Kovac hat seinen Kredit verspielt

Warum ich keine Geduld mehr mit Niko Kovac habe und was sich beim FC Bayern München ändern muss.

Ich bin zwar ein sehr kritischer Fan, doch zugleich ein geduldiger. So habe ich mich auf der einen Seite mit dem Fußball, den Niko Kovac seit seinem Antritt in München spielen lässt, relativ schwer getan, auf der anderen Seite aber dafür geworben, dass man dem 49-jährigen Kroaten mehr Zeit zugestehen muss.

Seit diesem Appell ist nun genau ein Monat vergangen. Auf vier Spiele ohne Sieg folgten sechs weitere, in denen keine deutliche Steigerung zu sehen war, tiefgreifende Veränderungen blieben aus. Stattdessen wird regelmäßig der Gegner starkgeredet und nach Schlusspfiff man fragt sich, warum man nur in den ersten 20 Minuten dominant auftreten konnte.

Läuft beim FCB!

Das ist mir zu wenig. Das ist nicht der Anspruch des FC Bayern Münchens. Das muss Konsequenzen haben.

Warum ich keine Geduld mehr mit Kovac habe

Es gibt Menschen, die reden. Es gibt Menschen, die machen. Kovac redet viel, ändern tut er allerdings nur wenig. Denn trotz eines – zugegeben – zu dünnen Kaders, gab es viele Optionen, die der Kroate hätte ziehen können:

Kovac lässt seit Tag 1 stur das 4-1-4-1 spielen. Eine Formation, welche weder beim FCB noch beim DFB zu funktionieren scheint. Warum wird nicht mal etwas Anderes ausprobiert; vor allem, mit Blick auf die lange Verletzungsliste?

Selbst Löw ist irgendwann mal auf den Trichter gekommen, dass man mal eine andere Marschroute ausprobieren muss. Gegen Frankreich also mit dem 3-4-2-1 und zackbumm gab es eine Leistungssteigerung von gefühlt 100% im Gegensatz zum Holland-Spiel.

Andere Frage: Hat Kovac mal etwas an der Taktik geändert? Nö! Immer noch das gleiche Ballgeschiebe und ideenlose, träge Angriffsspiel, welches zum einem auf dem Zufall und zum anderen auf der „individuellen Klasse“ zweier Rentner aufgebaut ist. Das Resultat: Der FC Bayern ist gegenwärtig so torgefährlich wie Dennis Diekmeier.

Oder wurde mal ein Exempel an der ein oder anderen Diva statuiert? Also gab es personelle Veränderungen? Selbstverständlich nicht! James wütet durch die Kabine, Hummels darf sich weiterhin vor den Kameras aufspielen, als ob er der Kapitän der Bayern wäre, Lisa Müller spottet online gegen den Trainer und nach wie vor machen Rib & Rob bei Auswechslungen Zicken wie der Papst im Puff. Ist das Menschenführung?

Archivbilder: Kovac und sein Kindergarten

Bei aller Liebe und allem Verständnis, doch nur ein völliger Narr kann ein anderes Resultat bei einer stetig gleichen Herangehensweise erwarten. Kovac ändert weder die Formation noch die Taktik, erarbeitet sich keinerlei Autorität, Kovac kann also weg. So leid es mir tut, denn ich halte ihn für einen tollen Typen.

Eine Entlassung wäre ein Wagnis!

Bei einem andauerndem Misserfolg muss naturgemäß der Trainer gehen. Naheliegend, da man eine Einzelperson leichter austauschen kann als einen 20/30-Mann-Kader. So läuft eben das Fußballgeschäft. Dennoch sollte man nicht außer Acht lassen, dass ein Trainerwechsel für die Bayern-Bosse ein Spiel mit dem Feuer wäre. Denn was tun wir eigentlich, wenn auch der Nächste scheitern sollte?

Die Frage sollte ja gestattet sein! Immerhin hat sich ein Welttrainer namens Ancelotti bereits die Finger am Rekordmeister verbrannt und selbst Jupps sensationelle Rückkehr war auch nicht so erfolgreich wie einige behaupten. Stichwort: Pokalpleite gegen Frankfurt(!) oder die 1:4-Klatsche gegen Stuttgart. Butter bei die Fische: Seit letzter Saison ist der Trend nicht your friend beim FC Bayern München.

Dafür, dass er Kovac bis aufs Blut verteidigen wollte, hört man von Uli momentan relativ wenig.

Mit Niko Kovac hat man Stand jetzt(!) noch einen Buh-Mann, denn für die meisten ist er der Verantwortliche für die Krise des Rekordmeisters; obwohl das meines Erachtens nur die halbe Wahrheit ist. Ich persönlich bin eher der Meinung, dass die Probleme der Münchner deutlich tiefer liegen als beim Trainer; was auch nicht mehr zu leugnen wäre, wenn ein weiterer scheitern würde.

Spannend, ob dann infolgedessen erstmal Ulis und Kalles Praktikant, Hasan Salihamidzic, den Hut nehmen müsste oder ob beide couragiert genug wären, selbst für ihr Missmanagement gerade zu stehen.

Was sich so oder so ändern muss!

Unabhängig vom Trainer, der meinetwegen gehen kann, da er sich aus den oben genannten Gründen selbst das Grab geschaufelt hat, muss sich einiges ändern:

  1. Transfers müssen getätigt werden, denn der Kader ist nicht nur zu klein, sondern darüber hinaus zu langsam. Notfalls sogar zum Winter, auch wenn man die große Qualität eigentlich nur im Sommer bekommt. Doch Hand aufs Herz: Uns gehen die Spieler aus.
  2. Uli Hoeneß ist der Präsident des FC Bayern und Karl-Heinz Rummenigge Vorstandsvorsitzender. Ergo: Haltet euch mal endlich aus dem operativen Geschäft raus! Lasst Brazzo doch einfach mal seine Arbeit machen. Wenn ihr Zweifel an seiner Kompetenz habt, dann holt einen Anderen.
  3. Schluss mit der Wohlfühloase! Haben die Spieler ein Problem, dann haben sie es mit dem Trainer zu klären oder, wenn es nicht anders geht, mit Salihamidzic. Ausheulen bei Uli geht nicht! Damit untergräbt man nur die Autorität des Trainers. So kann doch niemand gescheit arbeiten. Ferner sollte man anfangen, Eskapaden zu sanktionieren. Das ist ein Fußballklub und kein verdammter Kindergarten für verzogene Muschis, meine Herren!

Wie dem auch sei: Nach langer Zeit ist der FC Hollywood wieder zurück. Uns erwarten spannende Tage beim Rekordmeister.

Was meint ihr?

Wer ist für die Krise verantwortlich? Ist es mit einem Trainerwechsel getan oder sollte Kovac gar Trainer bleiben? Schreibt mir, was ihr tun würdet, wenn ihr beim FCB das Sagen hättet.

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