Klassiker mit Staubschicht

Du hast ein Herz für Klassiker? Dann könnten diese Serien etwas für dich sein.

Im Herbst des vergangenen Jahres habe ich euch mein Serien-Ranking vorgestellt und zur Verwunderung vieler Leser haben es diverse wegweisende Produktionen nicht in meine Auswahl geschafft. Der Grund ist ein einfacher: Ich wollte ausschließlich Serien empfehlen, die man sich aus heutiger Sicht noch problemlos anschauen kann. Dementsprechend blieb der ein oder andere Straßenfeger, der mich begeistert hat, ungenannt.

Da allerdings einige meiner Leser offensichtlich ein Herz für Klassiker haben, möchte ich das an dieser Stelle heute nachholen.

Oz: Hölle hinter Gittern

Serien wie Orange Is the New Black oder Hinter Gittern: Der Frauenknast vermitteln dem Zuschauer ja schon beinahe das Gefühl, dass es so richtig Laune macht, hinter schwedischen Gardinen zu sitzen: Prickelnder Lesben-Sex, abenteuerliche Liebesbeziehungen zwischen Insassinnen und Wärtern, gut funktionierende Drogengeschäfte, etc. Da kriegt man doch gleich Lust, sich bei einem Banküberfall auf die örtliche Kreissparkasse schnappen zu lassen, nur um eine Freikarte fürs „Camp Knacki“ zu gewinnen.

Doch bevor ihr das tut, solltet ihr euch unbedingt Oz: Hölle hinter Gittern angucken! Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um die mit Abstand beste Gefängnis-Serie von allen.

Im extrem düsteren wie auch beklemmenden „Emerald City“ treffen wir auf großartige, namenhafte Darsteller, die sich im Verlauf der Handlung stets (sehr glaubhaft) weiterentwickeln. Niemand verlässt den Ort so, wie er ihn betreten hat – also sofern er es überhaupt lebendig rausschafft. Dabei spielen einige Faktoren eine Rolle: Hautfarbe, Religion oder Art des Verbrechens entscheiden über den Status des Häftlings wie auch seine Gang-Zugehörigkeit. Ihr lest es wahrscheinlich schon heraus: An schonungsloser Gewalt wird in Oz keineswegs gespart.

Lange Rede, kurzer Sinn: Spätestens nach Folge 1 werdet ihr euch das mit der Kreissparkasse nochmal gut überlegen.

Akte X: Die unheimlichen Fälle des FBI

Ich glaube, es gibt so ziemlich niemanden jenseits der 30, der Chris Carters Erfolgshit der Neunziger nicht kennt. Über elf Staffeln begleiten wir in der Fox-Mystery-Serie das Agentenduo Scully & Mulder, wie sie paranormale Fälle untersuchen, Verschwörungen auf den Grund gehen und versuchen, außerirdisches Leben zu beweisen.

„Die Wahrheit liegt irgendwo da draußen.“ – Fox Mulder

Das für mich Besondere an der Serie: Akte X war die erste Serie überhaupt, die ich aktiv eingeschaltet habe – jeden Montag „Mystery Monday“ auf ProSieben. #Pflichtprogramm

Und natürlich machten Scully & Mulder auch vor meinem Kinderzimmer nicht halt: Wie es sich für einen gescheiten Fan gehört, schmückte das aus der Serie bekannte „I want to believe“-Poster auch meine Wände.

The Outer Limits: Die unbekannte Dimension

The Outer Limits ist eine Anthologie von Einzelepisoden – was so viel bedeutet, dass jede Folge eine in sich abgeschlossene Geschichte erzählt. Das Besondere an der Mystery-Serie: Das Ende ist komplett ungewiss. Mal gewinnt das Gute, mal die Bösen. Insbesondere für die damalige Zeit war das sehr ungewöhnlich und erfrischend.

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Jede der sieben Staffeln beinhaltet 22 Episoden. Ihr könnt euch also vorstellen, dass viel Schund dabei war.

Doch kein Grund zur Sorge: Ich habe mir vorgenommen, den besten Folgen der Serie einen eigenen Beitrag zu widmen, damit ihr wisst, welche Episoden sich lohnen und welche ihr guten Gewissens auslassen könnt.

Jericho: Der Anschlag

Die Bewohner der Kleinstadt Jericho führen ein unbeschwertes Leben, bis eines Tages im nahegelegenden Denver eine Atomwaffe detoniert. Von diesem Moment an ist Jericho komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Es gibt weder Wasser, Strom, Telefon noch Fernsehen, weswegen ein Kampf ums nackte Überleben beginnt, in dem niemand weiß, was eigentlich Sache ist.

Es ist wirklich schade: Jericho hätte einer der großen Hits des letzten Jahrzehnts werden können, wenn CBS das Projekt nicht komplett an die Wand gefahren hätte. Nach einer sehr vielversprechenden Staffel 1, wurde die Endzeit-Serie von jetzt auf gleich mit einem Cliffhanger-Ende abgesetzt. Glücklicherweise ließ sich der TV-Sender nochmal eines Besseren belehren, denn nach einer groß angelegten Fan-Kampagne wurde Jericho noch ein siebenteiliges Ende spendiert.

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Summa summarum: Nicht so „teeny“ wie das dänische The Rain und bei weitem nicht so anstrengend wie AMC’s The Walking Dead. Wer ein Herz für Endzeit-Szenarien hat, sollte Jericho unbedingt eine Chance geben.

Time Trax: Zurück in die Zukunft

Im uns fernen Jahre 2193 erfindet Dr. Mordecai Sahmbi eine Maschine, die es ihm möglich macht, 200 Jahre in die Vergangenheit zu reisen. Und da der Wissenschaftler äußerst geschäftstüchtig ist, nutzt er seine Erfindung, um Schwerverbrecher gegen Bezahlung in die Vergangenheit zu schicken, damit sie ihrer Verhaftung entgehen können.

Der Polizist Captain Darien Lambert wird infolgedessen ins Jahre 1993 geschickt, um die entflohenen Verbrecher zurück in die Zukunft zu schicken und Sahmbi das Handwerk zu legen. Seine einzige Unterstützung dabei ist ein holographischer Computer in Kreditkartengröße namens SELMA.

24

42 soll die Antwort auf alles im Universum sein?! Absoluter Humbug! Denn die Antwort auf die Frage, welche Serie die beste aller Zeiten ist, kann nur 24 lauten!

Die Fox-Serie hat das Genre komplett revolutioniert! Galt man bis dahin als Schauspieler noch als völlig gescheitert, wenn man von der Leinwand ins Fernsehen wechselte, änderte sich das durch 24 endgültig. Der beste Beleg dafür ist der Hauptdarsteller (Kiefer Sutherland) selbst: Nach mehreren Flops erlebte seine totgesagte Karriere durch die Agenten-Serie einen zweiten Frühling.

Darf ich vorstellen? Jack Bauer, zehnfacher Retter der Welt!

24 ist aber auch noch ein weiteres Kunststück gelungen, das nur den wenigsten Produktionen vorbehalten ist: Die Serie ist kontinuierlich gewachsen und dadurch im weiteren Verlauf immer besser geworden. Die Staffeln 1 und 2 fand ich gar nicht mal so bombastisch, doch spätestens zur Season 3 konnte ich nicht mehr aufhören, Jack Bauer bei seiner Arbeit zuzugucken – worunter u.a. mein Studium ziemlich gelitten hat. 😀

Dementsprechend kann ich auch sehr gut nachvollziehen, warum die Verwunderung groß war, als es 24 nicht in mein Serien-Ranking reingeschafft hat. Doch wir müssen ehrlich sein: Der Zahn der Zeit nagt an allem – auch an Serien! – und die ersten beiden Staffeln kann man sich aus heutiger Sicht kaum noch antun. Zu dieser Erkenntnis bin ich letztes Jahr gekommen, als ich mir mit meiner Schwester und meinem Schwager die erste Staffel nochmal angesehen habe.

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