der großen Kriege, quasi in die Steinzeit zurückgebombt hat. So werden die Badlands – ein Gebiet, welches in acht Königreiche unterteilt ist – nun von Baronen regiert, welche das einfache Volk versklaven und ihre Macht mittels erschreckend großer Armeen verteidigen. Diese verfügen darüber hinaus über einen Regent – so etwas wie die rechte Hand – und eine Elitegarde namens Clipper.

Daniel Wu as Sunny – Into the Badlands _ Season 2, Episode 10 – Photo Credit: Antony Platt/AMC

Der Protagonist von Into the Badlands ist der extrem gefürchtete Clipper wie auch Regent Sunny, welcher seinem Baron Quinn treu ergeben ist. Sunny erinnert sich nur bruchstückhaft an sein Leben vor Quinn, welcher ihn bereits als Kind unter seine Fittiche genommen hat. Doch als der Clipper zufällig den jungen MK kennenlernt, der eine dunkle Gabe zu besitzen scheint, beginnt Sunny seine Vergangenheit wie auch die Motive seines Barons in Frage zu stellen.

Im weiteren Verlauf beginnt Sunny den Jungen auszubilden, ohne Quinn über MKs tatsächliches Potenzial aufzuklären, da er befürchtet, dass dieser seinen Schüler als Waffe gegen seine unzähligen Feinde missbrauchen könnte. Dieses Geheimnis wie auch die verbotene Beziehung zur schönen Veil, stellt die Beziehung zwischen Ziehvater und Ziehsohn auf eine gefährliche Probe.

Daniel Wu as Sunny, Madeleine Mantock as Veil – Into the Badlands _ Season 2, Episode 10 – Photo Credit: Antony Platt/AMC

Kurz gesagt: Into the Badlands ist für jeden etwas, der sich für Action, Martial Arts, Tiger & Dragon oder große „Universen“ wie Game of Thrones begeistern kann.

Die Serie sieht – wie für AMC typisch – hervorragend aus, die Geschichte ist für das Genre ungewöhnlich komplex wie auch abwechslungsreich und die Charaktere entwickeln sich fortwährend weiter. Größtes Plus bleibt allerdings: Den Kämpfen zuzusehen, macht richtig Laune! Insbesondere der Hauptdarsteller, Daniel Wu, lässt das Verdreschen von Menschen so sehr wie Kunst aussehen, wie man es eigentlich nur von Jet Li (Romeo must die, The One) gewohnt ist.

Einen Haken hat die Serie dennoch, weswegen es auch „nur“ zu Rang 13 reicht: Die zweite Staffel. Diese hat nämlich unangenehmen Längen, durch die man einfach durch muss. Erfreulicherweise geht es in Season 3 wieder deutlich zügiger voran.

Platz 12: Luther (BBC, 2010 – heute)

DCI John Luther verkörpert alles, was wir an den Briten so lieben. Auf der einen Seite dürfte er der genialste Ermittler seit Sherlock Holmes sein, auf der anderen Seite hat er die Selbstbeherrschung eines Noel Gallaghers (Oasis). Wen sollte es also wundern, dass er trotz einer endlos langen Liste an Erfolgen immer kurz vorm Rausschmiss steht und sein Privatleben nichts weiter als ein übergroßer Scherbenhaufen ist?

Luther ist eine dieser Serien, die schon seit dem Deutschland-Start von Netflix verfügbar ist, doch von so ziemlich jedem permanent ignoriert wird. Das ist schade, denn die BBC-Produktion ist die erste Serie des Rankings, die trotz mehrerer Staffeln, keinen einzigen Hänger hat. Luther beginnt stark und macht auch nach vier (zugegeben sehr kurzen) Staffeln genauso viel Laune wie am ersten Tag.

Das liegt nicht nur an einem hervorragenden Idris Elba, welcher in die Rolle des John Luthers schlüpft, sondern an den vielen sympathischen Nebencharakteren und den oft furchteinflößenden, morbiden Verbrechern, die der Ermittler hinter Schloss und Riegel bringen muss.

Wer zu denen gehört, die Luther bisher ignoriert haben, sollte John unbedingt eine Chance geben!

Platz 11: Rick & Morty (Adult Swim, 2013 – heute)

Rick & Morty, das ist Doc Brown und Marty McFly auf Crack. Denn was der geniale, jedoch alkoholsüchtige Wissenschaftler Rick und sein Neffe, Morty, im Laufe der drei Staffeln der „Adult Swim“-Produktion erleben, wird die Welt in zwei Lager teilen: Menschen, welche die Serie verabscheuen und wiederum Fans, die sie lieben werden.

Die Abenteuer der beiden sind skurril, häufig obszön, aber zugleich enorm einfallsreich. Man hat es nicht mit plumpen Cartoon-Schrott, der einfach nur polarisieren möchte, à la American Dad oder Drawn Together zu tun, sondern mit echt guter Unterhaltung. Wenn man der Typ dafür ist!

Ich für meinen Teil feiere es, wie Rick & Morty die letzten 30 Jahre Popkultur auf die Schippe nehmen. Ich kann aber auch verstehen, wenn sich einige mit der Präsentation der Serie nicht anfreunden können.

Schon gespannt auf die Top 10?

Mit denen geht es nämlich die Tage weiter. Für all diejenigen, welche so langsam die Übersicht verlieren, geht es hier zur Übersicht des Serien-Rankings: Klick mich!

Schreibt mir: Wer schafft es an die Spitze? Was tippt ihr, welche zehn Serien ich euch noch vorstellen werde?

Bildquellen

„relaxation-3193392_1920 2“ von Steve Johnson @Pixabay. Bearbeitet von Juri Kristiansen. Lizenz: CC0 1.0

„Daniel Wu as Sunny – Into the Badlands _ Season 2, Episode 10“ von Antony Platt/AMC @Amazon Newsroom. Lizenz: © 2017 AMC Networks Inc (Nutzungserlaubnis erteilt durch Amazon)

„Daniel Wu as Sunny, Madeleine Mantock as Veil – Into the Badlands _ Season 2, Episode 10“ von Antony Platt/AMC @Amazon Newsroom. Lizenz: © 2017 AMC Networks Inc (Nutzungserlaubnis erteilt durch Amazon)

„Rick and Morty – Where is….well Rick and Morty?“ von Graham of the Wheels @Flickr. Lizenz: CC BY 2.0

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