Nichts wie raus aus Riverdale!

Ich habe fertig!

Riverdale ist ein zweischneidiges Schwert…

Auf der einen Seite ist die Serie einfach nur trashig und peinlich: Diverse Dialoge bereiten einem vor lauter Fremdscham Magenschmerzen, ein High School-Klischee jagt das nächste und man könnte meinen, die einzelnen Charaktere wären von einem Zehnjährigen konzipiert worden. Ich sage nur Serpants oder Pussycats.

Auf der anderen Seite macht Riverdale richtig Spaß, wenn nicht sogar süchtig: Wirklich alles in der CW-Produktion wirkt nahezu perfekt in Szene gesetzt, die Story – wohlgemerkt die der Staffel 1 – ist nicht nur kurzweilig sowie spannend, sie ist zudem gespickt mit unzähligen Wendungen und deutlich komplexer als man zu Beginn denkt. Darüber hinaus setzt die Serie auf Altbewährtes: Ein wenig fürs Herz, ein bißchen fürs Auge und Drama, Drama, Drama.

Diese Mischung machte Riverdale auf Anhieb, weit über die eigentliche Zielgruppe hinaus, erfolgreich. Denn war die Serie ursprünglich eher für die jüngeren (weiblichen) Zuschauer gedacht, so konnte sie, allen Erwartungen zum trotz, sowohl Frauen als auch Männer aller Altersklassen gleichermaßen begeistern. Mehr geht nicht! Der Traum eines jeden Serienmachers.

Doch der Lack fängt an zu blättern…

Gestern feierte die dritte Staffel auf Netflix ihren Auftakt und von der Anfangseuphorie ist bei mir wie auch einigen Anderen nicht mehr viel übrig. So stark Riverdale auch gestartet ist, so stark hat die Serie auch nachgelassen. Ich weiß gar nicht, wo ich mit meiner Kritik anfangen soll?!

SPOILERWARNUNG: Wer Season 2 nicht gesehen hat, sollte ab jetzt nicht mehr weiterlesen!

Riverdale, was willst du eigentlich sein?

Nach der ersten Staffel, die so eine Art Agatha Christie für Teenies war, wussten die Showrunner wohl nicht, was sie mit Riverdale zukünftig anstellen wollen. Doch kein Problem, denn man kann ja ohne Weiteres nach jedem Mid-Season- oder Staffelfinale das Konzept der Serie komplett über den Haufen werfen und blindlings alles ausprobieren, was man je im Kino oder Fernsehen gesehen hat.

So mutierte die Serie zu Beginn der zweiten Staffel zu einer Art Scream, in welcher der „Blackhood Killer“ Jagd auf die ach so bösen Sünder der Kleinstadt gemacht hat. Nachdem der vermeintliche Serienmörder gestoppt wurde, musste etwas Neues her. Also entwickelte sich Riverdale von einem billigen Scream-Abklatsch zu einem Der Pate für Arme.

Hello again…

Archie Andrews wird, aus Liebe zu Veronica, Teil der kriminellen Lodge-Familie und lehrt als minderjähriger Milchknilch Riverdales Unterwelt das Fürchten. So kriegen wir im Rahmen der zweiten Staffelhälfte so ziemlich alles geboten, was man je in einem Gangsterfilm der letzten 30 Jahre gesehen hatte. Der Höhepunkt: Archie wird nach unzähligen Prüfungen endlich Teil des Lodge-Syndikats und besiegelt dies mit einem Blutschwur auf ein Bild der heiligen Mutter Gottes. Bravissimo!

Aber was wundert es mich? Die härteste Gang der Southside, wird ja auch von einem emotional instabilen Teeny angeführt, der seinen Pullover um die Hüfte trägt. Jughead Jones übernimmt nämlich, im Laufe der zweiten Staffel, die Krone seines Vaters und sagt von nun an knallharten Rockern, was sie zu tun und zu lassen haben. Logo…

Also sofern er nicht mal wieder als investigativer Journalist unterwegs ist. Wobei die Serpants so oder so eine etwas eigenartige Bande sind: Southside gegen Northside, Serpants gegen Goonies und wenn man schon dabei ist, kann man sich auch gleich für die amerikanischen Ureinwohner stark machen.

Warum aber auch nicht? Die Staffel brauchte ja ohnehin noch ein paar Themen. Zusätzlich gibt’s also noch eine Familienfehde im Hause Blossum, einen schrägen und gemeingefährlichen „Bruder“ im Hause Cooper und zum Schluss, weil es ja so viel Spaß gemacht hat, nochmals den „Blackhood Killer“. Dieses Mal aber den echten!

Schlimmer geht immer!

Und dachte ich spätestens nach der verdammten Musical-Folge, es könnte nicht mehr weiter bergab gehen, so wurde ich gestern eines Besseren belehrt.

SPOILERWARNUNG: Wer die erste Episode der dritten Stafffel nicht gesehen hat, kriegt im folgenden Absatz Spoiler präsentiert.

Denn was sind die Zutaten für Staffel 3? Eine Prise Oz: Hölle hinter Gittern, weil Archie in den Knast geht, da er einen Deal der Staatsanwalt annimmt. Eine Schippe GZSZ – das Thema „Sekte“ macht nämlich auch vor Riverdale nicht halt. Und obendrein wird es jetzt sogar noch ein wenig magisch.

Ja, ihr habt richtig gehört! Irgendwie muss ja das Reboot von Sabrina: Total verhext! promotet werden. Also sehen wir zum Schluss der ersten Episode zwei fliegende Babys und einen Jughead, der von einem Nerd vor dem Gargoyle (mächtige, fliegende Wesen, die bei Tageslicht versteinern) gewarnt wird. Ich freue mich schon auf Sabrina und die sprechende Katze Salem. #NOT!!!

Riverdale, was soll der Scheiß?!?

Liebe Freunde, das ist zu viel für mich. Oder, um es mit den berühmten Worten eines italienischen Philosophen auszudrücken:

Ich habe fertig!

Eine miese Staffel allein ist noch lange kein Weltuntergang. Selbst großartige Serien wie Dexter oder The Following waren zeitweise zum Abschalten. Und ja, wie bereits zu Beginn des Beitrags erwähnt habe, Riverdale war schon immer ein gutes Stück trashig und peinlich. Das ist auch in einem gewissen Maße okay. Doch wir haben, spätestens seit der Musical-Folge, die Grenze des guten Geschmacks schon lange überschritten.

Das ist mehr Trash, als ich ertragen kann. Ich kann nicht anders: Sorry, Riverdale, ich bin raus!

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