Reminder: Jeder kann helfen!

Zivilcourage sollte selbstverständlich sein, ist sie aber leider nicht. Wie du ohne viel Aufwand helfen kannst, ohne dich dabei selbst in Gefahr zu bringen, liest du hier.

Treue Leser wissen: Ich liebe Aktenzeichen XY! Ich gucke die Sendung schon seitdem ich denken kann und ich gehe mal davon aus, dass sich das zukünftig auch nicht mehr ändern wird. Als besonders großartig empfinde ich dabei den sogenannten XY Preis, bei welchem dem Zuschauer Filmfälle präsentiert werden, in denen ganz gewöhnliche Bürger, also Menschen wie du und ich, durch Zivilcourage glänzen und damit anderen das Leben retten.

Sicherlich sollte Zivilcourage etwas Selbstverständliches sein, jedoch Hand aufs Herz, das ist sie leider nicht! Regelmäßig lesen wir von Vorfällen, bei denen viele zugesehen haben, aber niemand eingegriffen hat, von unterlassener Hilfeleistung oder im Schlimmstfall sogar von Gaffern, welche die Einsatzkräfte aufgrund ihrer Schaulustigkeit behindert haben. Das muss nicht sein!

Bitte nicht falsch verstehen: Ich will mich an dieser Stelle weder als weltfremder Moralapostel aufspielen noch mir anmaßen, über den Heldenmut eines in der Sendung gezeigten Retters zu verfügen – denn höchstwahrscheinlich ist dem nicht so. Stattdessen schreibe ich diesen Beitrag, um dem ein oder anderen nochmal kurz in Erinnerung zu rufen, dass wirklich jeder helfen kann. Dafür muss man kein Muskelprotz sein. Man muss sich nicht mal in Gefahr begeben. Nämlich schon Kleinigkeiten können genügen, um den großen Unterschied zu machen.

Welche Möglichkeiten das sind, liest du im folgenden kurzen Beitrag.

Aktiv einschreiten!

Natürlich ist es lobenswert, wenn du heldenhaft dazwischen springst, wenn ein Anderer um Leib und Leben fürchten muss. Nichtsdestotrotz kann das niemand von dir erwarten oder verlangen, da du dich damit (je nach Situation) selbst in unmittelbare Gefahr begibst.

Deswegen ist es wichtig, die Lage wie auch dich sich selbst richtig einzuschätzen!

Überfällt z.B. jemand gerade eine Bank, brauchst du nicht den Helden zu spielen – außer du bist scharf auf 9mm Blei im Kopf.

Nice try! #RIP

Anderes Szenario: Sind beispielsweise bei einer Schlägerei die Aggressoren maßlos in der Überzahl oder dir anderweitig gnadenlos überlegen, hat niemand etwas davon, wenn du dir aus Nächstenliebe ebenfalls die Knochen brechen lässt.

Schreite also nur aktiv ein, wenn es auch wirklich Sinn macht.

Kleine Randnotiz meinerseits: Einschreiten bedeutet u.a. nicht zwangsläufig, dem Täter eins voll auf die Zwölf zu geben. Manchmal benötigt es nicht mehr als die richtigen Worte oder ein „sich schützend dazwischen stellen“, um die Situation zu deeskalieren.

Aufmerksamkeit erregen!

Ruf um Hilfe, fordere andere Passanten auf, einzuschreiten!

Die Menschen sind deutlich hilfsbereiter, als man meint. Viele machen nur nicht den ersten Schritt, aus Sorge, am Ende alleine dazustehen. Andere wiederum würden gerne helfen, können aber nicht, weil sie vor Schock wie gelähmt oder von der plötzlich eintretenden Extremsituation völlig überfordert sind. Ein kurzes „Wachrütteln“ kann diesbezüglich Wunder bewirken. Einen Versuch ist es jedenfalls wert.

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Des Weiteren können Hilferufe auch einen anderen positiven Effekt haben: Sie können unter Umständen dazu führen, dass der Täter die Flucht ergreift.

Zück dein Handy!

Das Mindeste, was du tun kannst bzw. tun solltest, ist den Notruf zu wählen. Dieser ist kostenlos und rund um die Uhr zu erreichen. Es gibt keine Ausreden dafür, das nicht zu tun!

Und nein: Wir machen keine Selfies mit Verkehrstoten. Wir rufen lediglich den Notruf!!!

Und verlass dich nicht darauf, dass das mit Sicherheit schon ein Anderer für dich erledigt hat. Es sind schon Menschen unnötig in ihrem Auto elendig verreckt, weil es niemand für nötig gehalten hat, die Einsatzkräfte zu verständigen.

Lieber einen Anruf zu viel als zu wenig, lautet hierbei die Devise!

Als Zeuge zur Verfügung stehen

Es ist deine Bürgerpflicht, die ermittelnden Behörden mittels einer Zeugenaussage oder sachdienlichen Hinweisen zu unterstützen, damit die begangene Straftat so schnell wie möglich aufgeklärt werden kann. Dies kannst du u.a. auch anonym machen, falls du Angst vor dem Täter oder anderen Konsequenzen hast.

Bedenke: Wenn du der Polizei nicht hilfst, hilfst du indirekt dem Täter, auf freiem Fuß zu bleiben.

Eine Anmerkung meinerseits: Sich schützend vor den Täter zu stellen, halte ich persönlich für moralisch nicht vertretbar! Zum einen sollte man das dem Opfer nicht zumuten, welches infolge einer Straftat möglicherweise in Angst leben muss, zum anderen bist du indirekt dafür mitverantwortlich, falls es zu einer weiteren Tat kommt. Je nach Delikt kannst du zudem als sogenannter Mitwisser ebenfalls juristisch belangt werden, falls du wegsiehst.

Erste Hilfe leisten

Ist die Gefahrensituation vorüber, solltest du dich nach dem Wohl des Opfers erkundigen und (falls notwendig) direkt erste Hilfe leisten. Je nach Art der Verletzung, können Sekunden über Tod oder Leben entscheiden.

Es gibt keine Ausreden, nicht zu helfen!

Zivilcourage ist wichtig und sollte selbstverständlich sein! Denk daran, dass auch du evtl. eines Tages auf die Mithilfe Dritter angewiesen sein könntest.

Und auch wenn es mit Sicherheit lobenswert wäre, erwartet niemand von dir, dass du für einen Anderen in die Bresche springst oder dich in akute Gefahr begibst. Wie bereits eingangs erwähnt: Man benötigt weder den Mut eines Löwen noch Superkräfte, um zu helfen. Selbst Kleinigkeiten können den großen Unterschied machen. Geh also mit gutem Beispiel voran!

Hilf dem Büriff und verkünde seine frohe Botschaft!
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Aus Gründen hier. Dein Gefährte durch Raum und Zeit. Dein Pferdefreund zum Busenstehlen. Der Büriff.

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