Review: The I-Land

Ein Herz für Trash musst du schon haben. Mein Review zu Netflix' neuster Miniserie The I-Land.

Dass The I-Land von den meisten Kritikern zerrissen wird, ist für mich keine Überraschung, denn Netflix‘ neue Miniserie lädt ja geradezu zum Spotten ein: Relativ billig produziert, mäßig begabte Schauspieler und Dialoge, so intelligent, dass man an und für sich nur darauf wartet, dass eine der Damen ohne Vorwarnung auf die Knie fällt, um zum Blowjob anzusetzen.

Ohne Witz: Textpassagen wie hier, so plump und unbeholfen, kennt man für gewöhnlich nur aus den schrottigsten Softcore-Pornos der Achtzigerjahre. Wirklich grenzwertig.

Was eigentlich sehr schade ist. Denn, ob ihr es glaubt oder nicht, The I-Land hätte, wenn Netflix nicht ausschließlich eine Horde talentfreier Stümper mit dem Projekt betraut hätte, ein richtiger Quoten-Hit à la Wayward Pines werden können.

Die Story beispielsweise, welche vielleicht ein wenig an ABCs Erfolgsserie Lost erinnert, jedoch im Grunde genommen, bis auf die Insel, sonst nichts Weiteres mit The I-Land gemeinsam hat, hat wesentlich mehr zu bieten, als es auf den ersten Blick scheint. Sie ist ist kurzweilig, kommt relativ fix zu Potte und hat darüber hinaus allerhand interessante Wendungen parat. Im weiteren Verlauf der Handlung wird sogar vereinzelt auf tiefgreifende philosophische Fragen eingegangen. Das allerdings so oberflächlich, dass es kaum jemand mitbekommt. Ein gescheiter Drehbuchautor hätte da mit Sicherheit deutlich mehr rausholen können.

Wichtige Info: Ursprünglich hätte an dieser Stelle den Trailer eingebettet, jedoch spoilert dieser umgehend den Plot Twist. Netflix, wie kann man sich nur so derart dämlich anstellen?!?

Allgemein ist festzuhalten: Zwar wurde bei The I-Land zweifellos einiges falsch gemacht, jedoch bei weitem nicht alles. Auch wenn diverse Netzreaktionen Anderes vermuten lassen, kann ich an dieser Stelle versichern, dass ich weiß Gott schon erheblich Schlechteres gesehen habe. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass man mit der Netflix-Produktion, trotz aller Schwächen, seinen Spaß haben kann, sofern man sich auf sie einlässt.

Resümee: Hätte, hätte, Fahrradkette…

Hätte Netflix nicht am falschen Ende gespart, so hätte The I-Land der Shit vor dem Herrn werden können. Doch aufgrund der bereits genannten Makel, bleibt leider festzuhalten, dass die siebenteilige Miniserie unter die Kategorie „Trash, der unfreiwillig komisch ist“ fällt.

Wer damit leben kann, ist mit der Serie gar nicht mal so schlecht beraten, da die Story sonst zu unterhalten weiß. Kleiner Fakt am Rande: Ich habe morgens mit der Serie angefangen, abends war ich schon mit The I-Land fertig.

Man muss selbst entscheiden, ob man den Trip auf die Insel wagen will. Sucht man nach etwas qualitativ Hochwertigem oder nach einem anspruchsvollen Werk, so sollte man definitiv einen Bogen um das Insel-Abenteuer machen. Wer jedoch auf Popcorn-Kino oder seichte Unterhaltung steht, kann der Miniserie durchaus eine Chance geben.

Meine Wertung: 3,5/5 Sternen; für Kenner 6/9

Bildquelle

„beach-3584570_1920“ von Walkerssk @Pixabay. Bearbeitet von Juri Kristiansen. Lizenz: Pixabay Lizenz

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