Ob ich Facebook vermisse?

Seit zwei Monaten bin ich nicht mehr bei Facebook. Bereue ich inzwischen meine Entscheidung?

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mir aus vielerlei Gründen die Frage gestellt, wie viel Sinn es überhaupt macht, einen Facebook-Account zu besitzen und ob ich mich nicht von meinem trennen möchte.

Ungefähr zwei Monate ist es her, da war es schließlich soweit, dass ich meinen Worten endlich Taten folgen lies und kurzerhand mein Profil gelöscht habe. Auf einen Klick waren zehn Jahre meines digitalen Lebens einfach weg. Seitdem werde ich nicht selten von Freunden und Bekannten gefragt, ob ich meine Entscheidung bereuen oder mir nun etwas fehlen würde. Die Antwort: »Nein. Ich vermisse nichts.«

Warum auch? Ich habe mich damals bei Facebook registriert, um zu erfahren, was meine Mitmenschen so machen. Das hat anfangs auch wunderbar funktioniert, doch ein paar wenige Jahre später, bestand mein Newsstream eh nur noch aus fragwürdigen politischen Statements, Kalendersprüchen oder anderem Krempel, mit dem ich nicht sonderlich viel anzufangen weiß.

Wozu überhaupt Facebook?

Ich hatte in etwa 600 „Freunde“. Habe ich mich tatsächlich für deren Leben interessiert? Ehrlich gesagt, in den meisten Fällen nicht.

Man nimmt gedankenlos irgendwelche Leute an, die man von irgendwoher flüchtig kennt. Das macht man halt so. Man will ja niemanden vor den Kopf stoßen. So oder so hatten die ersten Tage Facebooks eher den Charakter eines Pokémon Gos. Gotta catch em all! Also je mehr Freunde, desto besser.

Bam! Ich habe einen neuen Freund gefangen! Ich meine gefunden…

Was aber nur halb so schlimm war, da man den einzelnen Kontakten unterschiedliche Rechte zuweisen konnte. Somit konnte ohnehin nur ein Bruchteil meiner „Freunde“ meine Bilder oder andere persönliche Dinge sehen. Wobei ich (rückwirkend betrachtet) diese Unmengen an Fotos eh für die Katz‘ hochgeladen habe, da eben genau diese Menschen sich ja sowieso nur seltenst im Netzwerk haben blicken lassen.

Denn wer war hauptsächlich aktiv? Nicht meine echten Freunde oder Mitmenschen, deren Leben mich tatsächlich in irgendeiner Form interessiert, sondern hauptsächlich nur die größten „Asis“ und „Sparlampen“ unter meinen Kontakten. Denn es gilt: Je aktiver auf Facebook, desto weniger Betrieb findet in aller Regel zwischen den Ohren statt.

Ohne Facebook muss ich mir auch nicht mehr die Frage stellen, was dieser Hirni denn jetzt schon wieder von mir will, wenn mein Smartphone bimmelt. Denn keine dieser Knalltüten kann mich mehr erreichen. Dafür benötigt man wieder – so wie damals in der guten, alten Prä-Facebook-Ära – meine Handynummer und die hat weiß Gott nicht jeder. Für mich ein Luxus, den ich mir nie wieder nehmen lassen möchte.

Wohne ja jetzt nicht auf dem Mond!

Wer jetzt Sorge hat, dass ich, wie auf einer einsamen Insel, abgeschnitten vom Rest der Welt, vor mich hin vegetiere, den kann ich beruhigen. Mir geht es gut! Danke der Nachfrage.

Ich, seitdem ich kein Facebook-Profil mehr habe.

Nicht nur, dass man sich nach wie vor auch über analoge Wege auf dem Laufenden halten kann, bietet das Netz ferner unzählig viele andere Dienste, welche ebenfalls rege genutzt werden. Bestes Beispiel: Instagram

Ich mache mich zwar regelmäßig über die Stories-Funktion lustig, dennoch kann ich ihr auch etwas Gutes abgewinnen: Es werden nämlich wieder viel mehr Banalitäten (also: Was mache ich? Wo bin ich?) gepostet. Wenn ich also nicht nur Katzen-Accounts oder halbnackten Schönheiten folge, sondern darüber hinaus vielleicht auch meinem persönlichen Umfeld, so kann ich in etwa nachvollziehen, was im Leben meiner Mitmenschen vor sich geht. Nebenbei gibt’s dann noch ein wenig „Miau“ und „Miez Miez“. Ihr versteht…

Warum also sollte ich Facebook vermissen, wenn Instagram so oder so das bessere Facebook ist?

Mein Tipp: Sagt „Tschüss“ zu Facebook!

Ich kann es wirklich jedem nur empfehlen. Nehmt euch mal die Zeit, um folgendes abzuwägen: Was kriegt ihr dafür, dass ihr euer Datenvolumen und Akku verschwendet sowie unzählige an personenbezogen Daten nach Amerika übermittelt? Ein wenig Candy Crush, Fake News, das Gefühl, dass alle um euch Idioten sind und die Möglichkeit, ein bißchen zu stalken. Ist es das wirklich wert?

Nicht nur Sauron hat ein allsehendes Auge, Mark Zuckerberg genauso.

Meines Erachtens nicht. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann diesbezüglich nur für mich sprechen und euch sagen, dass es für mich die richtige Entscheidung war, Facebeook den Rücken zu kehren. Es fühlt sich an wie Urlaub fürs Gehirn. Probiert’s mal aus!

Bildquellen
Hilf dem Büriff und verkünde seine frohe Botschaft!
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on Google+
Google+
Email this to someone
email

Aus Gründen hier. Dein Gefährte durch Raum und Zeit. Dein Pferdefreund zum Busenstehlen. Der Büriff.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.