Modern Warfare: Weder Fisch noch Fleisch

Warum mir das neue Call of Duty: Modern Warfare überhaupt nicht zusagt.

Gefällt mir ein Call of Duty, dann ist es in der Regel von Treyarch oder Sledgehammer Games. Infinity Ward hingegen hat meiner Meinung nach schon verdammt lange kein gutes CoD mehr auf den Markt gebracht. Im Speziellen Ghosts sowie Infinite Warfare sind mir besonders schlecht in Erinnerung geblieben. Infolgedessen habe ich seit Modern Warfare 2 (aus dem Jahre 2009) kein einziges Game des Entwicklerstudios länger als ein paar Stunden gespielt.

So hat es mich natürlich gefreut, als man seitens Infinity Ward verlauten ließ, dass man mit dem kommenden Modern Warfare, von dem ich dieses Wochenende die Open Beta gespielt habe, neue Wege gehen möchte. Und tatsächlich: Der aktuellste Ableger der Serie, welcher ab dem 25. Oktober in den Handel kommen wird, spielt sich merklich anders als seine Vorgänger.

Neu gleich besser?

Nun ja, ich widerspreche Barney Stinson, den ich, wie jeder weiß, über alle Maßen schätze, zwar nur ungern, doch mit dieser Weisheit liegt er leider falsch. Zumindest in diesem Fall.

„Neu ist immer besser!“ (Barney Stinson)

Zwar gibt es Änderungen, die ich wahrlich für gelungen halte. Beispielsweise finde ich die neuen Modi (2 on 2 oder Bodenkrieg) ganz interessant, jedoch gibt es auf der anderen Seite unzählig viele andere Neuerungen, dir mir so gar nicht zusagen. Dazu aber gleich mehr.

CoD, bist du es wirklich?!

Call of Duty steht seit jeher für Speed, Action und viel Kabumm (Stichwort: Action-Porno). Natürlich kann ein taktisches Vorgehen hier und da von Vorteil sein, doch viel mehr ist man auf ein gescheites Movement, ein gutes Aiming und herausragende Reflexe angewiesen.

Daher habe ich mir bereits zum 2007er Modern Warfare den folgenden Spielstil angeeignet, welchem ich bis heute stets treu geblieben bin:

Sprinten, Distanzen überbrücken, springen, ducken, ballern.

Kurzum: Ein Büriff präsentiert sich in einem typischen CoD wie die sprichwörtliche Axt im Walde.

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Damit ist jetzt allerdings Schluss! Wer weiterhin so vorgehen möchte, wird bei Modern Warfare sein blaues Wunder erleben. »Die Gegner kommen lassen, anstatt zu stürmen.«, lautet von nun an die Devise. Oder anders ausgedrückt: Wer defensiv (feige) spielt, der gewinnt.

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So artet Modern Warfare in ein hemmungsloses Gecampe aus, welches seitens Infinity Ward, aufgrund der folgenden Neuerungen, gefördert wird:

  • Die niedrige TTK (time to kill): Zwei Schüsse ins Schienbein und der Gegner ist schon tot. Es geht also nicht mehr ums Zielen, sondern ausschließlich darum, wer wen als erstes sieht.
  • Mit R3 kann man sich neuerdings um Ecken lehnen. Die Folge: Wer geduldig wartet, ist eigentlich nur noch mit Granaten oder Killstreaks aus seinem Versteck zu holen.
  • Du kannst dich in der Dunkelheit verstecken, was in Anbetracht der zwei vorherigen Punkte besonders gemein ist. Ich habe in der Beta einige Kills gemacht, indem ich einfach mal auf Verdacht auf Schatten geballert habe.
  • Des Weiteren tue ich mich mit dem ungewöhnlichen Kartendesign schwer. Ich persönlich bevorzuge ja eher halbwegs symmetrische Maps, da sie mir das Gefühl geben, dass keines der beiden Teams bevorzugt wird. Ferner bin ich der Meinung, dass die unübersichtlichen, verwinkelten Karten Modern Warfares geradezu zum Campen einladen.

Doch kein richtiger Taktik-Shooter?

Bei allem aufgesetztem Realismus und aller Entschleunigung kann man scheinbar dennoch nicht so ganz aus seiner Haut: Zum einen kehrt der übliche CoD-Granaten-Wahnsinn in Modern Warfare zurück, zum anderen hat man sich für Killstreaks anstelle von Punkteserien entschieden – eine Entscheidung, die jedem zielbasierenden Spielmodus das Genick brechen wird. Wenn ich jetzt noch daran denke, wie mächtig diese teilweise sind (Stichwort: Juggernaut), kann ich mir gar nicht vorstellen, dass dieses Game nur im Ansatz Spaß machen kann.

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So oder so stellt sich die Frage, wie das alles mit dem neuen, realistischen Ansatz, welchen man zu verfolgen versucht, zusammen passen soll. Für mich ist Modern Warfare somit…

Weder Fisch noch Fleisch!

Auf der einen Seite will Modern Warfare kein hohler Action-Porno mehr sein, auf der anderen möchte man sich vom typischen CoD-Kindergarten partout nicht trennen. Was rauskommt ist ein Zwitter, der weder Action- noch Taktikspieler glücklich machen sollte. Meines Erachtens bedient Modern Warfare eine Nische, die keiner wirklich braucht.

Ich für meinen Teil werde jedenfalls bei Black Ops 4 bleiben, denn ich steh auf bedingungslose Action. Und falls ich dann doch mal wieder Lust auf ein wenig Taktik haben sollte, so greife ich dann doch lieber zu Battlefield V. Infinity Wards gescheitertes Experiment ist für mich jedenfalls keine Option.

Warum ich BO4 für das stärkste CoD seit langem halte, lest du hier.

Bildquellen

„MW_Reveal_01_wm“ von Activion | Press Center. Bearbeitet von Juri Kristiansen

„Neil Patrick Harris“ von vagueonthehow @Flickr. Lizenz: CC BY 2.0

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